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reCIRCLE – Portrait der Changemakerin Jeannette Morath

Die Jungunternehmerin Jeannette Morath erzählt, wie es zur Gründung ihres Start-ups reCIRCLE kam.

Die Idee dahinter: ein intelligentes und nachhaltiges Mehrwegsystem für Takeaway-Verpflegung auf die Beine stellen. Das Know-how, welches ein nachhaltiges Wirtschaften im Sinne der Kreislaufwirtschaft verlangt, hat sie im Master in Umwelttechnik und -management an der Hochschule für Life Sciences FHNW (HLS) gelernt. Heute – fünf Jahre später – ist reCIRCLE schweizweit zu einer Bewegung geworden: über 1'800 Restaurants gehören dem Netzwerk an, täglich sind rund 50'000 Boxen im Umlauf, was 1'000 vermiedenen Abfallsäcken pro Tag oder 9 Tonnen CO2 entspricht. Eine Erfolgsgeschichte.

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Jeannette Morath ist Jungunternehmerin mit Herzblut. Sie hat vor fünf Jahren das Berner Start-up reCIRCLE gegründet. Die Idee: kreislauffähige, ökologische und erschwingliche Mehrweg- Verpackungs-Lösungen für die Takeaway-Gastronomie anbieten. Seither entwickelt sich reCIRCLE rasant und hat schon viele Jungunternehmer-Preise gewonnen und ist neu für den Green Product Award und den Green Business Award nominiert. Entstanden ist die Idee in Moraths ehemaligem Job als Kommunikations-Fachfrau bei der Abfallentsorgung + Recycling-Abteilung der Stadt Bern. Littering nahm in Bern damals zu und Jeannette Morath sah eine Lösung in Mehrweg-Verpackungen.

«Mein Studium hat mich gelehrt in Kreisläufen zu denken»
Da ihr das theoretische Know-how im Umweltbereich fehlte, um ihren Weg zu gehen, entschied sie sich kurzerhand, sich das notwendige Wissen anzueignen. Ihre Wahl fiel auf den Master in Umwelttechnik und -management an der Hochschule für Life Sciences FHNW. «Mit dem Master konnte ich mir das nötige Wissen rund um die Kreislaufwirtschaft aneignen, welches ich für die Firmengründung benötigte. Mein Studium hat mich gelehrt als Unternehmerin in Kreisläufen zu denken. Es hat mich somit wesentlich mitbefähigt, ein Produkt auf den Markt zu bringen, welches die Kreislaufwirtschaft nachhaltig zum Leben erweckt. Dafür bin ich sehr dankbar», so Jeannette Morath. «Zudem konnte ich mein neu erworbenes Wissen bereits während meiner Masterarbeit direkt in der Praxis austesten», so Jeannette Morath. Sie wollte darin im Rahmen eines Pilotprojekts, welches über einen Umwelttechnologie-Kredit vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziert wurde, herausfinden, ob die Mehrweg-Verpackungs-Lösung von Gastronomie und Kundschaft akzeptiert würde und sich finanzieren liesse. Dafür arbeitete sie mit zwölf Restaurants zusammen. Und siehe da – die Resultate waren vielversprechend. 2016 war es dann soweit: Jeannette Morath gründete die Firma reCIRCLE.

Das Konzept von reCIRCLE ist simpel und clever zugleich: Die Kund*innen wählen für ihr Takeaway-Menü die wiederverwendbare reCIRCLE -Box. Nach der Verpflegung aus der Box wird diese einfach bei den teilnehmenden Partner*innen von reCIRCLE getauscht, abgegeben oder die Box wird zur neuen Verwendung behalten.

«Wir vermeiden 1'000 Abfallsäcke oder 9 Tonnen CO2 pro Tag»
«Aktuell gehören bereits über 1'800 Restaurants mit Takeaway-Angeboten der Bewegung an,» freut sich die Changemakerin. «Täglich sind in der Schweiz rund 50'000 Boxen im Umlauf. Das heisst, es werden 50'000 Einwegschalen ersetzt. Das sind 1'000 vermiedene Abfallsäcke an einem einzigen Tag oder 9 Tonnen CO2,» so Jeannette Morath. Mittlerweile sind die Boxen bereits europaweit im Einsatz, und zwar nebst der Schweiz in Deutschland, Italien, Holland, Dänemark und Belgien.

Nebst Abfallvermeidung sorgt nachhaltige Materialwahl und Produktion für lange Lebensdauer und Kreislauffähigkeit
Trotz Rückschlägen in der schwierigen Covid-Zeit ist reCIRCLE weiterhin auf Erfolgskurs. «Das im Master in Umwelttechnik und -Management Erlernte hilft mir, den Nachhaltigkeits-Überblick zu behalten. Das Denken im Sinne der Kreislaufwirtschaft ist mir in die DNA übergegangen,» lacht die Bernerin. Und: Die Verbindung zur Hochschule für Life Sciences FHNW ist bis heute geblieben. «So sitzt HLS-Professor Christoph Hugi, Experte für Themen rund um nachhaltige Entwicklung und ressourcen- und umweltschonende Produktion, heute im Verwaltungsrat von reCIRCLE und schlägt die Brücke zwischen Forschung und Industrie. «Er hat ein Auge darauf, dass wir auch wirklich umsetzen, was am ökologischsten ist – das ist manchmal ziemlich komplex», so Morath. Christoph Hugi ist begeistert vom reCIRCLE -Konzept: «reCIRCLE ist ein Beispiel für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft. Nebst der Abfallvermeidung durch den Einsatz einer Mehrweg-Verpackung sorgt eine nachhaltige Materialwahl und Produktion für eine lange Lebensdauer und Kreislauffähigkeit. Es ist bereichernd und stimmt zuversichtlich, das Wachstum von reCIRCLE so nah begleiten zu dürfen.»

Die Bernerin hat eine klare Vision: In fünf Jahren sollen die auberginefarbenen reCIRCLE -Boxen ganz selbstverständlich flächendeckend als DIE Mehrwegverpackung schlechthin wahrgenommen werden. Dafür möchte sie ihr Netzwerk in der Schweiz und in ganz Europa vergrössern und neue Produkte, wie zum Beispiel die Pizza-Box lancieren. Auch eine reCIRCLE -App ist geplant, mittels welcher das Essen bei Lieferdiensten bestellt werden kann.

Übrigens: die coole reCIRCLE-Box ist auch im Cube Restaurant am FHNW Campus Muttenz zu haben. Wer noch keine verwendet, kann sich eine dieser nachhaltigen Boxen sichern und mithelfen, die Umwelt zu schonen.

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