Skip to main content

Podium Interface mit Prof. Dr. Peter Gloor

Von Fake News, Echokammern und «Alternative Realities»

Zum Referat

Die virtuelle und die reale Welt bewegen sich immer weiter auseinander. Wahrheit für den einen sind „Fake News“ für den anderen. Online Stars werden über Nacht berühmt, und verschwinden genauso schnell wieder. Der Einfluss eines „Thoughtleaders“ misst sich an seiner Position in den online sozialen Medien. Dieser Vortrag zeigt die Mechanismen auf, die die Relevanz von Personen, Konzepten, Firmen, Institutionen, Industrien, und Tatsachen messen, indem Veränderungen identifiziert werden. Unser Team hat Algorithmen entwickelt, die Beeinflusser-Netze innerhalb eines sozialen oder wirtschaftlichen Ökosystems visualisieren und analysieren, um so die Verbreitung von guten und schlechten Ideen zu verfolgen. Im speziellen können so die Beeinflusser hinter Fake News erkannt werden. Der Einfluss der Beeinflusser wird gemessen, indem ihr soziales Netzwerk rekonstruiert wird, zum Beispiel auf Twitter. Versteckte Echokammern, die den Nährboden für Fake News bilden, werden ans Licht gebracht, indem deren Stammeszugehörigkeit mit Deep Learning durch Kombination der Muster auf Wikipedia und Twitter berechnet wird.

Über den Referenten

Peter Gloor ist Research Scientist am Center for Collective Intelligence des MIT (Boston) mit Forschungsschwerpunkt Schwarmintelligenz und kollaborative Innovationsnetzwerke. Er ist Honorarprofessor an der Universität Köln sowie an der Jilin University, Changchun, China. Vor 2002 war er in leitenden Positionen bei Deloitte Consulting, PricewaterhouseCoopers und der UBS tätig. Er promovierte in Informatik an der Universität Zürich und war Postdoc am MIT Laboratory for Computer Science. Seine beiden neuen Bücher „Swarm Leadership“ und „Sociometrics“ erschienen 2017 bei Emerald.


Podium 2019: Algorithmen

Den Rohstoff Daten gibt es schon lange und in Fülle. Bereits im Altertum erhob man Daten und fixierte sie in Keilschrift auf Tontafeln oder in Hieroglyphen auf Papyrus. Algorithmen gibt es ebenso lange. Schon die babylonischen Priester hielten nicht nur fest, wie viel Getreide sie erhalten hatten, sondern auch wie sie daraus schmackhaftes Bier brauten, und aus Ägypten sind Verfahren zur Lösung mathematischer Probleme überliefert. Über die Araber gelangte dieses Wissen im Mittelalter ins Abendland, und wer es dort anwendete, galt als Algorist. Heute gelten ihre Nachfahren, die Algorithmiker, gleichsam als Alchemisten unseres Jahrhunderts. Sie verarbeiten eine schiere Menge von digitalen Daten, die beliebig kopier- und transportierbar sind, zu Gold. Dazu verwenden sie bekannte, neue oder verbesserte Algorithmen; denn Algorithmen lassen sich entwickeln, verändern und kombinieren. Und wer den effizientesten Algorithmus besitzt, das heisst, wer für ein festgelegtes Problem mit begrenzter Rechenzeit eine Lösung findet, der hat am schnellsten reines Gold.

Wo sich überall Gold schürfen lässt, welche Algorithmen dabei zum Einsatz kommen und welche Folgen das haben kann: Davon handelt der diesjährige Interface-Zyklus.

Datum und Zeit

13.05.2019 17:15 - 18:30 iCal

Ort

Fachhochschule Nordwestschweiz
Gebäude 3, Aula (3.–111), Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch

Veranstalter

Hochschule für Technik

Kosten

Eintritt frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Programm Podium Interface

Jahresprogramm 2019

Diese Seite teilen: