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Forschungsprojekt «Clim’Ability Design» begleitet Arealentwicklung im Basler Klybeck

Ein interdisziplinäres Team erarbeitet Lösungen zur Reduktion von urbaner Hitze für das Entwicklungsprojekt der Swiss Life.

Mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Institutionen am Oberrhein, unter anderem von der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und von der Universität Basel, erarbeiten Lösungen rund um das Thema klimaangepasste Stadtentwicklung für Akteure auf dem Areal der Swiss Life, die sich in Zukunft auf dem ehemaligen Produktionsareal der Chemieindustrie im Klybeck in Basel ansiedeln werden. Ziel des grenzüberschreitenden Interreg-Forschungsprojekts «Clim’Ability Design» sind konkrete Lösungsansätze, wie Unternehmen mit den Herausforderungen der Klimaerwärmung und der Hitze in städtischen Lagen umgehen können. Als langfristig orientierte Immobilieninvestorin integriert Swiss Life bei ihren Arealentwicklungen konsequent auch Nachhaltigkeitskriterien. Im Rahmen der Arealentwicklung des Klybeck-Quartiers arbeitet Swiss Life deshalb mit dem interdisziplinären Team von «Clim’Ability Design» zusammen.

Swiss Life will die Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit in die Arealentwicklung integrieren, unter anderem auch bei der Erarbeitung des städtebaulichen Leitbilds «Klybeckplus» in Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt und der Central Real Estate Basel. «Wir nehmen am Clim’Ability-Projekt teil, weil wir uns nachhaltige und praktikable Lösungen und Inputs für die Entwicklung des Klybeck-Quartiers und die Unternehmen versprechen, die sich einmal in diesem neuen Stadtteil ansiedeln werden», sagt Philipp Fürstenberger, Projektleiter bei Swiss Life. Die Vorarbeiten zum Forschungsprojekt sind vor einem Jahr gestartet, die Ergebnisse werden in rund zwei Jahren vorliegen.

50 Grad in 30 Jahren

«In unserem Projekt suchen wir grenzüberschreitend nach konkreten Ergebnissen und Lösungen, die für die Wirtschaft interessant sind. Unsere Arbeit soll für die KMU ein Impuls sein, sich mit dem Thema Klimaerwärmung zu befassen», sagt Prof. Dr. Tina Haisch, Dozentin und Leiterin des Schwerpunktes Innovation und Raum an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Denn Massnahmen, die gut für das Klima und die Menschen sind, sind oft auch gut für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Dr. Cédric Duchêne-Lacroix, Sozialwissenschaftler an der Universität Basel, erläutert: «Die bisher gemessene Rekordtemperatur in Basel-Binningen betrug 39 Grad im Schatten. Auswertungen zeigen, dass Hitzeinseln in der Basler Innenstadt wie auf dem Klybeck-Areal vier Grad wärmer sein können. In 30 Jahren werden wir in Basel voraussichtlich Temperaturen von 50 Grad erreichen.» Die Erwärmung sei ein Problem für das Stadtleben sowie für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen.

Sensoren messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Forscherinnen und Forscher platzieren Sensoren, die an der Universität Freiburg entwickelt wurden, an verschiedenen Standorten in Gebäuden und messen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Aus den Messungen leiten sie ab, welche Massnahmen nötig und möglich sein können. Zudem planen sie das Durchführen von Kreativforen, um möglichst innovative Ideen für die Umsetzung zu erhalten.

Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, an dem sich auch Nicht-EU-Staaten beteiligen können. Das interdisziplinäre Team von «Clim’Ability Design» aus den Fachbereichen Klimaforschung, Geographie, Soziologie und Wirtschaft begleitet neben anderen Standorten in der Oberrheinregion auch den Birsfelder Hafen. Dieser weist eine ähnliche Lage und bauliche Struktur wie das Klybeck-Areal auf. Die Schweizer Seite des Projekts wird vom Bund, vom Kanton Basel-Stadt und vom Kanton Basel-Landschaft mitfinanziert.

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