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Jardin Sauvage – Eine kollektive Apotheke

Pfefferminze am Rheinbord, Zitronenmelisse beim Theater, Wiesensalbei gleich ums Eck – der Jardin Sauvage macht die Stadt zum Erntefeld.

Am Rheinufer unterhalb des Novartis Campus entsteht eine Apotheke der anderen Art: In der Stadt gesammelte Pflanzen werden hier zu einem kollektiven Heilkräutervorrat zusammengetragen. Die Uferpromenade unterhalb von Novartis wird ein Ort, der sich der pflanzlichen Heilkunde widmet und dieses alte Wissen wieder öffentlich zugänglich macht. Der Jardin Sauvage will die Menschen für die Vielfalt an Heilpflanzen in einer vermeintlich grauen, städtischen Umgebung sensibilisieren.

Nach einem Erntestreifzug durch die Stadt kann die Ernte der kollektiven Apotheke gespendet und der gemeinsame Kräutervorrat somit vergrössert werden. Aus dem Kräuterlager können nach Bedarf getrocknete Kräuter mitgenommen werden. Die Apotheke dient gleichermassen als Ort der Wissensvermittlung wie als Expert*innenstelle; nicht nur professioneller Rat lässt sich hier einholen, sondern auch eine Pflanzenbestimmung, oder ein Hinweis auf aktuell blühende Pflanzen.

Die Apotheke sieht sich als Ergänzung zu den Pharmaprodukten von Novartis, deren Gebäude im Hintergrund in die Höhe ragen. Sie möchte einen anderen Ansatz der Medizin aufzeigen und den Blick über marktübliche Pharmaerzeugnisse erweitern. Sie versetzt die Menschen in die Lage, sich bei alltäglichen Krankheiten selbst zu behandeln und verringert somit die Abhängigkeit von der Pharmaindustrie.

Der Jardin Sauvage will ein neues Bewusstsein für unsere Stadtnatur wecken. Er ist Ort der Wissensvermittlung und des Austauschs, Treffpunkt und Entschleunigung – und auch einfach eine Küche für wohlriechende Kräuteraufgüsse.

Autorin:
Lea Kuhn Institut Innenarchitektur und Szenografie, BA-Thesis 2014

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