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06.07.2018 | Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Soziale Arbeit und Gesundheit

8. Fachtagung Klinische Sozialarbeit

Welches sind aktuelle Konzepte der Klinischen Sozialarbeit? Wie kann man diese weiterentwickeln und in der Praxis anwenden? An der Tagung vom 14. und 15. Juni 2018 diskutierten Fachpersonen aus der Praxis und Forschung unter anderem über diese Fragen und setzten neue Impulse.

Bild der Tagung Klinische Sozialarbeit. Sonnenuntergang in der Wüste. (©stock.com/cinoby)

An der Tagung nahmen mehr als 220 Vertretende von Praxisorganisationen, Hochschulen und Studierende teil. Das entspricht einer Zunahme um etwa 30 Prozent im Vergleich zur 5. Durchführung in Olten im Jahre 2013.

Thematisch standen die Konzepte der Sozialtherapie, Beratung und Case Management in einer vergleichenden Sicht zur Diskussion. Dabei wurden unter anderem folgende Fragen aufgeworfen: Was könnten aktuelle und übergreifende Konzeptionen sein? Wie ist der Stand der Wirkungsforschung und Evaluation im Feld der Klinischen Sozialarbeit? Wie können standardisierbare und nicht standardisierbare Anteile innerhalb der Klinischen Sozialarbeit unterschieden werden?

Inputs zur Beantwortung dieser Fragen erhielten die Teilnehmenden in fünf Hauptvorträgen:

  • Peter Sommerfeld, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, eröffnete die Tagung mit einem Beitrag zur «Methodologie Klinischer Sozialarbeit. Auf dem Weg zu einer konsolidierten Wissensbasis».
  • Christine Kröger von der Hochschule Coburg zeigte, wie im Anwendungsfeld der Psychiatrie sozialtherapeutisch gearbeitet werden könnte.
  • Sonja Hug, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, stellte Anspruch und Wirklichkeit des Case Managements zur Diskussion. Dabei zeigte sie das Spannungsfeld auf, welches sich einerseits ergibt zwischen einem sehr gut fundierten Konzept und andererseits dessen Umsetzung in verschiedenen Praxen, welche mitunter die Methodik instrumentalisieren.
  • Ein weiteres, ebenfalls übergreifendes Konzept, wurde von Dieter Röh, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, vorgestellt mit konzeptionellen Überlegungen zur Sozialtherapie.
  • Der letzte Hauptvortrag von Silke Gahleitner, Alice Salomon Hochschule Berlin, postulierte Soziale Arbeit als Beziehungsprofession.

Neue Wege in der Ausbildung zur Sozialtherapie

Das Tagungsprogramm wurde ergänzt durch Beiträge aus Forschung, anwendungsorientierter Forschung und Praxis. Zur Diskussion stand unter anderem die Frage, wie sich die Profession der Klinischen Sozialarbeit weiterentwickeln wird. Dieter Röh postulierte hierbei eine Perspektive, welche sich curricular an der Struktur der Psychotherapie orientiert. Der Abschluss Sozialtherapie wird hiernach in zwei Stufen erreicht: Zuerst erfolgt ein Masterabschluss in Klinischer Sozialarbeit. Im Anschluss kann eine Fachausbildung in Sozialtherapie erworben werden.

Sozialtherapie wird klar von Psychotherapie differenziert. Sie ist die Behandlungsform der Klinischen Sozialarbeit und setzt sich zum Ziel, einerseits die Personen in ihren Lebensführungssystemen zu stärken und zu befähigen, beachtet aber andererseits auch in besonderer Weise die sozialen Verhältnisse, Bedingungen und Restriktionen der sozialen Situation.

Wie sieht die Zukunft der Klinischen Sozialarbeit aus?

Die Tagung legte besonderen Wert auf die Nachwuchsförderung und besetze die Schlussdiskussion ausschliesslich mit der Generation, welche künftig das Profil der Klinischen Sozialarbeit schärfen wird: Neun Masterstudierende der Klinischen Sozialarbeit aus den Partnerhochschulen Coburg und Berlin sowie Aachen und Olten diskutierten am Round Table unter der Leitung von Felix Wettstein, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, welche Spuren, die an der Tagung gelegt wurden, die Zukunft der Klinischen Sozialarbeit prägen werden: Sozialtherapie, Beratung, Case Management oder allenfalls auch ein viertes, noch zu entwickelndes zentrales Konzept?

Insgesamt wurde die 8. Fachtagung Klinische Sozialarbeit durch die vielfältigen Beiträge aus der Wissenschaft und Praxis gestärkt und ist somit ein bedeutender Meilenstein in einer dynamischen Entwicklung der Klinischen Sozialarbeit im internationalen, deutschsprachigen Raum. Von der Eröffnung bis zum Abschluss war die Tagung geprägt von einem offenen und interaktiven Austausch. Die inspirierende Atmosphäre erlaubte den Teilnehmenden und Referierenden, sich untereinander zu vernetzten und inhaltlich neue Impulse zu setzen.

Kooperationen und Sponsoring

Die beiden Kooperationspartner Alice Salomon Hochschule Berlin und die Hochschule Coburg waren mit einer grossen Anzahl Studierender und Lehrender vertreten. Der Schweizerische Fachverband für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen sages stellte seine Arbeit vor und vernetzte sich mit Praxis und Hochschule. Der Schweizerische Nationalfonds hat die Veranstaltung mit einem Beitrag gefördert.

Tagungsbeiträge online und Infos zur nächsten Tagung

Beiträge und Präsentationen der Tagung Klinische Sozialarbeit 2018, Olten

Die Tagungsreihe wird am 17. und 18. Mai 2019 an der Fachhochschule Kiel fortgesetzt.

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