Wärmepumpen sind eine Schlüsseltechnologie der Schweizer Energiewende. Mit dem raschen Ausbau wächst jedoch auch die Bedeutung eines effizienten und zuverlässigen Betriebs. Die vorliegende Studie untersucht, wie Planung, Betriebsüberwachung und intelligente Steuerung von Wärmepumpen bis 70 kW verbessert werden können – und welche Rolle ein weiterentwickeltes Qualitätssicherungssystem dabei spielen kann. Die Ergebnisse liefern konkrete Empfehlungen für Branche, Kantone und Bund.
Projektdetails
- Forschungsfeld
- Erneuerbare Energie und Gebäudetechnik, Digitale Lösungen für nachhaltige Gebäude
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW / Institut Nachhaltigkeit u.Energie am Bau
Schweizer Wärmepumpenmarkt: Fokus auf Energieeffizienz und Flexibilität
Wärmepumpen sind heute die meistinstallierte Heiztechnologie in der Schweiz. Mit dem Ausbau von derzeit rund 450'000 auf potenziell über eine Million Anlagen bis 2050 werden sie zu einem systemrelevanten Element der Stromversorgung. Ihr Einfluss auf Lastprofile, Netzstabilität und Winterstromverbrauch wächst stetig. Gleichzeitig zeigen Felduntersuchungen, dass viele Anlagen nicht optimal betrieben werden – obwohl sich häufig mit geringem Aufwand deutliche Effizienzverbesserungen erzielen liessen.
Ausgangslage und Zielsetzung
Seit der Einführung des Wärmepumpen-Systemmoduls (WPSM) im Jahr 2017 konnte die Installationsqualität beim geförderten Heizungsersatz deutlich verbessert werden. Das bestehende Qualitätssicherungssystem deckt jedoch die Betriebsphase – also den tatsächlichen Anlagenbetrieb nach der Inbetriebnahme – nur teilweise ab. Ziel der im Auftrag von EnergieSchweiz durchgeführten Studie war es, den aktuellen Stand von Technik und Praxis entlang des gesamten Lebenszyklus von Wärmepumpenanlagen bis 70 kW zu analysieren und daraus Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems abzuleiten.
Methodik
Die Studie stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse, Experteninterviews sowie eine vertiefende Branchenbefragung, die aufbauend auf einer vorgängigen BFE-Umfrage gemeinsam mit der Branche durchgeführt wurde. Die Untersuchung gliedert sich entlang von drei Handlungsfeldern: Planung und Dimensionierung, Monitoring und Betriebsoptimierung sowie Netzdienlichkeit und Systemintegration.
Ergebnisse
Im Bereich der Effizienzprüfung wurden aktualisierte Orientierungswerte für die Jahresarbeitszahl (JAZ) erarbeitet, die erstmals nach Wärmepumpentyp, Klimaregion und Heizsystem differenzieren. Die Betriebsoptimierung wurde als kontinuierlicher Prozess über drei Ebenen strukturiert – vom Normalbetrieb über gezielte Unterstützung bis hin zu investiven Massnahmen.
Für das Monitoring wurde ein stufenweises Konzept entwickelt, das von einer einfachen Plug-and-Play-Lösung über das Heimnetzwerk (Monitoring Basic) bis hin zu vollwertigen Energiemanagementsystemen mit netzdienlicher Steuerung reicht. Als Mindestanforderung wird die Monitoring-Stufe 2 mit Fernabfrage und Anbindung an eine schweizweite Plattform empfohlen.
Ausblick
Die Ergebnisse sind als Orientierungsrahmen zu verstehen, der künftige Umsetzungsarbeiten erleichtert und Richtungen aufzeigt. Die konkreten Ausgestaltungsschritte bedürfen der breiten Abstimmung mit den betroffenen Akteuren. Es besteht ein gemeinsames Interesse aller Beteiligten – von Eigentümern und Installateuren über Energieversorger und Kantone bis zum Bund –, die Qualität von Wärmepumpensystemen nachhaltig zu sichern und damit einen Beitrag zur Stabilität und Effizienz des Schweizer Energiesystems zu leisten.
Eckdaten des Projekts
Zukunftsfeld | Zero Emission |
Finanzierung | Energie Schweiz |
Projektvolumen | ca. CHF 30'000.00 |
Projektpartner*innen | |
Förderorganisation | Bundesamt für Energie BFE |
Projektleitung | |
Projektmitarbeitende | Andreas Genkinger, Christoph Messmer, Parantapa Sawant, Natasa Vulic, David Zogg |
Laufzeit | Juni 2025 - April 2026 |
Publikationen
Weiterführende Links
Kontakt
Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau
Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz


