Beim zweiten Consortium Meeting in Oslo vom 30. September bis 2. Oktober 2026 tauschten sich die Partner des EU-Forschungsprojekts NitroScope über Fortschritte und nächste Schritte aus. Im Zentrum standen neue Messmethoden, die Datenerhebung an europäischen Pilotstandorten und Lösungen für ein effizienteres Stickstoffmanagement. Die FHNW ist Teil des internationalen Forschungskonsortiums.
Zweites Consortium Meeting in Oslo
Wie lassen sich Stickstoffverluste in der Landwirtschaft präziser erfassen und reduzieren? Mit dieser Frage beschäftigen sich die 25 Partnerorganisationen des europäischen Forschungsprojekts NitroScope. Vom 30. September bis 2. Oktober 2026 traf sich das internationale Konsortium an der Norwegian University of Life Sciences (NMBU) in Oslo zu seinem zweiten Consortium Meeting. Ziel war es, die bisherigen Fortschritte zu bewerten, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Work Packages zu koordinieren und die nächsten Umsetzungsschritte festzulegen.
Das Treffen zeigte, wie die unterschiedlichen Forschungsbereiche zunehmend ineinandergreifen: von der Entwicklung neuer Sensortechnologien über die Erhebung und Auswertung von Felddaten bis hin zur Modellierung von Stickstoffflüssen und der Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungsstrategien.

Von der Forschung in die politische und landwirtschaftliche Praxis
Zum Auftakt standen neben der Begrüssung durch Projektkoordinator Prof. Abdul Mouazen von der Universität Gent auch die europäische Forschungs- und Agrarpolitik im Fokus. Eine Session zum Thema «From Science to Policy» beleuchtete unter anderem die strategische Ausrichtung der EU in Forschung und Innovation für Landwirtschaft und Ernährung sowie die Evaluation der europäischen Nitratrichtlinie.

Anschliessend präsentierten die verschiedenen Work Packages ihre Fortschritte. Dabei ging es unter anderem um die Einbindung relevanter Anspruchsgruppen, die sozioökonomische und ökologische Bewertung von Massnahmen sowie die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Verwertungsaktivitäten.
Auch die FHNW ist als Partnerin im Projekt engagiert. Die Zusammenarbeit im internationalen Konsortium ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse, technologische Entwicklungen und praktische Anforderungen aus unterschiedlichen europäischen Landwirtschaftssystemen zusammenzuführen.
Neue Sensortechnologien und präzisere Messdaten
Ein Schwerpunkt des Treffens lag auf der Weiterentwicklung der Messmethoden zur Erfassung von Stickstoffflüssen. Im Rahmen eines technischen Workshops stellte Hahn-Schickard automatische Kammersysteme zur Überwachung von Treibhausgasflüssen sowie Multisensorsysteme zur Messung der Stickstoffauswaschung vor. Diskutiert wurden auch die Erfassung, Verarbeitung und Visualisierung der gewonnenen Daten.
Weitere Sessions widmeten sich der Umsetzung der Monitoring-Aktivitäten an den verschiedenen Projektstandorten. Die Partner tauschten sich über Bodenprobenahmen, Messprotokolle, Stickstoffverluste und die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten aus. Besonders im Fokus standen hochauflösende Datenerhebungen an den Pilotstandorten in Belgien, Griechenland und Italien.
Ein praxisorientierter Workshop bot den Verantwortlichen der Pilotstandorte zudem die Möglichkeit, konkrete Herausforderungen bei der Umsetzung ihrer Stickstoffminderungsstrategien einzubringen und gemeinsam mit den anderen Projektpartnern Lösungsansätze zu diskutieren.
Einblick in die Messinfrastruktur vor Ort
Am dritten und letzten Meetingtag verlagerten sich die Aktivitäten ins Feld. Die Partner besuchten den Pilotstandort «Kjerringjordet», wo sie bei einem Rundgang unter anderem einen Feldroboter und Installationen zur Überwachung von Treibhausgasemissionen kennenlernen konnten.
Ein weiterer Besuch führte zum Standort «Søråsjordet», einer im Aufbau befindlichen permanenten Messstation für den Austausch von Treibhausgasen im Rahmen des AgNUE-Projekts. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden Einblick in die Bodenlabore der Norwegian University of Life Sciences.
Die Besuche verdeutlichten, wie die im Projekt diskutierten Technologien und Messmethoden unter realen Bedingungen eingesetzt werden können.

NitroScope geht in die nächste Umsetzungsphase
Das zweite Consortium Meeting markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung von NitroScope. Die Messsysteme werden zunehmend eingesetzt, erste umfangreiche Felddaten erhoben und die Modellierungsarbeiten vorangetrieben. Gleichzeitig werden die Zusammenarbeit mit relevanten Anspruchsgruppen sowie der Wissenstransfer zwischen Forschung, Landwirtschaft und Politik weiter ausgebaut.
Die Erkenntnisse aus den verschiedenen europäischen Standorten sollen dazu beitragen, Stickstoffflüsse besser zu verstehen, Verluste zu reduzieren und den Einsatz von Düngemitteln gezielter zu gestalten. Damit leistet NitroScope einen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und klimafreundlichen Landwirtschaft in Europa.




