Von der Integration von Geobasisdaten in BIM-Modelle bis zur digitalen Bauausführung: Zwei Zertifikatsarbeiten aus dem CAS GeoBIM der FHNW zeigen, wie sich Geomatik und Building Information Modeling (BIM) verbinden lassen und welche Herausforderungen dabei in der Praxis entstehen.
Geobasisdaten für die BIM-Planung nutzbar machen
Jonas Fuhrer und Felix Bentz untersuchten, wie Geobasisdaten und Werkinformationen standardisiert in das BIM-Datenformat IFC überführt werden können. Im Mittelpunkt stand die Open-Source-Transformationsschnittstelle cs2bim, die am Institut Digitales Bauen der FHNW entwickelt wurde.
Anhand von Daten zum planerischen Gewässerschutz, zum Kataster der belasteten Standorte sowie ausgewählten Elementen des Werkinformationskatasters Wasser analysierten sie, wie sich Geometrien und fachliche Informationen in IFC abbilden lassen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich cs2bim grundsätzlich auch für die Transformation weiterer Geobasisdaten und Werkinformationskataster eignet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass unterschiedliche Datenmodelle und fehlende Informationen sorgfältige Grundsatzentscheidungen und teilweise eine vorgängige Datenaufbereitung erfordern.

BIM2Field: Von der Planung auf die Baustelle
Wie können BIM-Daten effizient und qualitätsgesichert in der Bauausführung genutzt werden? Dieser Frage widmeten sich Abdullah Yalin und Davide Zaccone in ihrer Zertifikatsarbeit.
Im Fokus standen die Zusammenarbeit zwischen Generalunternehmer, BIM-Koordination und Geomatikbüro sowie die Vermeidung von Medienbrüchen zwischen Planung und Ausführung.
Die beiden entwickelten einen Vorschlag für einen openBIM-orientierten Prozess, der auf einem geprüften IFC-Modell, einer gemeinsamen Datenumgebung (Common Data Environment, CDE) und definierten Qualitätskontrollen (Quality Gates) basiert. Auch die Rückführung von Felddaten in das BIM-Modell wurde berücksichtigt.
Eine zentrale Erkenntnis: BIM2Field sollte nicht als reiner Datenexport verstanden werden. Entscheidend ist vielmehr eine durchgängige, qualitätsgesicherte Prozesskette – von der Bereitstellung des Modells über die Nutzung auf der Baustelle bis zur Rückführung der erfassten Daten.
Die direkte Nutzung von IFC-Modellen im Feld ist grundsätzlich möglich. Entwicklungspotenzial besteht insbesondere bei der Online-Anbindung zwischen der gemeinsamen Datenumgebung und den Messinstrumenten sowie bei der automatisierten Rückführung der Felddaten.

Praxisorientierte Fragestellungen im CAS GeoBIM
Die beiden Zertifikatsarbeiten verdeutlichen die thematische Breite des CAS GeoBIM. Sie zeigen, wie technische Fragestellungen aus Geomatik und BIM mit der Entwicklung durchgängiger und qualitätsgesicherter digitaler Prozesse verbunden werden können.
Gleichzeitig geben sie einen Einblick in die praxisorientierte Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen der digitalen Planung und Bauausführung im Rahmen der Weiterbildung.
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