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Myosotis-Garden

Myosotis-Garden – Digitale Unterhaltungsspiele für betagte Menschen und deren Angehörige.

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Welche Problemstellung wird bearbeitet?

Das System Myosotis unterstützt mittels einfacher Computerspiele die Kommunikation zwischen betagten Menschen und ihren Angehörigen. Persönliche Bilder und Töne aus dem Leben der Menschen werden in die Spiele eingebettet und regen so zum Erzählen und damit zu sozialer Interaktion an.

Myosotis wurde ursprünglich 2015 von Bettina Wegenast (Fabelfabrik GmbH) initiiert und gemeinsam mit Marco Soldati, im Rahmen der Informatikausbildung der FHNW, als Unterhaltungssystem aufgebaut. Seither wurden die entwickelten Spiele fortlaufend und in enger Zusammenarbeit mit betagten Menschen getestet und verbessert.

Im Projekt Myosotis-Garden werden basierend auf den bisherigen Praxiserfahrungen und gestützt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen weitere Spiele entwickelt und erforscht. Dabei liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Ästhetik der Spiele. Uns interessieren Fragen wie: Welchen Einfluss haben Ästhetik und Interaktion auf ein positives und nachhaltiges Spielerlebnis? Wie lässt sich dieses standardisiert erfassen? Gibt es verbindliche Designregeln für generationsübergreifende Computerspiele?

Welche Ergebnisse und Impacts sollen erreicht werden?

Software-Produkte für betagte Menschen genügen heute meistens funktionalen Anforderungen, vernachlässigen aber oft die ästhetische Komponente im Interface-Design. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Technik, Kunst, visuelle Gestaltung, Musik und Psychologie werden im Projekt dazu neue, zukunftsfähige Erkenntnisse erarbeitet. Ziel ist es, Menschen nicht nur kognitiv, sondern auch auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Damit fühlen sie sich ernst genommen. Das im Projekt gewonnene vertiefte Verständnis für den Zusammenhang zwischen Ästhetik, Design, Interaktion und Technologie im Zusammenhang mit einer alternden Gesellschaft trägt zum Kompetenzausbau in allen vier beteiligten Hochschulen bei und kann als Katalysator für zukünftige Arbeiten wirken. Aufgrund unserer Forschung können die Bedürfnisse der wachsenden Gruppe von betagten und hochbetagten Menschen besser abgedeckt werden.

Ziele
In drei Projektphasen werden zwischen 2018 und 2020 drei neue Spiele für betagte Menschen entwickelt. Dabei verfolgt jede Phase ein Hauptziel:

  • In der Aufbauphase (April – November 2018) wird ein bereits bekanntes Spielkonzept für die Zielgruppe angepasst. Der Hauptfokus liegt auf dem Verständnisaufbau des Teams für die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie dem Netzwerkausbau mit weiteren Praxispartnern.
  • In der Experimentalphase (Dezember 2018 – September 2019) wird anhand mehrerer Design- und Interaktionsvarianten eines Spiels der Einfluss verschiedener ästhetischer Parameter auf das Spielerlebnis explorativ erforscht und beschrieben. Nur eine der getesteten Varianten wird aber zu einem fertigen Spiel ausgearbeitet.
  • In der Forschungsphase (Oktober 2019 bis September 2020) stehen kontrollierte Studien im Zentrum, um den Einfluss der Ästhetik auf das Spielerlebnis wissenschaftlich bewerten zu können. Hierzu wird ein weiteres Spiel designt und implementiert.

Praxistransfer
Beim anschliessenden Transfer der Spiele in die Praxis werden die Spiele so aufbereitet, dass sie längerfristig für die breite Öffentlichkeit zum Beispiel in einem App-Store zur Verfügung stehen.

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Wodurch zeichnet sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Projekt aus?

Bereits die Frage, wie die Myosotis-Spiele zielführend gestaltet und genutzt werden können, ist disziplinär nicht sinnvoll zu spezifizieren und schon gar nicht zu beantworten. Hinzu kommt, dass das Entwickeln von Computerspielen per se ein interdisziplinäres Vorhaben ist. Technologie, Gestaltung, Design, Kunst, Musik und Psychologie profitieren wechselseitig voneinander und nur durch eine gute Zusammenarbeit kann ein optimales Resultat erreicht werden. Die Arbeit an einem gemeinsam zu entwickelnden Spiel regt alle Partner an, sich laufend auszutauschen, durch regelmässige Tests bei den Praxispartnern kommen zusätzliche Rückmeldungen von externen Personen hinzu.

Ansprechperson

Prof.
Prof. Dr. André Csillaghy Leiter Institut für Data Science FHNW Telefon : +41 56 202 76 85 E-Mail : andre.csillaghy@fhnw.ch
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