Rund 43% der registrierten Velounfälle in der Schweiz gehen auf Kollisionen zurück. Knapp die Hälfte davon ereignet sich an Kreuzungen oder im Kreisverkehr.
Ein möglicher Grund: Bisherige Forschung vermutet, dass ein relevanter Teil dieser Kollisionen darauf zurückzuführen ist, dass Motorfahrzeuglenkende Velo- und E-Bike-Fahrende übersehen. Diese Annahme wurde bisher wenig untersucht.
Das Forschungsprojekt “Übersehene Velo- und E-Bike-Fahrende” untersucht, wann ein solches Übersehen zu kritischen Verkehrssituationen führt, warum es passiert und in welchen Konstellationen und Infrastruktursituationen es sich häuft.
Ziele
Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer systematischen Methodik zur Identifizierung von kritischen Konstellationen, in welchen Velo- und E-Bike-Fahrende übersehen werden sowie die Entwicklung eines praxisnahen Massnahmenkatalogs.
Vorgehen
Das Projekt folgt einem Mixed-Methods-Ansatz und gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende Arbeitsschritte:
- Unfallanalyse. Auswertung der Verkehrsunfallstatistik sowie Begehungen unfallträchtiger Stellen mit Fachpersonen.
- Literaturrecherche. Systematische Aufarbeitung der nationalen und internationalen Forschung zu Einflussfaktoren des Übersehens.
- Synthese und Methodikentwicklung. Entwicklung einer Methodik zur Identifikation kritischer Konstellationen anhand eines wahrnehmungspsychologischen Rahmenmodells.
- VR-Fahrsimulatorstudie. Überprüfung der identifizierten Konstellationen und Massnahmen in einem kontrollierten VR-Experiment, federführend bei der FHNW Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik (HABG), in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Psychologie und der Universität Bern (Auswertung Eye-Tracking).
- Massnahmenkatalog. Ableitung eines praxistauglichen, mit der Begleitkommission validierten Massnahmenkatalogs für Verkehrsplaner:innen und Entscheidungsträger:innen.
Konsortium
Das Projekt wird gemeinsam getragen von der FHNW Hochschule für Angewandte Psychologie (Projektleitung), der FHNW Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik (HABG), der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu und dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Bern
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Verkehr und Mobilität
- Hochschule/Institut
- Institut Bauingenieurwesen
- Partner
- Hochschule für Angewandte Pyschologie
Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu
Institut für Sportwissenschaften, Universität Bern - Förderung
- Bundesamt für Strassen ASTRA (MFZ_20_04B)
- Laufzeit
- Oktober 2024 bis Oktober 2026
- Leitung
- Prof. Dr Dorothea Schaffner (Co-Leitung), Dr Michael van Eggermond (Co-Leitung)
