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Podium Interface mit PD Dr. Manuel Bachmann

Triumph des Algorithmus – wie die Idee der Software erfunden wurde

Zum Referat

Software hat unsere Welt revolutioniert. Am Anfang und lange vor dieser Revolution stand eine Idee, an der sich die klügsten Denker über 1500 Jahre hinweg den Kopf zerbrachen, um sie zum Funktionieren zu bringen: die Idee, nach vorbestimmten Regeln Sätze zu erzeugen, die wahr und zugleich neu sind. Diese Idee verlangte ein exaktes Verständnis dessen, was wir heute Algorithmus nennen. Was aber ist ein Algorithmus, der wahre und zugleich neue Sätze erzeugt? Auf diese Frage gab es eine theologische, eine mathematische und schliesslich eine technische Antwort. Und jede dieser Antworten wirft ein ungelöstes Problem auf, das die Idee der Software zu einem unvollendbaren Projekt verdammt.


Über den Referenten

Dr. phil, aktuell tätig bei der Schweizerischen Mobiliar im Bereich Corporate Social Responsibility, Lehrbeauftragter für Philosophie an der Universität Luzern, vormals Mitglied der Sustainibility Research Group der Universität Basel zu Corporate Social Responsibility. Preisträger der Universität St. Gallen. Publikationen zu Philosophie der Logik und Mathematik, zur Wissenschaftsgeschichte und zu Business Ethics. Aktuelle Forschungsgebiete: Das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst am Beispiel der Digitalisierung, Theorie gesellschaftlicher Werte.


Podium 2019: Algorithmen

Den Rohstoff Daten gibt es schon lange und in Fülle. Bereits im Altertum erhob man Daten und fixierte sie in Keilschrift auf Tontafeln oder in Hieroglyphen auf Papyrus. Algorithmen gibt es ebenso lange. Schon die babylonischen Priester hielten nicht nur fest, wie viel Getreide sie erhalten hatten, sondern auch wie sie daraus schmackhaftes Bier brauten, und aus Ägypten sind Verfahren zur Lösung mathematischer Probleme überliefert. Über die Araber gelangte dieses Wissen im Mittelalter ins Abendland, und wer es dort anwendete, galt als Algorist. Heute gelten ihre Nachfahren, die Algorithmiker, gleichsam als Alchemisten unseres Jahrhunderts. Sie verarbeiten eine schiere Menge von digitalen Daten, die beliebig kopier- und transportierbar sind, zu Gold. Dazu verwenden sie bekannte, neue oder verbesserte Algorithmen; denn Algorithmen lassen sich entwickeln, verändern und kombinieren. Und wer den effizientesten Algorithmus besitzt, das heisst, wer für ein festgelegtes Problem mit begrenzter Rechenzeit eine Lösung findet, der hat am schnellsten reines Gold.

Wo sich überall Gold schürfen lässt, welche Algorithmen dabei zum Einsatz kommen und welche Folgen das haben kann: Davon handelt der diesjährige Interface-Zyklus.

Datum und Zeit

04.03.2019 17:15 - 18:30 iCal

Ort

Fachhochschule Nordwestschweiz
Gebäude 3, Aula (3.–111), Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch

Veranstalter

Hochschule für Technik

Kosten

Eintritt frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Programm Podium Interface

Jahresprogramm 2019

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