Gesundheit und Motivation in der Freiwilligenarbeit
Eine Organisation kann ihre Freiwilligen auf vielerlei Weise in der Burnoutprävention unterstützen. Frau Marmaković erklärt welche Risiken es gibt und warum Fürsorgepflicht und ein gutes Management wichtig sind.
Frau Marmaković, diverse Umfragen und Studien zeigen, dass sich Freiwilligenarbeit positiv auf die psychische Gesundheit auswirkt. Wann aber kann sie zur Belastung werden?
Freiwilligenarbeit wird zur Belastung, wenn der Einsatz langfristig die eigenen Ressourcen übersteigt, wenn persönliche Bedürfnisse vernachlässigt werden und wenn Belastungen oder Emotionen weder in der Organisation noch privat besprochen werden. Aus diesem Grund ist es als Organisation, die mit Freiwilligen arbeitet, wichtig, die Fürsorgepflicht wahrzunehmen und Strukturen aufzubauen, die Freiwillige langfristig binden und gesund halten.
Welches sind «typische» Burnout-Risiken im Kontext der Freiwilligenarbeit?
Typische Risiken sind überhöhte Erwartungen an sich selbst, das Gefühl, unersetzlich zu sein, fehlende Wertschätzung oder unerreichbare Ziele, das Vernachlässigen eigener Bedürfnisse, emotionale Belastungen durch die Arbeit und mangelnde Abgrenzung.
Wie kann eine Einsatzorganisation dazu beitragen, dass es ihren Freiwilligen gut geht?
Eine Organisation kann ihre Freiwilligen auf vielerlei Weise unterstützen. Zum Beispiel indem sie auf eine ausgewogene Arbeitsbelastung achtet, Freiwillige anerkennt und wertschätzt, sowie ein sicheres Umfeld für offene Gespräche schafft. Wie diese und weitere Massnahmen in der Praxis ressourcenschonend umgesetzt werden können, wird im Kurs besprochen und individuell erarbeitet.
Warum ist Burnout-(Prävention) ein Thema, das auch Freiwilligen-Koordinator:innen selbst betreffen kann?
Koordinator:innen tragen viel Verantwortung, engagieren sich oft überdurchschnittlich und sind emotional stark eingebunden. Gute Koordinator:innen sind zugänglich für ihre Freiwilligen und dadurch sowohl mit den Herausforderungen der Klient:innen als auch der Freiwilligen konfrontiert. Zusätzlich sind sie oft alleine in dieser Position oder haben ein hohes Verantwortungsbewusstsein, wodurch es zu einer höheren Gefährdung kommt.


