Bachelor in Geomatik, Studierende berichten

Studierende berichten: Genau, genauer, Präzisionsnivellement Mont Terri?

29. Juni 2021

Werte Leserinnen und Leser, diesen Blogtext gibt’s für einmal nicht ganz gratis. Für alle, die aufgrund der Überschrift schon Böses ahnen, keine Bange, Ihr müsst nicht mit einem Nivelliergerät durch die Gegend rennen und probieren unsere erreichte Genauigkeit im Präzisionsnivellement Mont Terri zu überbieten. Ihr braucht nur etwas zum Notieren oder für die Scrollfreudigen unter euch, es funktioniert auch ohne zusätzliches Equipment. Also nichts wie los, lösen Sie das untenstehende (Ferien-)Rätsel, um so den Lesefluss des Blogtextes erheblich zu verbessern. Zudem ergeben die roten Kästchen ein Lösungswort. Als kleiner Tipp von den beiden Autorinnen, es können auch ältere Blogtexte zur Hilfe gezogen werden (https://www.fhnw.ch/plattformen/igeonews/?s=st.+ursanne)

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1….. à tout le monde, qu’est-ce que vous pensez, comment exactement on apprend à mesurer dans le cours de géomatique de la FHNW en première année? Für alle die der französischen Sprache nicht besonders mächtig sind und jetzt schon das Browserfenster schliessen wollen, hier die Frage nochmals zu Deutsch: Was denkt ihr, wie genau lernt man im Geomatik-Studium an der FHNW im ersten Studienjahr messen? Die Antwort für das Präzisionsnivellement kurz und knapp in Zahlen: 0.17 mm / Km.

Nun sind wir auf dem Zeitstrahl bereits etwas weit vorgerückt, also nochmals zurück zum Start. Um was ging es eigentlich in der Projektwoche zum Modul Geodätische Messtechnik des G2?
25 Studierende des 2. Semesters und ein Praktikant von swisstopo haben sich für eine Woche auf dem Campingplatz nahe des lauschigen Städtchens St-Ursanne im Kanton 2….. eingefunden. Während dieses Blockprojekts im und um das 3….. Mont Terri wurden zwei verschiedene Schwerpunkte behandelt, das geometrische und das trigonometrische 4….. .

Abbildung 1: Keine Angst, die Teilnehmenden strahlen nicht aufgrund der Radioaktivität, denn im Labor werden keine Experimente mit radioaktivem Abfall durchgeführt (zudem sind alle negativ auf Corona getestet, deshalb ohne Maske) (Quelle P. Mahler)

Am Montag ging es erstmals darum, das Felslabor näher kennen zu lernen, wobei wir ein spannendes Eingangs-Referat und eine kompetente Führung erhielten. Eine interessante Erkenntnis hatten wir beim neusten Experiment mit Bakterien im Opalinuston, wo sich der wärmste Ort im Felsabor befindet. Dies war zwar nicht die Kernerkenntnis der Führung, doch hinsichtlich der eher kühlen Temperaturen Untertage von nicht zu missachtender Relevanz. Am Nachmittag ging es weiter in der relativ kalten und nicht ganz dichten «Fabrique de Chaux» (die Tische standen glücklicherweise dort, wo das Dach keine Löcher hatte), wo uns die benötigte Theorie und die Messprinzipien vermittelt wurde. Erwähnenswert ist die Software PCNIV, welche swisstopo für das Landesnivellement verwendet. Auf den ersten Blick mag sie etwas «steinzeitlich» wirken (ähnlich wie das Programm Adalin zur Nachführung der Daten in der amtlichen Vermessung, für die, die das noch kennen), doch mit etwas Übung entpuppte sie sich als eine sehr praktische Applikation.

Abbildung 2: Der etwas andere Vorlesungssaal «Fabrique de Chaux», Sicherheitsinstruktion durch S. Schefer (Quelle P. Mahler)

Im Verlaufe der nächsten 4 Tage führten wir in 6 Gruppen parallel geometrische und trigonometrische Höhenbestimmungen durch. Dabei war immer voller Einsatz gefragt, sei es beim 5….. des Instrumentariums, beim Messen und Vorbereiten umständlicher Fixpunkte oder beim Materialtransport mit Veloanhänger die steilen Strassen hinauf und hinunter.

