Wie lassen sich geteilte Velos und E-Bikes am besten mit Bus und Tram kombinieren? Das Projekt U-Two untersucht die direkte Verknüpfung von Sharing-Angeboten mit dem U-Abo und dem GA für die Region Basel. Ziel ist es, den öffentlichen Verkehr flexibel zu ergänzen und den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln im Alltag so einfach wie möglich zu gestalten.
Ausgangslage
Die Mobilitätsstrategie des Kantons Basel-Stadt setzt auf die Stärkung des öffentlichen Verkehrs (öV) durch ergänzende, kollektive Angebote. Ziel ist es, Lücken im System zu schliessen und durchgehende Wegketten von «Tür zu Tür» ohne eigenes Auto zu ermöglichen.
Bisherige Preisstrukturen mit Aufschliess- oder Mindestgebühren hemmen jedoch die kombinierte Nutzung von öV und geteilten Zweirädern. Da Sharing-Angebote meist nur gelegentlich genutzt werden, greifen klassische Abonnementsmodelle der Anbieter zu kurz. Digitalisierung und innovative Tarife bieten hier die Chance, die Verkehrsträger nahtlos miteinander zu vernetzen.
Projektziele
Das Projekt «U-Two» untersucht in einem ergebnisoffenen Feldversuch, wie geteilte Zweiräder (wie Velos und E-Trottinette) tariflich in den öV integriert werden können.
Die Hauptziele sind:
Hürden abbauen: Vergünstigte oder kostenfreie Nutzung geteilter Zweiräder in Kombination mit öV-Tickets (U-Abo, GA, Einzelbillette).
Wirkung analysieren: Untersuchung der verkehrlichen Effekte sowie von Nutzen und Kosten einer breiten Markteinführung.
Planungsgrundlagen schaffen: Erarbeitung der technischen, rechtlichen und planerischen Voraussetzungen für eine mögliche Umsetzung ab 2029.
Umsetzung
Das Projekt konzentriert sich auf die Agglomeration Basel, der Fokus liegt auf dem Gültigkeitsbereich des Umweltschutz-Abonnements (U-Abo) des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) und dem Einzugsgebiet der Sharing-Anbietenden. Es gibt zwei Feldversuche, in denen ausgewählte Teilnehmende verschiedene Tarifmodelle testen können:
Phase 1: Analyse von Nutzungsdaten, Prototyping und Testung von Tarifmodellen in Fokusgruppen. Anschliessend folgt ein Feldversuch bei dem rund 1'350 Inhaberinnen und Inhaber eines U-Abos oder GA unterschiedliche Tarifmodelle für Fahrten mit Tram, Bus, Zug und Leih-Fahrrädern testen. Dafür erhalten sie Gutscheincodes für Freiminuten, die sie bei den Leihvelo-Anbietern einlösen und für Fahrten nutzen können.
Phase 2: Beim zweiten Feldversuch können nochmals 1'100 Personen verschiedene Tarifmodelle testen – darunter nebst Abo-Inhabenden auch Personen, die den öffentlichen Verkehr ohne Abo nutzen. Sie können nebst Leih-Velos auch Leih-Trottinetts nutzen und diese über die BaselGo!-App buchen, die hierfür weiterentwickelt wird.
Mit «U-Two» wirdaufgezeit, wie eine Integration von Sharing-Angeboten in den öffentlichen Verkehr ausgestaltet und realisiert werden könnte, wie sie sich auf den Verkehr auswirkt, wie teuer sie ist und welche rechtlichen Rahmenbedingungen es hierfür braucht.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Verkehr und Mobilität
- Hochschule/Institut
- Institut Bauingenieurwesen
- Förderung
- Mobilitätsfonds des Kantons Basel-Stadt
Bundesamt für Verkehr - Laufzeit
- 1.1.2026 – 31.12.2027
- Leitung
- Prof. Dr. Alexander Erath (FHNW),
Luca Olivieri (Kanton BS) - Team
- Margaux Hauss (FHNW),
Sebastiano Papini (FHNW),
Michael Stiebe (HSLU)
Kontakt
Prof. Dr. Alex Erath
- Telefon
- +41 61 228 54 26
- alexander.erath@fhnw.ch
