«Bauteillager von ReUse-Ortbetonteilen – ja oder nein?» die Frage führte zu einem spannenden Austausch mit der Nachhaltigkeitspionierin Barbara Buser bei uns am Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau INEB | FHNW.
Chancen und Herausforderungen der Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen
Anhand von sechs Thesen diskutierten wir die Chancen und Herausforderungen der Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen. Im Zentrum standen Fragen zur Marktintegration und Handelswegen von ReUse-Bauteilen, zu Standardisierung und Modulbauweisen, zu Lager- und Logistikkonzepten sowie zu statischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten.
Ganz klare Einigkeit bestand zu folgenden Punkten:
- Die wirkungsvollste Strategie für ReUse von Ortbetonbauteilen ist der Erhalt von schon bestehenden Tragstrukturen!
- Wo ein Rückbau jedoch unvermeidbar ist, bietet die Wiederverwendung von Ortbetonbauteilen theoretisch grosses Potenzial für die Kreislaufwirtschaft. Das wirft jedoch gleichzeitig grundlegende Fragen zur Skalierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und tatsächlichen Umweltwirkung auf.
- Die Diskussion zeigte, dass für eine breite Anwendung nicht nur technische Lösungen, sondern auch neue Planungsprozesse, Geschäftsmodelle und Marktstrukturen erforderlich sind.
- Lagerung von Ortbetonbauteilen im grossen Stil und ohne Abnahmegarantie ist wenig sinnvoll, da diese Lager zu Deponien verkommen könnten.
Weitere Themen aus der Praxis – wie das CO2-Monitoring am Franck Areal
Diskutiert wurden auch aktuelle Fragestellungen aus der Praxis – unter anderem im Zusammenhang mit dem Franck Areal, wo das INEB für das CO2 -Monitoring verantwortlich ist – sowie mögliche Beiträge der angewandten Forschung zur Weiterentwicklung zirkulärer Ansätze im Bauwesen (Bsp. FenSanReUse).
Den Austausch möchten wir gemeinsam weiterführen. Erste Ideen reichen von kleineren Vernetzungsformaten bis hin zu thematischen Dialogrunden, um Akteur*innen aus Forschung, Plandung und Ausführung zusammenzubringen und gemeinsam an einer ressourcenschonenden Umbau- und Baukultur zu arbeiten.
Vielen Dank an Barbara Buser und alle Beteiligten für die offene, kritische und inspirierende Diskussion. Solche Gespräche helfen, bestehende Positionen zu hinterfragen und tragfähige Wege für eine zirkuläre Bauwirtschaft zu entwickeln. Mit dabei vom INEB waren Daniel Kellenberger, Barbara Sintzel, Margarete Olender, Andrea Klinge, Axel Schubert und vom Kanton Basel-Stadt David Gregori.
Weiterführende Forschungsthemen und Projekte am INEB
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