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Seeing Into the Heart of Things

In Kooperation mit CULTURESCAPES 2021 Amazonas, dem interdisziplinären Schweizer Kulturfestival, widmet sich das Herbst-Master-Symposium des Institut Kunst Gender Natur den Konzepten und Formen indigenen Denkens sowie verbündeten künstlerischen Praktiken, die unterschiedliche Formen der Koexistenz imaginieren und vorbringen.

Mit Annette Amberg und Vídeo nas Aldeias, Vandria Borari, Kateryna Botanova, Felipe Castelblanco im Gespräch mit Taita Hernando Chindoy & Ayenan Quinchoa, Pauliina Feodoroff, Katya García-Antón, Biung Ismahasan, Davi Kopenawa, knowbotiq mit Ana Garzón Sabogal, Timimie Märak, Jeremy Narby, Ashfika Rahman, Pamela Rosenkranz und weiteren.

Seit dem «langen 16. Jahrhundert» ist die Ordnung der Welt geprägt von hegemonialen Macht- und Besitzhierarchien zwischen denen, die ausbeuten und enteignen, und denen, die ausgebeutet werden und deren Leben, Land und Ressourcen enteignet werden. Diese Verhältnisse gehören weder der Vergangenheit an noch sind sie ausschliesslich ideologisch bedingt. Wenn die vermeintliche Vorherrschaft einer Lebensform über alle anderen nur durch den Einsatz vielfältiger Formen von Gewalt möglich ist, so besteht eine dieser Formen in der Erfindung (und ständigen Neuerfindung) der Natur durch die kolonialen Kulturen. Diese Erfindung beruht auf einem Fortschrittsbegriff, der die Natur als das begreift, woraus man hervorgeht. Das Verständnis des Realen in der überlieferten indigenen Epistemologie ist jedoch ein anderes: «Wir gehören dem Land» könnten etwa die Aborigines behaupten. Oder, wie Ailton Krenak, der brasilianische indigene Schriftsteller, Denker und Vertreter der Krenak, anmerkt: «Man kann sich die Natur nur vorstellen, wenn man sich ausserhalb von ihr befindet. Wie könnte sich ein Baby, das sich im Uterus seiner Mutter befindet, die Mutter vorstellen? Wie könnte sich ein Samen die Frucht vorstellen? Das Innere kann man sich nur von aussen vorstellen.»

Wie also kann man sich dieser Binarität und der Gewalt, mit der sie durchgesetzt wird, widersetzen? Wie kann man heilen, was von ihr verletzt wird? Während des dreitägigen Symposiums am Institut Kunst Gender Natur, das vom 3. bis 5. November 2021 stattfindet, werden Künstler:innen, Älteste, Autor:innen, Kurator:innen und Verbündete in Basel zusammenkommen, um dekolonialen Feminismus und die politischen Potentiale der mythischen Imagination zu diskutieren. Dabei werden wir uns mit folgenden Fragen befassen: Auf welche Weise schaffen indigene Kosmologien Formen des Widerstands? Inwiefern vernebelt die westliche Vorstellung vom Amazonasgebiet, von ihren Wurzeln im «Rassenkapitalismus» bis hin zu ihrer paternalistischen Corporate-Tech-Gegenwart, unser Verständnis davon, wie die Völker und nichtmenschlichen Geister des Amazonas´ ihre Geschichte erzählen? Wie genau werden ökologische und dekoloniale Praktiken in den visuellen und mündlichen Matrizen des indigenen Denkens und der indigenen Erzählungen auf der ganzen Welt sichtbar?

Wir möchten dieses Symposium der Künstlerin, Kuratorin und Forscherin Virginia Perez Raton widmen, der Gründerin von Teorética in Costa Rica.

Das Symposium findet in der Aula (D1.04) der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel statt oder kann über https://dertank.ch/we-explore/gender/ online besucht werden. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Datum und Zeit

03.11.2021 - 05.11.2021 iCal

Ort

Online unter:

https://dertank.ch/we-explore/gender/

Institut Kunst Gender Natur (IAGN)

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Hochschule für Gestaltung und Kunst Institut Kunst Gender Natur (IAGN), Ateliergebäude: A 1.10 Oslo-Strasse 3 4142 Münchenstein b. Basel
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