SRF-Beitrag zu Forschungsprojekt der FHNW mit Tabakkonzern
Das SRF berichtet heute auf mehreren Kanälen über den Einfluss der Tabakindustrie auf die Schweizer Hochschulen. In diesem Rahmen wird auch die Kooperation der FHNW mit Philipp Morris aufgeführt. Eine Einordnung.
SRF investigativ publiziert heute auf mehreren Kanälen Beiträge über den Einfluss der Tabakindustrie auf Schweizer Hochschulen. In diesem Rahmen wird auch die Kooperation der FHNW mit Philip Morris aufgeführt.
Die FHNW arbeitet seit Jahren an Lösungen mit dem Ziel Tierversuche zu reduzieren. Beim besagten und vor ein paar Jahren abgeschlossenen Forschungsprojekt der Hochschule für Life Sciences FHNW ging es um die Nutzung einer von Philipp Morris entwickelten In-Vitro-Technologieplattform, um Nieren- und Leberzellmodelle unter kontrollierten Laborbedingungen weiterzuentwickeln – und so Tierversuche weiter zu reduzieren.
Für die Kooperation mit Partnern massgeblich ist die Richtlinie zur wissenschaftlichen Integrität an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW (PDF). Auf Basis dieser Richtlinie wird ein Forschungsvorhaben hinsichtlich Fragestellung, Methodik, Nachvollziehbarkeit, Finanzierung, Einflussmöglichkeiten und Publikationsfreiheit geprüft. Drittmittelgeber und Kooperationspartner müssen in wissenschaftlichen Publikationen transparent ausgewiesen werden.
Die FHNW anerkennt das berechtigte Interesse an Transparenz bei der Forschung an öffentlich finanzierten Institutionen ausdrücklich. Gleichzeitig ist die FHNW an rechtliche Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen gebunden und kann diese nicht einseitig oder selektiv ausser Kraft setzen. So konnte die FHNW den im SRF-Beitrag besagte Vertrag zum beschriebenen Forschungsprojekt mit Philipp Morris, welcher einer Geheimhaltungsklausel unterliegt, aus rechtlichen Gründen nicht offenlegen.
Der aktuelle Fall zeigt, dass sich Erwartungen an Transparenz weiterentwickeln und dass bestehende Regelungen nicht in allen Punkten spannungsfrei sind. Die FHNW nimmt dies zum Anlass, ihre Praxis im Umgang mit Drittmittelkooperationen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dies mit dem Ziel, Transparenzansprüche der Öffentlichkeit, Integritätsanforderungen für Partner insbesondere aus gesellschaftlich sensiblen Branchen und die notwendige Rechtssicherheit gegenüber Forschungspartnern künftig noch besser und nachvollziehbarer miteinander in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund wird sich die Direktion an ihrer nächsten Sitzung mit ethischen Aspekten von Kooperationen befassen und prüfen, ob dazu Regelungen notwendig sind.
