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07.12.2022 | Hochschule für Wirtschaft

Neue #FinTank-Studie: Collaboration Models

In der Studie wurden zentrale Begrifflichkeiten geklärt und ein gemeinsames Verständnis über strategische, technische und regulatorische Aspekte im Zusammenhang von Open Banking, Open Finance und Ecosystems zwischen regulierten Finanzinstituten und nicht regulierten Third Party Providern geschaffen.

Das Projekt Collaboration Models wurde vom #FinTank der FHNW in Zusammenarbeit mit Swiss FinTech Innovations (SFTI) und der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) durchgeführt und vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) unterstützt.

Die Arbeit verfolgt drei Ziele: erstens werden die rechtlichen Anforderungen für unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit zwischen regulierten Finanzinstituten und nicht regulierten Drittanbietern (sogenannten Third Party Providern, TPPs) auf dem Schweizer Finanzplatz aufgezeigt (Dimension 1). Dafür werden vier Grundmodelle der Zusammenarbeit differenziert: Outsourcing, das gemeinsame Angebot von Bank und TPP, das Plattformmodell sowie die einseitige Aufforderung der Kundschaft. Zweitens werden mögliche Massnahmen skizziert, welche das Vertrauen zwischen regulierten und nicht regulierten Marktteilnehmenden fördern könnten. Dazu gehört ein Industriestandard durch Selbstregulierung, eine Zertifizierung von TPPs oder eine regulatorische Lizenzierung und Beaufsichtigung dieser Akteure (Dimension 2). Drittens werden zur Beurteilung der so entstandenen Optionen die Sichtweisen und Perspektiven von relevanten Anspruchsgruppen am Finanzmarkt transparent dargestellt und ausgewertet (Dimension 3).

Die Auswertung der qualitativen Befragung in Dimension 3 zeigt ein sehr breites sowie fragmentiertes Meinungsbild, auch innerhalb der einzelnen Anspruchsgruppen. Keine der vorgeschlagenen vertrauensschaffenden Massnahmen wird von allen Teilnehmenden eindeutig begrüsst. In Bezug auf das Zusammenarbeitsmodell Outsourcing, welches allerdings nicht als Open Finance-Modell einzuordnen ist, wird vorab auf den Status Quo bzw. das Rundschreiben 2018/3 «Outsourcing» der FINMA hingewiesen, welches für die Zusammenarbeit einen etablierten Rechtsrahmen biete. In Zusammenhang mit einer vorgeschlagenen Zertifizierungs- oder Bewilligungspflicht für TPPs werden wiederholt – weitgehend unabhängig von den Zusammenarbeitsmodellen – vor allem die unter Umständen hohen Kosten für TPPs als Schwäche genannt und eine Bewilligungspflicht von TPPs wird vergleichsweise oft als innovationshemmend beurteilt. Im Falle eines Verbleibs beim Status Quo oder einer Selbstregulierung wird umgekehrt jedoch die Herausforderung bei der Einigung auf einen Industriestandard gesehen und gleichzeitig die Befürchtung geäussert, dass sich – vor allem in den Zusammenarbeitsmodellen gemeinsames Angebot und Plattform – die stärkeren Marktteilnehmenden durchsetzen werden.

Die Auswertung der Bewertungsraster zeigt folgende Tendenzen: in Kombination mit dem Modell Outsourcing votierten die meisten Teilnehmenden für den Status Quo, beim Modell gemeinsames Angebot für eine Zertifizierungspflicht von TPPs und bei den Modellen Plattform und einseitige Aufforderung für die Ausarbeitung eines Industriestandards.

Das gesamte Projekt trägt zur Klärung von zentralen Begrifflichkeiten und der Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses über die Möglichkeiten und Formen der Zusammenarbeit zwischen regulierten Finanzinstituten und nicht regulierten TPPs über alle drei Disziplinen hinweg (Recht, Ökonomie und Technologie) bei. Dieses gemeinsame Verständnis soll als Fundament dienen und innerhalb der Branche Diskussionen zu Partnerschaften weiter erleichtern.

Ausblickend gilt es, diese Punkte weiter zu vertiefen. Die rege und aktive Teilnahme an der durchgeführten Umfrage verdeutlicht, dass zahlreiche Parteien am Diskurs um die Ausgestaltung von Open Finance in der Schweiz sehr interessiert sind und einen Beitrag zu einer nachhaltigen, kundenzentrierten Umsetzung leisten wollen.

Studie Collaboration Models

Laden Sie hier die Studie Collaboration Models des #FinTank der FHNW herunter.

Download Studie
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