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13.01.2021 | Hochschule für Wirtschaft

Die Schweizer Unternehmerlandschaft wird weiblicher

Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW untersuchte, wer die neuen Selbständigen in der Schweiz sind und analysierte ihre Motive und Herausforderungen, sowie den Erfolg und die Zukunftsaussichten. Die Daten stammen aus einer Umfrage unter neuen Unternehmen, die zwischen 2014 und 2019 gegründet wurden.

Die durchschnittliche Gründungsperson in der Schweiz ist männlich, 40.4 Jahre alt, kinderlos, verfügt über einen Hochschulabschluss, über rund 22 Jahre Berufs- und etwas Führungserfahrung. Seit der ersten Untersuchung vor 20 Jahren hat sich der Frauenanteil an den Gründungspersonen ziemlich genau verdoppelt und beträgt nun 31.6 Prozent. Ebenfalls massiv zugenommen hat der Anteil der Gründungspersonen mit einem akademischen Hintergrund. Inzwischen verfügt jede/r zweite Gründer/-in über einen Bachelor-, Master- oder Doktortitel. Vor 20 Jahren war es noch jede/r Dritte. 

Bei den Motiven zum Schritt in die Selbständigkeit stehen Faktoren wie Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und die Umsetzung eigener Ideen klar an der Spitze. Ebenfalls als sehr wichtig wird die Ausübung einer sinnstiftenden Tätigkeit bewertet. Weit weniger wichtig sind die Fortführung der Familientradition, die Aussicht auf ein höheres Einkommen, Macht oder Prestige. Die Motive zur Selbständigkeit haben sich in den letzten 20 Jahren nur sehr wenig verändert.

Die neuen Unternehmen sind klein und wachsen weniger stark als noch vor 10 oder 20 Jahren. Das durchschnittliche Start-Up hat bei der Gründung keine und nach 3.5 Jahren auch erst ein bis zwei Angestellte. Drei Viertel der neuen Selbständigen haben zu Beginn weniger als 50 000 Franken investieren müssen (vor 20 Jahren musste fast die Hälfte bereits beim Start mehr als 50 000 Franken investieren). In den letzten 20 Jahren wurde es – finanziell gesehen – immer einfacher und günstiger, eine Unternehmung zu gründen. 

Die wichtigsten Bezugspersonen im Aufbau und bei der Führung des Unternehmens sind Familie, Verwandte und Bekannte und das frühere geschäftliche Umfeld. Staatliche Stellen wie Wirtschaftsförderungen werden von den wenigsten Gründer/-innen in Anspruch genommen, weder bei der Vorbereitung der Gründung noch bei auftretenden Schwierigkeiten.

Insgesamt sind die Gründungspersonen mit ihrer Selbständigkeit äusserst zufrieden. Die neuen Selbständigen sehen sich als sehr erfolgreich, haben positive Zukunftsaussichten und sind finanziell gut aufgestellt. Ebenfalls bewerten sie ihre Entwicklungsperspektiven als sehr gut, vor allem in Bezug auf Umsatz und Gewinn.

«Die Studie zeigt, dass die neuen Selbständigen erfolgreich sind und zufriedener als im Angestelltenverhältnis, obwohl sie im Durchschnitt mehr arbeiten und weniger verdienen», sagt Prof. Dr. Rolf Meyer, der Mitautor der Studie.

Aus den gewonnenen Daten werden im Verlaufe des Jahres weitere Forschungsberichte veröffentlicht, etwa zu Female Entrepreneurship oder den Erfolgsfaktoren der neuen Selbständigen.

Der vollständige Forschungsbericht steht hier als PDF-Download bereit.

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