Enthüllung in Las Vegas
«AI Tails One», die smarte Katzen-Futterstation von Masterstudentin Angelica De Riggi, sorgte in Las Vegas für Aufsehen.
Wer an der Consumer Electronics Show CES («The Most Powerful Tech Event in the World») ausstellen will, braucht ein innovatives Produkt, das die Welt ins Staunen versetzt. Angelica De Riggi, Master-Studentin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, hat genau das. Das Produkt heisst «AI Tails One» und ist ein KI-basiertes System zur frühzeitigen Erkennung von Katzenkrankheiten und Schmerzen. Die intelligente Futterstation erfasst Daten zu Temperatur, Mimik, Fress- und Trinkverhalten und erkennt zuverlässig Abweichungen.
Die Idee zu AI-Tails One war ausgelöst durch eine persönliche Erfahrung: Den schmerzlichen Verlust ihrer eigenen Katze. Ihre Bachelor-Arbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW widmete sie 2021 einer Machbarkeitsanalyse. Darauf entwickelte De Riggi das Produkt zusammen mit einem Team aus mittlerweile sechs Personen zur marktfähigen Version. Parallel dazu wurden die erforderlichen Strukturen für Produktion und Vertrieb aufgebaut.
Im Januar 2026 in Las Vegas kam der grosse Auftritt. Die von Swisstech unterstützte Erstpräsentation der Futterstation an der CES war strategisch geplant. Vor dem offiziellen Messestart konnte De Riggi ihr Produkt beim Auftakt-Event CES Unveiled vorstellen, einem exklusiven Format für ausgewählte Influencer, Medienschaffende und Investor*innen. An der offiziellen Messe CES selbst war AI Tails One mit einem eigenen Stand im Rahmen der Swisstech-Präsenz vertreten.
Die Auftritte und Gespräche musste Angelica De Riggi vorerst allein stemmen. Zwei Teammitglieder waren wegen Schneefalls am Flughafen in Amsterdam gestrandet. «Es war streng und grossartig in einem», erzählt De Riggi. «AI Tails One wurde sehr positiv aufgenommen. Das Thema bewegt, egal, woher die Leute kommen.» Das Echo sei grösser, die Zustimmung stärker als sie es sich ausgemalt habe. Die ersten Bestellungen für die Futterstation sind eingegangen. Direkte Konkurrenz ist aktuell keine in Sicht. Trotz des Erfolgs bleibt De Riggi wachsam: «Haben wir die Bedürfnisse von Menschen mit Katzen wirklich verstanden? Diese Frage begleitet uns ständig. Beifall ändert daran nichts.»
Aus den Gesprächen habe das Team wertvolle Impulse mitgenommen. Stimmen aus den USA und Europa äusserten den Wunsch nach einem Futter- und Wasser-Dispenser, der selbstständig die richtige Tagesmenge dosiert und sich besonders für Situationen eignet, in denen Katzenhalter*innen mehrere Tage nicht zu Hause sind. Das hat das Team überzeugt. Künftig wird die Futterstation optional mit Dispenser angeboten.
«Es war streng und grossartig in einem.»
Eine Begegnung an der Messe führte zu einem weiteren Schritt: Im März startet das Team eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. Die Plattform bietet jeweils für eine begrenzte Zeit ausgewählten Produkten die Chance, Finanzierung durch die Crowd zu sichern. Für Angelica De Riggi geht es um mehr als Geld: «Wir sehen Kickstarter als Markttest und als Möglichkeit, eine engagierte Community aufzubauen.» Die Nähe zu den Endanwender*innen ist und bleibt entscheidend. «Man muss immer wieder raus aus der Bubble. Denn dort muss ein Produkt bestehen.»


