Dissertationsprojekt von Antonius Adamske
01.04.2019 – 31.12.2022
Göttinger Musiker des 18. Jahrhunderts trugen durch ihre Verhaltensweisen in Krisen und alltäglichen Situationen zu einem Wandel ihrer Ämter bei. Durch die Universitätsgründung 1734 bedingte Ämterkumulationen beschleunigten den Verfall tradierter Strukturen.
Die Studie stellt die Musikpflege des 18. Jh. in Göttingen vor, einer mittleren Territorialstadt ohne Hof und in einem regionalem Zwischenraum gelegen. Sie wertet umfassende Aktenkonvolute aus und berücksichtigt dabei Elemente der Alltags- und Regionalgeschichte sowie Gedanken zur frühneuzeitlichen Streitkultur. Göttinger Musiker trugen durch ihre Verhaltensweisen in Krisen und alltäglichen Situationen zu einem Wandel ihrer Ämter bei; divergierende Kommunikationsstrategien bedingten unterschiedliche Suffizienzgrade hinsichtlich Vokationsprozessen, hierarchischer Stellung oder öffentlich-musikalischer Reputation. Durch die Universitätsgründung 1734 bedingte Ämterkumulationen sowie insbesondere die Einsetzung eines neuartigen Collegium musicum nach Leipziger Vorbild beschleunigten den Verfall tradierter Strukturen im Stadtkantorat und Stadtmusikeramt – etwa die Erosion des Musikzwangs. Andererseits ermöglichte die Anwesenheit der Akademie die Genese neuartiger Göttinger Kompositionen, verbunden mit den Namen Johann Friedrich Schweinitz und Carl Friedrich Rudorff.
Projektdetails
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Musik Basel / Schola Cantorum Basiliensis
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Claudia Schärli
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- claudia.schaerli@fhnw.ch
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