Eine Forschungsidee des INEB bildete die Grundlage für CoolShift: Die KST AG entwickelte den Ansatz weiter und setzte das innovative Energie- und Kühlsystem im eigenen Neubau um. Dafür wurde das Unternehmen mit dem Energiepreis 2025 der Energiestadt Einsiedeln ausgezeichnet.
Wie lassen sich bestehende Bürogebäude energieeffizient kühlen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Ralph Eismann am Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau (INEB) der FHNW bereits 2019. Drei Herausforderungen standen dabei im Zentrum: bestehende Gebäude fit für den Klimawandel zu machen, den Energiebedarf für die Kühlung zu senken und Stromspitzen zu reduzieren.
Die Forschungsidee: Wärme aus Gebäuden nicht tagsüber, sondern möglichst nachts an die kühlere Umgebung abzugeben. Das Konzept nutzt dafür die thermische Masse des Gebäudes. Die Bauteile speichern Wärme tagsüber und geben sie mit technischen Hilfsmitteln in der Nacht wieder an die Umgebung ab.
«Vereinfacht gesagt, läuft der Prozess in drei Schritten ab: Wärme speichern, Wärme entziehen und Wärme abgeben», erklärt Ralph Eismann.

Forschung gemeinsam weiterentwickelt
Im Rahmen eines Projekts des Bundesamts für Energie entwickelte das INEB Modelle und Berechnungsverfahren, um CoolShift planen und simulieren zu können. Gemeinsam mit Forschungspartnern der OST und der Hochschule Luzern wurde der Ansatz wissenschaftlich untersucht und validiert.
Von der Forschung in die Praxis
Die KST AG war als Industriepartner in das Forschungsprojekt eingebunden und erkannte das Potenzial des Ansatzes früh. Nach Abschluss des Forschungsprojekts entwickelte das Unternehmen die Technologie für die praktische Anwendung eigenständig weiter.
Ein entscheidender Innovationsschritt gelang mit der Entwicklung eigener drehbarer Panels: Auf der einen Seite befindet sich ein Photovoltaikmodul, auf der anderen ein Emitter-Modul. Tagsüber richten sich die Module optimal zur Sonne aus und produzieren Solarstrom. Nachts drehen sie sich und nutzen das Emitter-Modul, um Wärme an die kühlere Umgebung abzugeben.
Zusammen mit den firmeneigenen Kühl- und Heizsegeln entstand CoolShift – ein integriertes Energie- und Kühlsystem, das die KST AG im eigenen Neubau in Einsiedeln umgesetzt hat.
Ausgezeichnet mit dem Energiepreis 2025
Für die Umsetzung von CoolShift wurde die KST AG mit dem Energiepreis 2025 der Energiestadt Einsiedeln ausgezeichnet.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Ralph Eismann und seiner Nachfolgerin Prof. Dr. Natasa Vulic besuchten Vertreter*innen des INEB die KST AG in Einsiedeln. Beim Rundgang durch den neuen Firmenstandort erhielten sie Einblicke in die Produktion und die Umsetzung der CoolShift-Technologie.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie aus einer Forschungsidee durch wissenschaftliche Zusammenarbeit, Unternehmergeist und technologische Weiterentwicklung eine konkrete Lösung für die Praxis entstehen kann.

Mehr zur Entstehungsgeschichte und Funktionsweise von CoolShift:
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Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
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