Una López-Caparrós Jungmann: Blätterlachen

Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Mädchen Ina, das mit seiner Mutter in einem gemütlichen kleinen Haus am Rand eines Waldes lebt. Nichts liebt Ina mehr, als draussen im Wald herumzustreifen. Besonders gerne hört sie dem Wind zu, wenn er durch die Blätter rauscht – für sie klingt es, als würde der Wald lachen. Eines Tages passiert das Unglück, ein Unwetter lässt eine grosse Fichte auf das kleine Haus fallen. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar und Ina muss mit ihrer Mama ihr geliebtes Zuhause verlassen. Die beiden finden in der Stadt bei Tante Anita Zuflucht.  Dort gefällt es Ina überhaupt nicht. Statt des vertrauten Waldes sieht sie nun hohe Häuser und graue Strassen. Keine Farben, kein Grün und dauernd ist es hier schrecklich laut. Eines Tages entdeckt Ina mitten in der Stadt einen wunderschönen Garten mit einem grossen Apfelbaum. Im Haus wohnt ein Mädchen, das etwa gleich alt ist wie sie. Zaghaft bahnt sich eine Freundschaft zwischen den beiden an. Zum ersten Mal freut sich Ina wieder auf den nächsten Tag, zum ersten Mal fühlt sie sich in dieser Stadt zumindest ein bisschen daheim. Und sie überlegt, ob man auch an zwei Orten zuhause sein kann. Auch neue Menschen, Freundschaften und vertraute Gefühle können dazu führen, dass man sich an einem neuen Ort daheim fühlen kann.
Das Besondere, nebst der berührenden Geschichte, ist die poetische Sprache und Form des Textes. Das ganze Buch ist eine Art Gedicht, geschrieben in einer einfachen, rhythmischen Sprache, leicht lesbar an der Oberfläche und mit vielen Details, die zwischen den Zeilen stehen. Ein zartes, leises Buch für ebensolche Kinder ab etwa 10 Jahren. 224 Seiten.

Una López-Caparrós Jungmann: Blätterlachen. Mit Illustrationen von Clara Esser. dtv, Reihe Hanser 2026. ISBN: 978-3-423-64141-8

Rezension: Maria Riss

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