Skip to main content

Augen zu. Eine unsichtbare Designsprache

Was versteht man unter «schön», wenn man nicht sehen kann? So lautete die Ausgangsfrage, deren Antwort mittels einer theoretischen Feldstudie gesucht wurde. Dabei wurde deutlich, dass die Akustik das Urteil der drei Teilnehmenden, die eine Sehbehinderung haben bzw. blind sind, stark beeinflusste.

Mit dem Klang der Dinge kommt eine Wahrnehmungserfahrung hinzu, die Sehende oft im wörtlichen Sinn «übersehen». Wie stellen sich geburtsblinde Menschen Bewegungen vor, wenn sie Geräusche hören? Welche Formenwelt sitzt in ihren Köpfen?

Wasser fällt auf die heisse Kochplatte, es zischt. So oder ähnlich beschreiben geburtsblinde Menschen die Bewegung von Wassergeräuschen, die sie nicht ertasten können. Ihre Vorstellungen sind zeitlich bzw. formal interpretiert, eine neuartige Formen- und Erfahrungssprache entsteht. Das haptische, akustische und spielerische Erleben dieses Settings, das aus fünf Gläsern besteht, basiert auf dem neuen Gestaltungsansatz, der von den Wahrnehmungen der Blinden inspiriert ist. Dieser Ansatz sieht Blindheit als Chance, das Nicht-Visuelle in das Design zu integrieren.

Autorin:
Alena Halmes
Institut Industrial Design, BA Diplomarbeit, 2019

Diese Seite teilen: