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OSPW 2.0

Open Signal Processing Workstation

Die Open Signal Processing Workstation (OSPW) 2.0 ist eine Open-Source-Plattform auf Linux-Basis, die für die Entwicklung von Audio-Algorithmen für die digitale Signalverarbeitung (DSP) hergestellt wurde. Die dazugehörigen Benutzeroberflächen (UIs) werden automatisch generiert. Da Audio-Interface und Computer-Hardware fast vollständig frei wählbar sind, kann das System leicht in jede Studioumgebung integriert werden. OSPW 2.0 besteht neben den notwendigen Hardwarekomponenten aus der grafischen Programmierumgebung Pure Data (Pd) für die Signalverarbeitung, sowie einem Webserver, der automatisch browserbasierte UIs für eine beliebige Anzahl von Remote-Clients generiert.

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OSPW Binaural Demo Application

OSPW 2.0 ist der Nachfolger von OSPW 1.0, einem Projekt mit ähnlicher Zielsetzung, das nie in Produktion ging 1. Die vielversprechenden Ergebnisse der OSPW 1.0 wurden analysiert und bewertet und anschliessend adaptiert und re-implementiert - ausschliesslich unter Verwendung von Open-Source-Technologien. In Anlehnung an einen der ersten erfolgreichen Musik-DSP-Server, die ISPW 2, wurde dieser Prototyp wie auch der Vorgänger auf den Namen OSPW getauft.

Im Gegensatz zu derzeit in professionellen Studio-, Rundfunk- oder Live-Sound-Umgebungen eingesetzter Hardware, die sich hauptsächlich auf Standard-Audio-Formate wie Stereo oder gängige Surround-Formate (5.1, 7.1, etc.) konzentriert, sind die für die OSPW entwickelten Algorithmen nicht an Standard-Kanalformate gebunden. Abhängig von der Soundkarte und der Leistungsfähigkeit der verwendeten Computerkomponenten können hoch skalierbare Mehrkanal-Anwendungen realisiert werden, wie z.B. Ambisonics, Wavefield-Synthese oder Multiuser-Binaural-Monitoring.

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OSPW Communication Scheme

OSPW ist eine einfach zu bedienende Open-Source-DSP-Plattform, die mit handelsüblichen Hardwarekomponenten gebaut werden kann. Die freie Wahl der Soundkarte (sofern sie ALSA-kompatibel ist) ermöglicht die Integration in jedes bestehende Audio-Netzwerk.

Durch die Verwendung von Pd als Audio-Backend kann die Signalverarbeitung sowohl in der Programmiersprache C als auch grafisch realisiert werden. Der grafische Zugriff ermöglicht auch Programmierern und Künstlern aus dem Bereich der Medientechnik einen einfachen Zugang zu dem System. Bereits vorhandene Pd-Objekte und Patches der grossen Pd-Entwickler-Community können ebenfalls genutzt werden.

 


[1] Stenschke, T. Resch, P. Glaettli, R. Riedl, C. Fiechter, “OSPW (Open Signal Processing Workstation) - Development of a Stand-Alone Open Platform for Signal-Processing in AV-Networks”, Audio Engineering Society Convention 142, 2017.


[2] Lindemann, M. Starkier, and F. Dechelle. “The IRCAM Musical Workstation: Hardware Overview and Signal Processing Features”, S. Arnold and G. Hair, eds. Proceedings of the 1990 International Computer Music Conference. San Francisco: International Computer Music Association, 1990. 

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