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03.08.2021 | Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Integration und Partizipation

Wie sieht das Alter(n) zukünftig aus?

An der digital durchgeführten Veranstaltung «Ageing & Living in Place» vom 25. März 2021 erhielten 69 Teilnehmende Einblicke in aktuelle Forschungs- und Praxisprojekte zum Thema.

Bild zur Tagung Ageing and Living in place (©Jupiterimages/iStockGettyImages)

Die Mitarbeitenden der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW zeigten die Vielgestaltigkeit der Lebensumstände, Bedürfnisse und Voraussetzungen für ein gutes und gelingendes Leben im Alter auf:

  • Riccardo Pardini und Carlo Knöpfel arbeiteten in ihrem Beitrag die Konturen der Betreuung als eigenständige Form der alltäglichen Unterstützung neben den sozialstaatlichen Hilfen und der Pflege heraus. Sie schlossen mit der Forderung nach einer sozialrechtlichen Anerkennung der Betreuung, um in der Zukunft weiteren sozialen Ungleichheiten im Ruhestand wirksam begegnen zu können.
  • Alexander Seifert zeigte anhand der Ergebnisse aus verschiedenen Umfragen, wie unterschiedlich sich die Covid-Pandemie, aber auch die ergriffenen Schutzmassnahmen auf das Wohlbefinden älterer Menschen in der Schweiz auswirken. Er machte deutlich, welche Gruppen älterer Menschen daher der verstärkten Aufmerksamkeit Sozialer Arbeit bedürfen.
  • Christoph Imhof illustrierte die Befürchtungen und Erwartungen von Menschen mit HIV bezüglich der Wohnvorstellungen im Alter anhand eines Ausschnittes aus einem Film. Dieser richtet sich insbesondere an Studierende und Fachpersonen in der Sozialen Arbeit sowie angehende und praktizierende Pflegekräfte.
  • Auf der Basis der Zwischenergebnisse aus einer aktuell durchgeführten Studie vermittelte Simone Girard einen Überblick, mit welchen besonderen Herausforderungen und Barrieren zuhause lebende gehörlose ältere Personen vor allem in der Kommunikation mit Institutionen und Fachpersonen konfrontiert sind.
  • Carlo Fabian beschäftigte sich mit der Rolle von Altersstereotypen und Altersbildern und deren Rolle für den Ausschluss von älteren Menschen von gesellschaftlicher Teilhalbe und partizipativen Prozessen – ein Umstand, der negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat.
  • Was «unterm Strich» für ältere Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen nach Abzug der selbstgetragenen Kosten für Betreuung und Pflege in dem komplexen Geflecht aus Prämienstrukturen, sozial- und steuerrechtlichen Regelungen finanziell übrigbleibt – und wie sehr dies vom jeweiligen Wohnkanton abhängig ist –, konnte Nora Meuli eindrücklich aufzeigen.
  • Der Focus von Sibylle Niderösts Präsentation zu den Lebenslagen älterer Menschen richtete sich auf die vier Trägerkantone der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Anhand der Daten aus dem Alters-Survey Nordwestschweiz konnte sie zeigen, dass sich hinsichtlich instrumenteller und emotionaler Unterstützung, sozialer Integration sowie der Möglichkeiten der Selbstverwirklichung ein durchaus beträchtlicher Anteil der älteren Befragten in einer eher unvorteilhaften Lebenslage befindet.
  • Alexander Seifert gab einen Überblick über die Ergebnisse der von der FHNW durchgeführten schweizweiten Umfrage Swiss Survey 65+ zur Ressourcenausstattung von Haushalten älterer Menschen und deren Rolle für die selbständige Lebensführung.
  • Abschliessend stellte Rainer Roth den für die interessierte Öffentlichkeit zugänglichen Alters-Atlas vor. In diesem sind unter anderem die Daten aus dem Swiss Survey 65+ visualisiert.

Fazit

Die Tagung zeigte die unterschiedlichen Lebenslagen und Ressourcenausstattungen älterer Menschen, aber auch die Vielfalt der Zukunftsvorstellungen des Alter(n)s und die unterschiedlichen Herausforderungen auf, mit denen Institutionen, Fachpersonen und nicht zuletzt die älteren Menschen selbst konfrontiert sind. Sie verwies auch auf die Möglichkeiten, die sich mit praxisorientierter Forschung und forschungsbasierter Praxis eröffnen, dem Ideal des ‘guten’ und ‚gelingenden‘ Lebens und Wohnens im Alter näherzukommen.
Die Präsentationen der Tagung stehen auf der Webseite zum Download bereit.

Aktuelle Onlinebefragung zum Weiterbildungsangebot

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW möchte den Bedarf an Weiterbildungsangeboten im Bereich «Gerontologie»/«Soziale Arbeit mit älteren Menschen»/«Altersarbeit» in der Deutschschweiz erheben. Alle Interessierten Personen sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

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