Daniela Dröscher: Mädchen allein zu zweit

Issa und Grace sind allerbeste Freundinnen und beide haben es momentan nicht leicht. Für Issa ist es nicht einfach, mit einer Klasse reicher Kids das Gymnasium zu besuchen. Bei ihr Zuhause ist Geld ständig Mangelware. Häufig fühlt sie sich deshalb anders und ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass sich daheim fast alles ständig um ihre kleine Schwester dreht, weil diese seit einem Jahr mit dem Sprechen aufgehört hat. Grace wiederum leidet unter ihren grossen Brüsten, nicht nur, dass diese schmerzen und sie kaum noch Sport betreiben kann. Sie leidet auch unter den vielen sexistischen Bemerkungen ihres männlichen Umfelds. Sie will ihre Brüste verkleinern lassen, aber das kostet Geld, die Krankenkasse zahlt nicht und auch ihre Mutter unterstützt sie bei diesem Vorhaben nicht. Issa und Grace müssen zusammenhalten und wollen etwas verändern an ihren Lebensumständen. Das klappt bedingt, aber sie schaffen es zumindest, sich Gehör zu verschaffen.
Issa und Grace unterstützen sich gegenseitig, sie fühlen ähnlich und beide beschäftigen dieselben Themen: die Frage danach, was ihnen wichtig ist im Leben, nach Sinnhaftigkeit, ihrer Rolle als Frau und Selbstbestimmung. Dazu kommen die geltenden Schönheitsideale, die sie in Bedrängnis bringen. Daniela Dröscher schreibt in einer sehr direkten Sprache und trifft den richtigen Ton. Das Meiste erzählt Issa aus ihrer Perspektive und manchmal, wenn ihre Gefühle zu stark werden, bringt sie ihre Gedanken auch in Gedichten zu Papier. Ein eindrückliches Buch, das die Sorgen und Träume junger Frauen überaus glaubhaft beschreibt und dem man zahlreiche Leserinnen wünscht. Ab 14 Jahren. 192 Seiten.
Daniela Dröscher: Mädchen allein zu zweit. Beltz 2026. ISBN: 978-3-407-79068-2
Rezension: Maria Riss