Christian Linker: Fische sind scheisse

Till ist elf Jahre alt. Er ist weitgehend auf sich selbst gestellt, weil sein Vater suchtkrank ist und gar nichts mehr auf die Reihe bekommt. Es ist deshalb gut, dass ihm Flocke, sein heissgeliebter Hund, zur Seite steht. Aber dann fällt Tills Vater ins Koma und muss ins Krankenhaus. Niemand weiss für wie lange. Till kommt in ein Kinder- und sein Hund Flocke in ein Tierheim. Obwohl die Betreuenden seiner Wohngruppe sehr liebevoll und nett sind, ist Till verzweifelt. Die bunten Fische im Aquarium der Wohngruppe sind absolut kein Trost und schon gar kein Ersatz für seinen geliebten Hund. Sein Zimmergenosse Pawel versteht Tills Kummer und will ihm helfen. Die beiden finden heraus, dass der Hund an eine Familie vermittelt wurde. Till will unbedingt seinen Hund wieder an seiner Seite haben. Weil Flockes neue Familie die Sommerferien in Holland verbringt, hauen Till und Pawel ab. Sie wollen nach Holland und Flocke finden. Auf sehr abenteuerliche Weise reisen die beiden ans Meer und lernen sich auf dieser Fahrt sehr gut kennen. Noch nie hatte Till einen so guten und treuen Freund, das wird ihm mit jedem Tag bewusster. Ob die beiden mit ihrer Reise Erfolg haben, soll hier noch nicht verraten werden.
Christian Linker schreibt süffig, temporeich und spannend. Tills schmerzhafte Gefühle werden zwar erwähnt, sind aber nicht zentrales Element. Im Vordergrund stehen Themen wie Freundschaft, Loyalität und ein sehr grosses Abenteuer. Der Plot wird wohl die meisten Kinder begeistern. Und vielleicht vermag das Buch auch bestehende Vorurteile gegenüber Kinderheimen zu relativieren. Die Betreuenden in der Wohngruppe erlebt Till sehr positiv. Er fühlt sich dort sicher und ernst genommen. Er ist neben seiner Sehnsucht zu seinem Hund auch erleichtert, dass er den Alltag nicht mehr ganz alleine meistern muss und ihm jemand zur Seite steht. Das Buch eignet sich hervorragend zum Vorlesen. Für Kinder ab 11 Jahren. 256 Seiten.
Christian Linker: Fische sind scheisse. dtv 2026. ISBN: 978-3-423-76629-6
Rezension: Maria Riss