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«Sprechen Sie digital?»

Das Wirtschaftsforum 2020 der Fachhochschule Nordwestschweiz untersuchte die Herausforderungen, Chancen und Gefahren der digitalen Stakeholder-Kommunikation.

Zu den Erkenntnissen des turbulenten Jahres 2020 gehört, dass die Corona-Pandemie zum unfreiwilligen Treiber der Digitalisierung geworden ist. Auch Unternehmen, die in ihrer Arbeitskultur und im Geschäftsmodell in klassischen Strukturen operierten, mussten sich innert kürzester Zeit neu orientieren. Gerade KMU sind mit der grossen Herausforderung konfrontiert, dass sie nicht alle Massnahmen umsetzen können.

Dieser komplexen Problematik widmete sich das Wirtschaftsforum der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW am 2. September in Olten.

Moderiert von Wasiliki Goutziomitros teilten zwei digital-affine Macherinnen ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung, die sie nicht erst seit Corona kennen.

Digitalisierung seit 1988

Anita Stebler, Mitglied der Geschäftsleitung der Kehrer Stebler AG, verfolgt schon seit langem einen konsequenten Digitalisierungskurs. Auf die Frage «Seit wann digitalisierst du eigentlich?» kann sie antworten: «Seit 1988.»

Während auf der Business-Seite das Internet of Things die Innovationen beim Marktführer im Briefkastenbau bestimmt, fördert die Digitalisierung intern insbesondere die Kommunikation und die Team- und Zusammenarbeit. Die IT-Tools sind dabei Mittel zum Zweck, im Zentrum stehen die Nutzer und der Nutzen der neuen Technologien.

Stebler thematisierte auch die potentiellen Stolperfallen für KMU in der Digitalisierung. So ist das Angebot an Tools mittlerweile gross und unübersichtlich geworden. Steblers Tipp: «Lassen Sie sich nicht zu schnell auf eine Lösung ein!» Vor der Einführung neuer Systeme, etwa einer Cloud-Umgebung, müssen die vorliegenden Optionen sorgfältig überprüft und verglichen werden, bevor eine Entscheidung gefällt werden kann.

Um die neuen Technologien bei den Mitarbeitenden zu etablieren, können niederschwellige Ansätze helfen. In Steblers Beispiel war das ein Touchscreen, um das Intranet den Angestellten im Produktionsbetrieb zur Verfügung zu stellen, die während der Arbeit keinen regelmässigen Zugang zu einem Computer haben.

Digital und analog in der Rekrutierung

In der zweiten Keynote ging Sonja Auf der Maur, Bereichspersonalleiterin und Lead Talent Akquisition am Kinderspital Zürich, auf die Herausforderungen und Potentiale der Digitalisierung im in der Rekrutierung von Mitarbeitenden ein. Sie gab den Anwesenden konkrete Tipps mit auf den Weg, wie sich KMU in diesem Bereich positionieren können.

Neben den offensichtlichen Massnahmen, wie Unternehmen sich modern und Mobile-optimiert im Internet präsentieren, gehört zu modernem Recruiting auch, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu erkennen und entsprechende Angebote zu entwickeln. So hat das Kinderspital Zürich einen niederschwelligen Bewerbungsprozess für Pflegefachkräfte entwickelt. Die Möglichkeit, eine Initiativbewerbung zunächst ohne Lebenslauf, Motivationsschreiben und Zeugnisse einzureichen, hat sich bewährt und wird regelmässig genutzt.

Zur Zielgruppenorientierung im digitalen Zeitalter gehört aber auch, die «analogen» Möglichkeiten nicht aus den Auge zu verlieren. Richtig eingesetzt haben auch Flyeraktionen ihre Berechtigung – wenn sie denn zielgruppenorientiert eingesetzt werden. Dank dem geschickten Einsatz der passenden Kanäle kann das Kinderspital Zürich auf die Dienste externer Personalvermittler verzichten.

In den Breakout Sessions zwischen den Keynotes konnten die rund 65 Gäste des Wirtschaftsforums vom Wissen der Fachleute der Hochschule für Wirtschaft profitieren. Anhand von aktuellen Fallstudien von verschiedenen Unternehmen konnten sie sich von Digitalisierungsstrategien aus den Bereichen Marketing Automation, Kommunikation und Führung inspirieren lassen.

Das nächste Wirtschaftsforum findet am 1. September 2021 in Olten statt.

Weitere Informationen

Webseite Wirtschaftsforum

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