Die Wohnfläche pro Person nimmt seit Jahrzehnten zu und damit auch der Ressourcen- und Energieverbrauch. Im Projektmodul P2 gingen Studierende des Bachelorstudiengangs Energie- und Umwelttechnik (EUT) der Frage nach, wie Wohnraum bedürfnisgerechter und gleichzeitig flächeneffizienter gestaltet werden kann.
Warum wir immer mehr Wohnfläche beanspruchen
In der Schweiz leben heute deutlich weniger Personen pro Haushalt als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Wohnfläche pro Person kontinuierlich gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich vor allem durch kleinere Haushalte, eine steigende Lebenserwartung sowie veränderte Wohnansprüche erklären. Immer mehr Menschen leben allein oder zu zweit, während die Zahl der Personen pro Wohnung abnimmt. Dadurch verteilt sich die vorhandene Wohnfläche auf weniger Bewohnerinnen und Bewohner.
Hinzu kommt, dass zusätzliche Räume heute häufiger nachgefragt werden, beispielsweise für Homeoffice, Hobbys oder Gäste. Auch ältere Personen verbleiben nach dem Auszug ihrer Kinder oft in grossen Wohnungen oder Einfamilienhäusern, wodurch die Wohnfläche pro Person weiter zunimmt.
Die steigende Wohnfläche pro Person beeinflusst nicht nur die Wohnkosten, sondern erhöht auch den Material- und Energieverbrauch sowie den Flächenbedarf von Siedlungen. Aus ökologischer Sicht stellt die Wohnfläche pro Person deshalb einen wichtigen Indikator für die Ressourceneffizienz im Wohnungsbau dar.
Neue Wege zu mehr Wohnqualität
Im Projekt untersuchten die Studierenden, welche Anforderungen Menschen an ihren Wohnraum stellen und wie sich diese im Laufe des Lebens verändern. Dabei zeigte sich, dass Wohnqualität nicht allein von der Grösse einer Wohnung abhängt. Gemeinschaftlich nutzbare Räume, flexible Wohnungsgrundrisse und ergänzende Angebote im Quartier können dazu beitragen, Wohnraum effizienter zu nutzen, ohne dabei an Lebensqualität einzubüssen.
Diese Erkenntnis ist auch aus Sicht der Nachhaltigkeit von Bedeutung. Jeder zusätzliche Quadratmeter Wohnfläche benötigt Baumaterialien, Energie und Ressourcen, sowohl beim Bau als auch im Betrieb eines Gebäudes. Die Studierenden analysierten deshalb, welche Auswirkungen unterschiedliche Wohnformen auf den Flächenverbrauch haben und welche Ansätze einen nachhaltigeren Umgang mit Wohnraum ermöglichen. Im Mittelpunkt standen ökologische, soziale und ökonomische Fragestellungen sowie die Frage, wie Wohnraum langfristig flexibel, ressourcenschonend und bedarfsgerecht gestaltet werden kann.
Lernen an realen Fragestellungen
Das Projekt ist Teil des praxisorientierten Studiums Energie- und Umwelttechnik an der FHNW. Studierende bearbeiten dabei aktuelle Herausforderungen rund um Nachhaltigkeit, Gebäude, Energie und Umwelt und entwickeln eigene Lösungsansätze für die gebaute Umwelt von morgen.
Projektteam
Der Beitrag entstand im Rahmen des Projektmoduls P2 im Bachelorstudiengang Energie- und Umwelttechnik (EUT) der FHNW.
Das Projekt wurde erarbeitet von:
- Fabienne Eltag – ökologische Perspektive
- Naim Borer – soziale Perspektive
- Marc Cajochen – ökonomische Perspektive
Durch die Betrachtung dieser drei Nachhaltigkeitsdimensionen entstand eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie Wohnraum künftig bedürfnisgerechter und gleichzeitig ressourcenschonender gestaltet werden kann.
Herzlichen Dank an Fabienne Eltag, Naim Borer und Marc Cajochen für die spannende Projektarbeit und die Einblicke in ihre Ergebnisse.
Gebäudetechnik an der FHNW studieren?
Wer mehr über den Studiengang Energie- und Umwelttechnik und die verschiedenen Studienrichtungen sowie das Profil Gebäudetechnik erfahren möchte, kann eine der nächsten Informationsmöglichkeiten nutzen. Zur Anmeldung an die Veranstaltungen geht es hier.
Info-Anlass Nachhaltige Gebäude und Städte
11.6.2026, 18:00-19:00 Uhr, FHNW Campus Muttenz, Raum 12.W.01, Hofackerstrasse 30, 4132 Muttenz. Vorgestellt wir die Studienrichtung
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