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26.2.2021 | Hochschule für Wirtschaft

Warum sich mit China einlassen?

Die Kritik an China hat deutlich zugenommen: Einhaltung von Menschenrechten, unlauterer Wettbewerb und politische Einmischung. So sehen sich Hochschulen mit immer komplexer werdenden Fragen bei internationalen Kooperationsprojekten mit China konfrontiert.

Herausforderungen bestehen insbesondere im Zusammenhang mit den unterschiedlichen politischen Systemen, bei Menschenrechtsfragen und im sicherheitspolitischen Bereich. Die stärkere Polarisierung zwischen den Grossmächten ist herausfordernd. In Zukunft dürften sich häufiger Interessenkonflikte ergeben, da sich gerade im multilateralen Bereich die unterschiedlichen Wertesysteme stärker akzentuieren. Der Bedarf an strategischer Koordination auf Schweizer Seite … nimmt zu. (EDA-Aussenpolitische Strategie 2020-2023)

China zu ignorieren hiesse für die Hochschule für Wirtschaft FHNW, ihrer Verantwortung als international ausgerichtete Institution nicht gerecht zu werden und stünde in direktem Widerspruch zur Mission, "innovative und verantwortungsbewusste Führungskräfte für eine vernetzte und dynamische Welt” auszubilden. Wenn Studierende und Partner keine Einblicke in China, dessen Rolle im globalen Handel, Politik und Aktivitäten haben, können sie den internationalen Kontext nicht verstehen, in dem so viele Schweizer Unternehmen agieren müssen.Gleichzeitig wäre es aber blauäugig, die Herausforderungen in China zu ignorieren.

Wachsende Kritik an der Volksrepublik und der Kommunistischen Partei Chinas

Zahlreiche Entwicklungen in China stellen westliche, liberale Prinzipien in Frage, darunter die Achtung der individuellen Rechte, demokratischer Institutionen nach westlichem Vorbild und die Meinungsfreiheit. Obwohl China selbst unter westlich-liberalen Staaten bei weitem nicht der einzige Staat ist, der in solche Rechte eingreift, reicht ein relativistisches Argument nicht aus. Vielmehr brauchen wir gerade wegen dieser umstrittenen Politik ein grösseres Verständnis für das Land. Studierende und Stakeholder müssen in der Lage sein, Entwicklungen zu beurteilen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die auf Einsicht und nicht nur auf polarisierter Polemik basieren.

Rolle des FHNW China Centre

Das FHNW China Centre beteiligt sich aktiv an den Debatten auf nationaler und regionaler Ebene, in denen es um die künftige Entwicklung der schweizerisch-chinesischen Wissenschaftsbeziehungen geht. Es stellt sicher, dass die Hochschule für Wirtschaft und die FHNW in den wichtigsten politischen Gremien und Foren vertreten sind. Der Beirat mit Vertreter/-innen aus den vier Träger-Kantonen, der Industrie und der Politik (einschliesslich des Eidgenössischen Verteidigungsministeriums) gewährleistet den Dialog mit den wichtigsten Stakeholdern.

Das FHNW China Centre agiert auch im Stillen hinter den Kulissen, um unsere Partner zu unterstützen. Beispiel 1: Als eine Austauschstudentin der FHNW School of Business 2019 in die Demonstrationen in Hongkong verwickelt wurde, konnte das China Centre in Zusammenarbeit mit dem International Office täglich Updates zu der Situation liefern und konkrete Hilfestellungen leisten.
Beispiel 2: Als ein internationales Schweizer HighTech KMU Beratung für eine China-Strategie suchte, lieferte das China Centre einen detaillierten Situationsbericht und eine erste Due-Diligence-Prüfung potenzieller lokaler Geschäftspartner. Eigentumsverhältnisse zwischen lokalen Unternehmen und von der Volksbefreiungsarmee kontrollierten Organisationen wurden aufgedeckt. So konnte das Schweizer Unternehmen potenzielle Chancen, ethische Fragen und Risiken beurteilen.

Bedarf an Fachwissen

Unsere Welt ist zunehmend volatil, komplex und unsicher. Das macht es für eine ambitionierte Institution wie der Hochschule für Wirtschaft FHNW, die führend im internationalen Austausch sein möchte, besonders wichtig, über ein wachsendes Wissen zu verfügen. Und ausserdem in der Lage zu sein, dieses Wissen zur Unterstützung des Managements, der Innovation und der Bildungsaktivitäten ihrer Partner einzusetzen.

Die Aktivitäten des China Center FHNW

  • KMU Leitfaden China: Jährliche Publikation von Fallstudien zum China-Engagement von Schweizer KMU mit Handlungsempfehlungen für Schweizer Wirtschaftsakteure.
  • Swiss China Update Forum: Jährlicher Networking-Event für Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit mit aktuellen Fakten zu China, praktischen Einblicken von Experten und der Möglichkeit zum Austausch.
  • Online-Roundtable "China aktuell und konkret": Online-Diskussionsreihe, bei der ausgewählte Expert/-innen in einem geschlossenen Kleingruppenformat in aktuelle Themen eintauchen - sechsmal pro Jahr.
  • Swiss Innovation Center Shenzhen: Das gemeinsam von der FHNW und der BFH geführte Zentrum unterstützt öffentlich finanzierte Schweizer Fachhochschulen dabei, in Shenzhen mit Partnern aus Industrie und Bildung kommerzielle und pädagogische Innovationsprojekte zu entwickeln.

Das FHNW China Centre verschafft Partnern der FHNW und der breiteren Gemeinschaft Zugang zu Expertenwissen, um China besser zu verstehen, Entwicklungen, Chancen und Risiken zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Weitere Informationen: China-Engagement der Hochschule für Wirtschaft FHNW (PDF)


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