Was ist ein Realexperiment?

In einem Realexperiment entwickeln und erproben Lehrpersonen zusammen mit einer Künstlerin oder einem Künstler und den Projektverantwortlichen der PH FHNW innovative Gartenprojekte, welche die beiden Bereiche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Kunstvermittlung miteinander verknüpfen.

Ein Ziel des Realexperimentes besteht darin, Möglichkeiten auszuloten, wie Schülerinnen und Schüler auf aktiv handelnde, lustvolle und innovative Weise neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten in lebensweltlich relevanten Themengebieten kennenlernen und sich entsprechend eigene fundierte Positionen aufbauen können. Dies soll durch das Zusammenspiel von BNE und Kunstvermittlung erreicht werden und wird von den Mitarbeitenden der PH FHNW erforscht.

Weiter sollen (angehende) Lehrpersonen inspiriert, ermutigt und befähigt werden, Fragen im Kontext einer Nachhaltigen Entwicklung im Unterricht vielfältig aufzugreifen und gemäss Lehrplan 21 umzusetzen.

Am Ende des Projektes resultieren die erarbeiteten Unterrichtsumgebungen sowie die gewonnenen Erkenntnisse in langfristig zur Verfügung stehenden Lehr- und Lernmaterialien.

Planungsphase

In Zusammenarbeit von Lehrperson, Künstlerin oder Künstler und den Projektverantwortlichen wird ausgehend vom Thema Garten und der künstlerischen Praxis der beteiligten Künstlerin oder des beteiligten Künstlers eine übergeordnete Fragestellung im Kontext Nachhaltiger Entwicklung aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ermittelt und eine vielseitige, auf die Gegebenheiten der Klasse abgestimmte Unterrichtsumgebung gemäss Lehrplan 21 geplant.

Dazu werden vier Workshops durchgeführt sowie Arbeitsinstrumente und Materialien zur Verfügung gestellt. Die Projektverantwortlichen begleiten und beraten die Beteiligten im Planungsprozess.

Von den Projektverantwortlichen können in dieser Phase wichtige Erkenntnisse gesammelt werden, wie eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Kunstvermittlung im Unterricht verknüpft werden können. Zudem kann untersucht werden, wie der Planungsprozess eines solchen Unterrichts und im interdisziplinären Team gelingt.

Umsetzungsphase

Die gemeinsam erarbeitete Unterrichtsumgebung wird von der Lehrperson umgesetzt. Einsätze der Künstlerin oder des Künstlers im Unterricht finden gemäss Planung punktuell statt. Bei Bedarf können auch in der Umsetzungsphase weitere Planungstreffen stattfinden und die Projektverantwortlichen beigezogen werden.

Durch die Unterrichtsdokumentation und -reflexion der Lehrperson und der Künstlerin oder des Künstlers erhalten die Projektverantwortlichen Einblicke hinsichtlich des Zusammenspiels einer BNE und Kunstvermittlung und den darin vermuteten Potenzialen.

Abschlussphase

Das Realexperiment wird mit einem weiteren Workshop abgeschlossen. Dabei sollen Ergebnisse gesichert und sowohl die erprobte Unterrichtsumgebung sowie die Zusammenarbeit im inter- und transdisziplinären Team in den Blick genommen werden.

Damit die Perspektive der beteiligten Akteure möglichst gut einbezogen wird, arbeiten in einem Realexperiment Lehrpersonen und Kunstschaffende im Sinne einer Co-Forschung mit den Forschenden der PH FHNW zusammen.

Die Rolle als Co-Forscherin oder Co-Forscher umfasst verschiedene Elemente:

Entwicklung der Unterrichtsumgebung
Die Entwicklung der Unterrichtsumgebung umfasst die Mitarbeit bei der Planung, das Einbringen eigener Erfahrungen sowie die Teilnahme an vier Workshops inklusive Vor- und Nachbereitung. Die konzipierte Unterrichtsumgebung wird von der Lehrperson in Zusammenarbeit mit der Künstlerin in der eigenen Klasse umgesetzt.

Dokumentation
Während der Umsetzung dokumentiert und reflektiert die Lehrperson regelmässig den eigenen Unterricht, ergänzt Planungsdokumente und hält Erlebnisse und Ergebnisse aus dem Unterricht in passender Art und Weise fest. Sämtliche Dokumente und Unterlagen werden den Forschenden zur Verfügung gestellt.

Reflexion
Die Lehrperson reflektiert ihre Arbeit regelmässig in einem zur Verfügung gestellten Reflexionsinstrument. Zudem gibt sie Rückmeldungen zu den Workshops und Arbeitsinstrumenten.

Datenerhebung Schülerinnen und Schüler
Für die Datenerhebung der Schülerinnen und Schüler holt die Lehrperson das Einverständnis der Eltern ein. Die Lernspuren der Lernenden stellt die Lehrperson nach der Umsetzung den Forschenden zur Verfügung.

Interviews
Die Lehrperson nimmt zu drei Zeitpunkten an einem Interview teil (60-90 Min.): vor der Planungsphase, vor der Umsetzungsphase und nach der Abschlussphase.

Die gesammelten Daten werden nur für dieses Forschungsprojekt genutzt. Die Angaben zur Identität werden vertraulich behandelt.

Lust auf ein Realexperiment?

Es werden verschiedene Realexperimente durchgeführt, welche sich insbesondere nach Klassenstufe, künstlerischem Zugang und Zeitpunkt unterscheiden.

Genauere Informationen finden Sie auf der folgenden Seite dieser Webseite.

BNE und Kunstvermittlung, Unterrichtsprojekte, Weiterbildung

Überblick über die Realexperimente

Übersicht über aktuelle und zukünftige Realexperimente und Weiterbildungen.

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