Abbildung 3: Wenn es um Genauigkeit geht, ist man sich in der Geomatik für nichts zu Schade, auch wenn man sich für die Justierung einer Dosenlibelle in die Horizontale begeben muss (Quelle K. Elmiger)

Beim geometrischen Nivellement ging es darum, die siebte Folgemessung und erste Neubestimmung der Höhenfixpunkte im neu erstellten Bereich des Labors (Galerie18) von ausserhalb des Tunnels gelegenen Fixpunkten aus exakt zu messen. Je nach zugeteiltem Streckenabschnitt befanden wir uns innerhalb oder ausserhalb des Tunnels und hatten nebst schwierigen Steigungen auch mit tierischen Besuchern zu kämpfen; eine verhältnismässig grosse Schlange sonnte sich in unserem Messterritorium.

Abbildung 4: Zum Glück haben wir ein paar Personen in der Klasse, welche an der 190-Körpergrössen-Marke kratzen und so die grossen Höhendifferenzen effizient überwinden konnten (Quelle P. Mahler)

Untertage mussten wir zwar keine animalischen Bekanntschaften machen, jedoch streikte die Beleuchtung des Tunnels zwischendurch. Mit Stirnlampe und 6….. ausgerüstet, konnte die Messung auch unter diesen Umständen weitergeführt werden. Dank Wackelkontakt der Lattenbeleuchtung (welche später behoben wurde), hatten wir sogar Disco-Stimmung im Tunnel. Wer hat denn das schon bei der Arbeit? Zudem stellten wir fest, dass für gewisse Messpunkte eine Körpergrösse von min. 170 cm gefordert ist, da die Fixpunkte, welche man für die Messung mit einer Metallkugel versehen musste, in tiefen Schächten eingelassen sind.

Abbildung 5: Es gab natürlich auch Phasen bei der die Beleuchtung (Tunnel und Latten) einwandfrei funktionierte. Übrigens, das ist das einzige Rotsignal im ganzen Kanton Jura (Quelle P. Mahler)

Eine komplett andere Herausforderung bot das trigonometrische Nivellement, wobei wir die Höhendifferenz (rund 17 m) auf einen Punkt auf der Autobahnbrücke möglichst genau bestimmen und berechnen mussten. Nach einem kurzen Theorieeinschub haben wir als Vorbereitung auf die Messung die Genauigkeit 7….. berechnet. Dabei mussten wir feststellen, dass noch etwas Übung für die in der nächsten Woche stattfindende Modulabschlussprüfung in der Geodätischen 8….. nötig wäre… . Am Nachmittag führten wir die Messung mittels zwei 9…..  mit einem speziellen Reflektoraufsatz durch, damit ein nahezu zeitgleiches, gegenseitiges Messen möglich war, um somit den Einfluss der Refraktion klein zu halten. Trotz nicht optimalen Messbedingungen (alle behaupten Sonnenschein sei gesund, für Präzisionsmessungen jedoch nicht) konnten wir bei der Berechnung der Genauigkeit 10…..  bestätigen, dass unsere Messresultate innerhalb der erwarteten 11….. lagen.

Abbildung 6: Und nichts soll diese perfekte Messchoreografie stören, ausser vielleicht die Ameisenstrasse bei der Dame an der Latte (Quelle C. Neumann)

Und nun wieder zurück zum Anfang des Blogbeitrags. Kann man die Überschrift mit Ja beantworten? Eine grundsätzliche Bejahung der Frage wäre wohl nicht korrekt, jedoch wagen die Autorinnen zu behaupten, dass das Nivellement im Felslabor Mont Terri die präziseste Messung in unserem ersten Studienjahr gewesen ist. Dies ist nicht nur den 12…..  selbst zu verdanken, sondern auch dem unermüdlichen Einsatz der Begleitpersonen seitens swisstopo und FHNW. Merci 13…..!

Solution pour le mots croisés:

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 SCHOENE FERIEN


Autorinnen: Nadja Pfister und Célina Neumann, Studentinnen Bachelor in Geomatik im 2. Semester

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