Annet Schaap: Eliza und der Ruf der Schwäne

Eliza ist sich sicher: Ihre sieben Brüder sind noch am Leben, auch wenn alle das Gegenteil behaupten. Allen voran die neue, hinterhältige Frau ihres Vaters. Eliza verlässt das Anwesen ihres reichen Vaters und macht sich, zusammen mit ihrem kleinsten Bruder, auf die Suche nach den vermissten sieben Brüdern. Ohne Geld und verkleidet als Junge beginnt sie mit ihren Nachforschungen am Hafen. Sie ist überzeugt, dass sie ihre Brüder bei den gefährlichen weissen Klippen im Meer finden wird. Mit ihrem kleinen Bruder an der Hand schleicht sie sich heimlich auf ein Schiff. Die Reise ist voller Gefahren. Nicht nur Hunger, Durst und wilde Stürme bedrohen die Fahrt, rund um die weissen Klippen gefährdet auch ein uralter Fluch das Vorwärtskommen. Eliza ist tapfer und mutig und sie hat den eisernen Willen, ihre Brüder zu retten. Wie dieses lebensgefährliche Abenteuer endet, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Zu spannend ist die Lektüre der letzten Seiten.
Annet Schaap gehört zu den wichtigsten Autorinnen der Niederlande. Mit Elementen aus dem bekannten Märchen von Hans Christian Andersen hat sie einen mitreissenden, fantastischen Roman zu Papier gebracht. Eliza ist eine beeindruckende Protagonistin: Sie ist nicht nur überaus mutig und willensstark, sie vertraut auch ihrem Gespür und kümmert sich liebevoll um ihren kleinen Bruder. Ein modernes, faszinierendes Märchen für Lesende ab 12 Jahren. Das Buch eignet sich zum Vorlesen, es ist mit 464 Seiten allerdings recht umfangreich.
Annet Schaap: Eliza und der Ruf der Schwäne. Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart. Thienemann 2026. ISBN: 978-3-522-18877-7
Rezension: Maria Riss