Lisa Moroni: Das Märchen vom Wald

Die Bärin wohnt mitten im Wald und geniesst die Ruhe dort. Sie mag die vielen so unterschiedlichen Tiergefährten und die Unmengen von Blaubeeren rundherum. Jetzt ist Herbst und die Bärin zieht sich in ihre warme Höhlenwohnung zurück. Mitten im Winter ist es so weit: Eine kleine Bärin kommt auf die Welt. Die Bärin nimmt ihr Kind in den Arm und flüstert ihm all die wundervollen Geheimnisse des Waldes ins Ohr. Von draussen hört Mama Bär ungewohnte Geräusche, aber das ist ihr egal. Nach einem langen Winter ist er endlich da – der erste Frühlingstag. Mama Bär und die kleine Bärin klettern ans Licht. Aber nirgendwo ist der Wald, die beiden stehen mitten in einer grauen Stadt. Alle Tiergefährten rennen vorbei und sind mit irgendetwas Wichtigem beschäftigt. Mama Bär macht es bald genauso und abends ist sie nun dermassen müde, dass keine Zeit für Geschichten oder Träume mehr bleibt. Bald hat sie den wunderbaren Wald vergessen. Aber dann entdeckt Mama Bär mitten in der Stadt einen kleinen Blaubeerstrauch und alle Erinnerungen kommen mit einem Schlag zurück. Sie weiss nun, was zu tun ist und überzeugt all ihre Tiergefährten. Es dauert etwas und alle helfen mit, bis sie ihre Umgebung verändert haben. Die Stadt ist grüner geworden, voller Leben, Farben und Gerüche. Genauso, wie Mama Bär es sich erträumt hat.
Lisa Moroni hat ein Märchen mit einer sehr deutlichen Botschaft geschrieben und sie verzaubert ihre Leserinnen und Leser nicht nur mit der Geschichte, sondern vor allem mit den Bildern. Diese lösen ein Staunen aus, berühren und machen deutlich, wie zentral der Wunsch nach einer bunteren Umgebung und mehr Ruhe ist. Eigentlich schade, dass diese Geschichte ein Märchen ist, hoffen wir, dass die Botschaft der engagierten Verfasserin möglichst viele Kinder und Erwachsene erreicht. Für Kinder ab 4 Jahren und Erwachsene.
Lisa Moroni: Das Märchen vom Wald. Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke. Moritz 2026. ISBN: 978-3-89565-502-9
Rezension: Maria Riss