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Anhaltende Trauer mit Hilfe einer Online-Plattform bewältigen

Wenn ältere Personen ihren Partner oder ihre Partnerin verlieren, entsteht bei vielen eine anhaltende Trauer, die mit psychischen und physischen Problemen einhergeht. Um sie bei der Verarbeitung ihrer Trauer zu unterstützen, entwickeln Forschende aus den Niederlanden, Portugal und der Schweiz gemeinsam die digitale Trauerbegleitungsplattform LEAVES.

Zwei leere Sitzbänke in einem Park

Der Verlust des Partners oder der Partnerin ist ein einschneidendes Erlebnis. Während die meisten Personen diesen Verlust verarbeiten und nach einer gewissen Zeit zu einem normalen Leben zurückkehren, ist ein erheblicher Anteil an älteren Verwitweten dazu nicht in der Lage. Es entsteht eine anhaltende Trauerreaktion. Ein Zustand, bei dem Trauersymptome länger als sechs Monate nach dem Verlust noch bestehen und mit dem viele psychische und physische Probleme einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel schlechter Schlaf, Herz-Kreislauf-Probleme, Depressionen, Einsamkeit und Suizidgedanken. Um anhaltende Trauer vorzubeugen oder sie zu behandeln, entwickeln Forschende aus den Niederlanden, Portugal und der Schweiz gemeinsam das Online-Trauerprogramm LEAVES.

Kombination von Online-Selbsthilfeprogramm und persönlicher Beratung

LEAVES ist ein digitaler Trauerbegleitungsdienst, der ältere Verwitwete bei der Bewältigung anhaltender Trauer unterstützt. Der Dienst soll das Auftreten psychischer Probleme frühzeitig erkennen und vorbeugen, bei der Verarbeitung des Verlusts helfen und wenn nötig auch komplizierte Trauerreaktionen oder depressive Entwicklungen behandeln. Dazu wird eine Kombination aus einem geleiteten Online-Selbsthilfeprogramm und wenn nötig telefonischer sowie persönlicher Beratung durch Psychologinnen und Psychologen genutzt (blended counseling). Zudem wird LEAVES auch die Familie und informell Helfende bei der Bewältigung ihrer Belastungen unterstützen.

Die nächsten Entwicklungsschritte im Projekt

Im ersten Teil des Projekts wird ein Servicemodell für den LEAVES-Dienst entwickelt. Dieses erklärt, wie die Verwitweten den Dienst nutzen können und was die Rollen der fachlichen Betreuungspersonen sein werden. Das Modell wird in einem multidisziplinären Team, zusammen mit Verwitweten, Fachpersonen und informell Helfenden erarbeitet.

Für das Selbsthilfeprogramm wird ein virtueller Begleiter, ein personalisierter Avatar, entwickelt, der durch das Selbsthilfe-Programm führt. Zudem wird ein System entwickelt, das es erlaubt, gefühlsmässige Veränderungen bei den Verwitweten über die Zeit zu beobachten. Dies ermöglicht es, dass eine psychotherapeutisch ausgebildete Fachperson Teilnehmende bei Krisen besser unterstützen und ihnen wenn nötig helfen kann, eine längerfristige Beratung oder Psychotherapie zu finden.

Online-Plattform soll für verschiedene Länder adaptierbar sein

Die aus dem Projekt resultierende Technologie wird in den Niederlanden, in der Schweiz und in Portugal eingeführt und auf ihre klinische Wirkung sowie ihre Benutzerfreundlichkeit getestet. Ziel ist es, bis zum Ende des Projekts ein marktfähiges Produkt fertig zu stellen, das in den folgenden Jahren um weitere Personalisierungsmöglichkeiten ergänzt wird.

Zur Webseite des Projekts www.leaves-project.eu

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