Judith Mohr: Stadt der Magier und Diebe

Cor wächst ohne Eltern auf. Wie alle armen Kinder der Stadt muss er einer Diebesgilde beitreten, um zu überleben. Die Gilde überwacht die meist noch jungen Dieb:innen, gibt ihnen einerseits einen gewissen Schutz, verlangt dafür aber andrerseits absoluten Gehorsam und den grössten Teil ihrer Beute. Und dann passiert es: Cor wird geschnappt und vor Gericht gezerrt. Ihm droht der Galgen. Zum Glück taucht im letzten Moment ein Magier auf, der den Jungen als Sklaven kauft. Cor weiss kaum, wie ihm geschieht, als der Magier ihm nicht nur ein weiches Bett zuweist, sondern ihm auch noble, fein gewebte Kleider zur Verfügung stellt. Cor soll ihm bei seiner Magie helfen und, sofern der Junge eine gewisse magische Begabung zeigt, auch in diese Kunst eingeführt werden. Cor ist klug, Cor ist fleissig, Cor ist seinem Herrn treu ergeben. Der Magier stellt zudem mit grosser Freude fest, dass dieser Junge tatsächlich auch magische Kräfte besitzt. In der Stadt ist ein Krieg zwischen der Diebesgilde und dem Rat der Magier ausgebrochen. Cor, der viele Geheimnisse der Dieb:innen kennt, wird bald zu einem wichtigen Informanten. Bei seinen heimlichen Treffen mit Ro, einer lieben Freundin aus seiner Zeit als Dieb, kann er auch ihr mit seiner neu gelernten Magie beistehen. In der Stadt passieren nämlich immer häufiger seltsame, gefährliche Dinge. Es gibt Anschläge, Menschen kommen ums Leben und bald eskaliert die Situation. Es geht dabei um Macht, Geld und Einfluss. Es ist Cor, der zusammen mit seinem Meister das Schlimmste verhindern kann und den Menschen in der Stadt, nach einem überaus dramatischen Duell, wieder ein einigermassen sicheres Leben ermöglicht.
Judith Mohr erzählt in einer gestalteten Sprache, die detailreiche Bilder entstehen lässt, eine mitreissende Geschichte, mit vielen Parallelen zur realen Welt. Besonders beeindruckend sind die Figuren, die man bald zu kennen glaubt. Der weise Magier, der Autorität, aber auch Güte ausstrahlt oder Cor, den man wegen seiner Loyalität, seinem Mut und dem Sinn für Gerechtigkeit mit Sicherheit gerne zum Freund hätte. Das Buch eignet sich hervorragend zum Vorlesen, der Spannungsbogen beginnt schon auf den ersten Seiten und bricht an keiner Stelle ab. Zudem wird das Thema Jungen wie Mädchen wohl gleichermassen ansprechen. Das Buch ist in sinnvolle, etwa gleich lange Kapitel gegliedert und diese enden jeweils so, dass Lesepausen gut möglich werden. 416 Seiten.
Bereits ist ein zweiter Band mit dem Titel «Stadt der Sänger und Verschwörer» erschienen.

Judith Mohr: Stadt der Magier und Diebe. Carlsen 2025. ISBN: 978-3-551-58640-7

Rezension: Maria Riss

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