Terresta bewirtschaftet ein umfangreiches Immobilienportfolio mit dem Ziel, faire Mieten, tiefe Jahreskosten und eine sozialverträgliche, klimabewusste Bestandsentwicklung sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund wurde untersucht, welche zukunftsorientierten Ansätze in der Bauwirtschaft nachhaltige Wohnbauprojekte effizient und effektiv fördern – sowohl in Bezug auf Prozesse/Projektabwicklungsmodelle als auch auf Konstruktion und Gebäudetechnik für Sanierung und Neubau.
Projektdetails
- Forschungsfeld
- Nachhaltig planen, bauen und betreiben
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW / Institut Nachhaltigkeit u.Energie am Bau

Die Analyse basiert auf zwei systematischen Bewertungsmatrizen, die gemeinsam mit Terresta definiert, durch das interdisziplinäre Team des Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau (INEB) FHNW fachlich ausgearbeitet und mittels Kurzinterviews mit externen Expert*innen validiert wurden. Bewertet wurden Lösungen vor allem mit Blick auf den typischen Bestand der 1950er- bis frühen 1970er-Jahre, unter Berücksichtigung technischer Robustheit, ökologischer Wirkung (THGE, Ressourcen), Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus sowie sozialer Umsetzbarkeit im bewohnten Zustand.
Als zentraler Trend in der Bauwirtschaft zeigt sich eine klare Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft und Materialzirkularität. Neben den Betriebsemissionen rücken graue Treibhausgasemissionen, Rohstoffverbrauch, Abfallvermeidung und langfristige Nutzbarkeit von Gebäuden in den Fokus. Dies bedeutet Investitionsentscheide verstärkt auf Lebenszykluskosten und -emissionen sowie auf Nutzungsflexibilität, Rückbau- und Reparaturfähigkeit auszurichten.
Bei den Projektabwicklungsmodellen zeigt sich, dass klassische Modelle (Einzelleistungsträger, GU/TU) zwar weiterhin ihre Berechtigung haben, jedoch insbesondere bei Sanierungen im bewohnten Zustand und bei hohen Nachhaltigkeitszielen an Grenzen stossen. Modelle mit früher Einbindung der Ausführenden – insbesondere Bauteam und Projektallianz/IPD – bieten grosses Potenzial: Sie ermöglichen realistischere Planungen, belastbarere Kosten, kürzere Bauzeiten und eine bessere Integration von Nachhaltigkeits-, Betriebs- und Zirkularitätsaspekten. Serielle Sanierung und Sanierungssprints ebenso wie modulares und vorgefertigtes Bauen können in spezifischen Situationen sinnvoll sein, erfordern jedoch sorgfältige Prüfung von Wirtschaftlichkeit, Gebäudestruktur und Materialeinsatz.
In Bezug auf Konstruktion und Gebäudetechnik bestätigt der Bericht die Notwendigkeit einer systemischen Betrachtung: Gebäudehülle, Wärmeverteilung, Wärmeerzeugung, Lüftung/Kühlung und Stromerzeugung sind eng miteinander verknüpft. Für den Bestand empfehlen sich robuste, langlebige und unterhaltsarme Lösungen mit moderater Eingriffstiefe, wie gezielte Dämmmassnahmen (Dach, Kellerdecke, Fassade), der Umstieg auf erneuerbare Wärmeerzeugung (insbesondere Wärmepumpen, wo sinnvoll), Low-Tech-Lüftungskonzepte sowie der konsequente Ausbau der Photovoltaik. Neubauten sollten auf flexible, anpassungsfähige Strukturen, regenerative Materialien und eine gute Rückbaubarkeit ausgerichtet werden.
Als übergeordnete Leitprinzipien lassen sich festhalten: kaskadiertes Vorgehen (zuerst Betriebsoptimierung, dann bauliche Massnahmen), Fokus auf wirksame Hebel statt Maximallösungen (erneuerbare statt fossiler Energieträger), frühe strukturelle Entscheidungen zur Zukunftsfähigkeit (Wohnungsmix), sozialverträgliche Umsetzung sowie frühe Integration der Ausführenden. Auf dieser Basis wird empfohlen, gebäudetypenspezifische Sanierungsfahrpläne zu entwickeln, um Massnahmen im Portfolio gezielt, effizient und langfristig wirksam umzusetzen.
Eckdaten des Projekts
Zukunftsfeld | Zero Emission |
Finanzierung | Terresta Immobilien- und Verwaltungs AG |
Projektleitung | |
Projektmitarbeitende | Daniel Kellenberger, Roger Blaser Zürcher, Natasa Vulic, Caroline Hoffmann, Christoph Sibold, Christoph Messmer, Gregor Steinke, Julian Mönig |
Laufzeit | Nov 2025 – Dez 2025 |
Kontakt
Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz
