Zusammenfassung der Lehrveranstaltungen zu Beethoven im Herbstsemester 2026.
Händelrezeption bei Mozart und Beethoven
Seminar Satzlehre, Johannes Menke (Schola Cantorum Basiliensis)
Händels Werke wurden zu allen Zeiten aufgeführt und erfreuten sich auch in den Jahrzehnten um 1800 in Wien grosser Beliebtheit. Angeregt durch Gottfried van Swieten bearbeitete Mozart einige Vokalwerke Händels (Messiah, Acis and Galathea, Alexander’s Feast, Ode for St. Cecilia’s Day). Beethoven schrieb schon mit 13 Jahren eine Fuge über ein Thema von Händel, bewunderte Händel zeit seines Lebens und liess sich bis in die großen Vokal- und Klavierwerke von ihm anregen. Das Seminar möchte diesen Spuren in den Partituren nachgehen.
Liedklasse
Christian Hilz, Edoardo Torbianelli, David Blunden (Schola Cantorum Basileinsis)
Beethoven und sein Umfeld.
Im Mittelpunkt steht die praktische künstlerische Arbeit an Lied-Kompositionen der Beethovens und seines Umfelds unter besonderer Berücksichtigung von Fragen der Aufführungspraxis und des Zusammenspiels. Dieser Kurs findet als Kombination von themenbezogenem Gruppenunterricht und Einzelcoachings mit freier Repertoire-Wahl statt.
Harmoniemusik-Labor
Carles Cristóbal (Schola Cantorum Basiliensis)
Im Kurs wird Klassisches Repertoire für Bläserensembles behandelt, sowohl in kleinen Besetzungen (Trio bis Quintett), wie auch in grosser «Harmonie». Geeignet sind Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und ev. Violone und Fortepiano, gespielt wird auf der historischen Bauform des Instruments.
Im HS 26/27 werden wir uns im Vorfeld des großen Projekts im Januar mit Werken von Beethoven beschäftigen und im FS 27 werden wir kleinere Ensembles (Trio bis Sextett) bilden.
Vom Hören zum Singen: Beethoven und sein Umfeld der Wiener Klassik
Seminar, Christian Hilz (Schola Cantorum Basiliensis)
In diesem Seminar verknüpfen wir praktische Gehörbildungsarbeit, Höranalyse und satztechnische Reflexion mit der praktischen musikalischen Arbeit an ein- und mehrstimmigen Vokalkompositionen der Wiener Klassik, insbesondere Beethoven, und ihren Vorläufern und stellen die Ergebnisse in einer internen Vortragsstunde am 16.12.26 vor.
Sinfonisches und kammermusikalisches Komponieren nach Beethoven: die norddeutsche Komponistin Emilie Mayer (1812–1883)
Seminar Satzlehre, Florian Vogt (Schola Cantorum Basiliensis)
Emilie Mayer gehörte zwar zu den berühmtesten und produktivsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts, geriet dann aber für lange Zeit in Vergessenheit. Erst vor einigen Jahren ist die heutzutage gelegentlich als «der weibliche Beethoven» bezeichnete Komponistin wieder ins Rampenlicht gerückt und nimmt inzwischen einen prominenten Platz im Konzertleben ein; zahlreiche Werke sind in Aufnahmen und Editionen verfügbar.
Im Seminar werden wir ausgewählte Stücke von Emilie Mayer studieren. Dabei werden wir im Zuge des Beethoven-Schwerpunkts an der Schola Cantorum im HS 2026/27 auch den Einfluss untersuchen, den Beethoven auf ihr Schaffen ausgeübt hat – zumal der Berliner Musiktheoretiker und Beethoven-Anhänger Adolph Bernhard Marx einer ihrer Lehrer war.
Förster
Seminar Gehörbildung, David Mesquita (Schola Cantorum Basiliensis)
Emanuel Aloys Försters Anleitung zum Generalbass (1805) stellt eine besonders anschauliche und praxisorientierte Harmonielehre aus Beethovens Umfeld dar. In Verbindung mit seinen Practischen Beyspielen (1818), lässt sich daraus eine Gehörbildungsarbeit ableiten, die stark auf den Generalbass fusst, und zugleich ein grosses Potential fürs harmonische Hören bis in die Spätromantik birgt.
Beethovens Neunte. Eine analytische Rezeptionsgeschichte von Schubert bis Schostakowitsch
Analyse, Roman Digion (Institut Klassik)
Die Symphonie Nr. 9, d-Moll, op. 125, von Ludwig van Beethoven gehört zu den wirkmächtigsten Bezugspunkten der Musikgeschichte. Im Seminar wird die ganze Symphonie analysiert und abschnittweise Werken von Franz Schubert, Hector Berlioz, Richard Wagner, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Hanns Eisler und Dmitri Schostakowitsch gegenübergestellt. Im Zentrum stehen grossformale Strategien, der Einsatz orchestraler Mittel und Aspekte einer mu-sikalischen Rhetorik – einschliesslich der schon bei Beethoven angelegten Selbstparodie. Als aussermusikalische Referenzen werden Thomas Manns Doktor Faustus, Theodor W. Adornos Beethoven-Fragment und Stanley Kubricks A Clockwork Orange einbezogen.
Dealing with Sources : Vom Umgang mit historischen Quellen I
Seminar, Anne-May Krüger (Institut Klassik)
Was ist eine Quelle? Welche Informationen liefert sie für die historische Musikpraxis und welche nicht? Im Kurs erarbeiten wir Fragestellungen und erhalten Einblick in Handwerkszeug/Tools für die Recherche und für die Arbeit mit Quellen für die Forschung und darüber hinaus. Ziel dieses Kurses ist, unser Bewusstsein für Wissenslücken und kulturelle Differenzen zu schärfen, um Quellen reflektiert in unsere Forschung und Praxis einzubinden.
In jeder Sitzung wird es zudem eine kleine «Beethoven-Kapsel» geben: passend zum jeweiligen Thema diskutieren wir eine Quelle im Zusammenhang mit dem Beethoven-Fokus der SCB.
Duowerkstatt Klavier (Institut Klassik)
Workshop mit Jörg-Andreas Bötticher:
Beethoven und Schubert wurzelten mit ihrem Harmonieverständnis und dem Bezug zum Generalbass noch in der Tradition des späten 18. Jahrhunderts. Für Beethoven war der Generalbass (und die Religion) "nicht zu disputieren". Auch hinsichtlich vieler Bassfiguren, rhythmisch-metrischer Konzepte und der Verzierungspraxis lohnt sich der Blick aus der Vergangenheit auf die Musik des frühen 19. Jahrhunderts. In diesem Workshop wird Jörg-Andreas Bötticher (SCB) zudem weitere wichtige Aspekte der Aufführungspraxis beleuchten und erarbeiten.
Analyseworkshops mit Felix Lindenmaier zu ausgewählten Werken von Beethoven und Schubert.
Annäherungen an Beethoven und seine 9. Symphonie
Übung, Martin Kirnbauer (Universität Basel)
| Am 7. Mai 1824 fand die Uraufführung von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie op. 125 in Wien statt, die vor allem von nachfolgenden Generationen zu einem epochalen Meilenstein der Musikgeschichte (v)erklärt wurde. In Hinblick auch auf den 200. Todestag des Komponisten 2027 wird sich die Schola Cantorum Basiliensis / FHNW diesem Werk und seiner Uraufführung als Musikprojekt widmen, mit einer abschliessenden Auffühung am 15. Jan. 2027 in Basler Stadtcasino.Die Übung begleitet diese 'Annäherungen an Beethoven und seine 9. Symphonie', in dem sie auch musikwissenschaftlicher Perspektive historische, musikalische und aufführungspraktische Fragen aufgreift. Zugleich findet in Anschluss an die Übung regelmässig eine 'Beethoven-Akademie' statt, die in einem thematischen Zusammenhang stehen kann, wie auch eine monatliche Zeitung geplant ist, in der Beiträge aus der Übung veröffentlicht werden können. |