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Allgemein, VisibleVibe

Community-Aufbau im Zentrum

25. August 2026

Gemeinsam eine neue Praxis entwickeln

Wie wir die VisibleVibe-Community aufbauen

In der VisibleVibe-Community entwickeln Lehrpersonen pädagogisch sinnvolle Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Ein Modell zur Professionalisierung von Lehrpersonen dient uns als Orientierung für den systematischen Aufbau dieser Gemeinschaft.

Mithilfe von KI entsteht eine neue Praxis, mit der Lehrpersonen niederschwellig eigene Lernapplikationen programmieren können. Viele von uns haben damit begonnen Werkzeuge zu erproben, Abläufe zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln. In der VisibleVibe-Community führen wir dieses Wissen zusammen. Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie aus pädagogischen Herausforderungen wirksame digitale Anwendungen entstehen können.

Unser zweites Community-Treffen am 19. August 2026 in Olten war ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Die Gestaltung des Nachmittags folgte einem Modell aus dem Buch «Preparing Teachers for a Changing World». Karen Hammerness, Linda Darling-Hammond, John Bransford und weitere Mitwirkende beschreiben darin fünf Elemente professioneller Entwicklung: Vision, Verständnis, Praktiken, Werkzeuge und Haltungen. Diese Elemente entwickeln sich im Zusammenspiel und innerhalb einer lernenden Gemeinschaft.

Das VisibleVibe-Community-Modell mit «Lernen gestalten. Ideen bauen.» im Zentrum und den vier verbundenen Bereichen Verständnis, Praktiken, Werkzeuge und Haltungen.
Eigene Darstellung, adaptiert nach Hammerness et al. (2005)

Eine gemeinsame Vision gibt Orientierung

Im Zentrum unserer Community steht die Vision «Lernen gestalten. Ideen bauen.» Sie vereint zwei Anliegen von VisibleVibe: Wir wollen Lernprozesse verstehen und gezielt weiterentwickeln. Zudem nutzen wir KI, um pädagogische Ideen in kurzer Zeit als konkrete Anwendungen erfahrbar zu machen. Ausgangspunkt sind Herausforderungen aus dem Unterricht. Darauf aufbauend entwickeln wir eine Vorstellung davon, welcher Lernprozess gestärkt werden soll, erstellen einen Prototyp und erproben diesen in der Praxis. Sichtbare Lernspuren helfen uns, seine Wirkung zu untersuchen und die Idee gemeinsam weiterzuentwickeln.

Diese Vision wurde am Community-Treffen konkret. Die Teilnehmenden brachten eigene pädagogische Fragestellungen ein und machten sie zum Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit. So verband sich der Leitgedanke unmittelbar mit den Erfahrungen aus der Praxis.

Entwicklungswege sichtbar machen

Eine lernende Community lebt davon, dass ihre Mitglieder ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. Zu Beginn des Treffens wurden vier kleinere Projekte vorgestellt. Neben den Anwendungen erhielten wir Einblick in die Entwicklungswege: Welche KI-Werkzeuge kamen zum Einsatz? Wie veränderte sich die erste Idee? Welche Entscheidungen und Umwege prägten den Prozess?

Eines der Projekte war eine App zur Förderung des kritischen Denkens. Kinder und Jugendliche lösen darin Rätselgeschichten nach dem Prinzip von «Black Stories». Sie stellen Fragen, prüfen Vermutungen und entwickeln schrittweise eine Erklärung.

Solche Einblicke erweitern das gemeinsame Repertoire an Werkzeugen und Praktiken. Erfahrungen werden für andere zugänglich und können in neue Projekte einfliessen. Zugleich wächst das Verständnis dafür, wie sich pädagogische Ideen mit technischen Möglichkeiten verbinden lassen.

Fragen gemeinsam bearbeiten

Im zweiten Teil arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an den von ihnen eingebrachten Herausforderungen. Sie konkretisierten Ideen, hinterfragten Annahmen und entwickelten nächste Schritte. Die verschiedenen Perspektiven halfen dabei, pädagogische, gestalterische und technische Aspekte zusammenzudenken.

Diese Form der Zusammenarbeit stärkt das gemeinsame Verständnis. Eine individuelle Fragestellung wird zum Lernanlass für die ganze Gruppe. Gleichzeitig entsteht eine Praxis, in der Wissen offen geteilt und gemeinsam weiterentwickelt wird.

Eine gemeinsame Lernkultur entwickeln

Für eine tragfähige Community sind auch bestimmte Haltungen wichtig: Dazu gehören Offenheit gegenüber unfertigen Ideen, die Bereitschaft zur Reflexion, Interesse an anderen Perspektiven und Beharrlichkeit bei schwierigen Fragen.

Der rege Austausch in den Gruppen zeigte, wie sich eine solche Lernkultur entwickeln kann. Die Teilnehmenden stellten ihre Arbeit zur Diskussion, brachten eigene Erfahrungen ein und übernahmen Mitverantwortung für die Fragen anderer.

Zum Abschluss richteten wir den Blick nach vorn: Was braucht die Community als Nächstes? Auch diese Frage bearbeiteten wir gemeinsam. Denn die Community entwickelt sich mit den Menschen, die sich in ihr engagieren.

Beim zweiten Treffen wurden die fünf Elemente des Modells miteinander verbunden. Eine gemeinsame Vision gab die Richtung vor. Projekte machten Werkzeuge und Praktiken sichtbar. Die Arbeit an konkreten Herausforderungen vertiefte unser Verständnis. Der offene Austausch stärkte unsere gemeinsame Haltung.

So wächst Schritt für Schritt eine Community, die pädagogische Innovation mit KI gemeinsam, reflektiert und praxisnah gestaltet.

Teil der Community werden

Die VisibleVibe-Community steht Lehrpersonen, PICTS und Schulleitungen offen, die sich mit Vibe Coding und pädagogischen Fragestellungen auseinandersetzen möchten.
Möchten Sie an einem der kommenden Treffen teilnehmen? Melden Sie sich bei Peter Rigert.

Quelle

Hammerness, K., Darling-Hammond, L., Bransford, J., mit Berliner, D., Cochran-Smith, M., McDonald, M. & Zeichner, K. (2005). How Teachers Learn and Develop. In L. Darling-Hammond & J. Bransford (Hrsg.), Preparing Teachers for a Changing World: What Teachers Should Learn and Be Able to Do (1. Aufl.). Jossey-Bass. Abbildung «Learning to Teach in Community».

Seitenangabe gemäss vorliegender Vorlage: S. 633. In anderen Ausgaben beziehungsweise PDF-Zählungen wird die Abbildung auf S. 386 geführt.

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