Buch des Monats September 2026

Eva Rottmann: Max und Murat.
Max und Murat sind dicke Freunde. Meist sind sie brav und nett, nur manchmal, da spielen sie Streiche. Nichts Schlimmes, aber doch so, dass Erwachsene böse werden. Für jeden Streich wird allerdings allein Murat die Schuld gegeben. Und wenn Max seinen Freund verteidigen will, hören die Erwachsenen einfach nicht zu. Nein, die Geschichte endet nicht in einer Mühle wie bei Max und Moritz, denn zumindest eine Richterin sieht ein, dass es im Grunde die Erwachsenen sind, die sie schuldig sprechen muss. Wenn da nur nicht die Berichterstattung in der Presse wäre, die Murat einmal mehr beweist, wie verbreitet struktureller Rassismus in der ganzen Gesellschaft ist.
Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Eva Rottmann versteht sich nicht nur auf das Schreiben von guten Geschichten, sondern auch auf das Schmieden von Versen. Die sieben Streiche der beiden lesen sich leicht und geben die Botschaft der Geschichte deutlich wieder. Ein Lehrstück, das in jedes Klassenzimmer gehört, weil es nicht nur literarisch, sondern vor allem auch menschlich bildet. Auf die Idee zu dieser Geschichte brachte Eva Rottmann die bekannte Studie «Max und Murat» der Uni Mannheim aus dem Jahr 2018, in der nachgewiesen wurde, welch starken Einfluss ein Migrationshintergrund auf die Notengebung hat.
Das Buch ist sehr unterhaltsam und bietet Anlass für Gespräche, auch auf der Sekundarstufe 1. Es sei nicht nur Kindern ab etwa 8 Jahren, sondern auch Erwachsenen, wärmstens empfohlen. 72 Seiten.
Eva Rottmann: Max und Murat. Mit Illustrationen von Jokin Michelena. Jacoby & Stuart 2026. ISBN: 978-3-96428-342-9
Rezension: Maria Riss