Bevor die Ausbildungsräume gut beheizt waren
Seit Studienbeginn gab es für Jeremy Frey immer wieder Verbindungen zur PH FHNW. Zum 20-Jahre-Jubiläum erinnert er sich daran, wann persönliche Identifikation und ein lange währendes Netzwerk entstanden sind – und an eine Lehrveranstaltung in der Beiz.
Als Jeremy Frey 2011 seine Ausbildung an der PH FHNW in Angriff nahm, war Basel noch Unterrichtsstandort. «Viele Module habe ich zu dieser Zeit in der Orangerie an der Riehenstrasse verbracht, einem wunderschönen Bau, deren ursprünglicher Besitzer Seidenbandfabrikant Achilles Leissler war», erinnert er sich. Doch das prunkvolle ehemalige Sommerhaus hatte auch seine Tücken. «An die Kälte der Orangerie im Winter mag ich mich gut erinnern», so Frey. Weitere Anekdoten aus seiner Studienzeit sind Frey bis heute präsent geblieben. Etwa dass ein Erziehungswissenschaft-Modul zeitweise aus Platzmangel morgens von 8 bis 10 Uhr in einer Beiz in der Clarastrasse abgehalten wurde.
Aber natürlich sind es nicht nur die Anekdoten, die in Erinnerung blieben. «Die Ausbildung zur Sek-I-Lehrperson war eine sehr spannende Zeit, in der ich viele interessante Menschen kennengelernt habe, mit denen ich zum Teil noch heute regelmässig Kontakt habe und sie zu einem wichtigen Teil meines heutigen Netzwerks geworden sind», betont Frey. Ein paar Jahre nach seinem Abschluss kehrte Frey dann erneut an die PH FHNW zurück. «2021 habe ich die Ausbildung zur Praxislehrperson absolviert und mich dazu verpflichtet, die Studierenden nach den Werten und Kriterien der PH FHNW zu schulen und zu beurteilen. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Kriterien hat eine persönliche Identifikation zwischen mir und der PH stattgefunden.»
Mittlerweile hat er auch den CAS Schulleitung abgeschlossen und ist an der Sekundarschule «Drei Linden» in Basel als Schulleiter tätig. Sein Tätigkeitsfeld hat sich damit verändert - aber die Erfahrungen, die er in den Jahren zuvor im Klassenzimmer gemacht hat, helfen weiterhin: «Als Schulleiter profitiere ich davon, dass ich die Lehrerausbildung sowie die Praxislehrerausbildung habe, selber jahrelang als Klassen- und Fachlehrperson sowie als Praxislehrperson tätig war und noch immer bin. Ich weiss, vor welchen Herausforderungen meine Lehrpersonen stehen und kann sie in ihrer Arbeit unterstützen und stärken, damit sie ihren Beruf bestmöglich ausüben können. Davon profitieren letztendlich die Schüler*innen.»
«Ich wünsche der PH FHNW, dass sie (weiterhin) Dozierende findet, die mit Leidenschaft dozieren und die Studierenden an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben lassen, so dass diese bestmöglich vorbereitet unsere Jugendlichen begleiten können.»
Als Lehrperson und als Schulleiter berücksichtigt Jeremy Frey die Heterogenität von Schüler*innen, Lehr- und Fachpersonen sowie Erziehungsberechtigten. «Dabei muss ich mir die individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen von Schüler*innen und Lehrpersonen, aber auch die sozioökonomischen Faktoren von Erziehungsberechtigten vor Augen führen, um in jeder Situation das Individuum zu erreichen», beschreibt er seine Aufgabe. «Dabei spielt natürlich die Kompetenz in den Bereichen der Kommunikation und Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.» Zusammenfassend sagt Frey: «Letztendlich bin ich für die Qualität meiner Schule verantwortlich und unterstütze meine Lehrpersonen dabei, ihr professionelles Handeln zu reflektieren, Rückmeldungen einzuholen und ihren Unterricht stets zu optimieren.» Dabei könne er auf Kompetenzen zurückgreifen, die er an der PH FHNW erworben habe.
Zum 20. Geburtstag – und für die nächsten 20 Jahre – hat Jeremy Frey dann auch mehrere Wünsche für die PH FHNW: «Ich wünsche der PH FHNW, dass sie die Arbeit weiterhin nicht scheut, ihre Ausbildungsangebote an die Anforderungen der heutigen Zeit und den gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen. Ich wünsche ihr, dass sie (weiterhin) Dozierende findet, die mit Leidenschaft dozieren und die Studierenden an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben lassen, so dass diese bestmöglich vorbereitet unsere Jugendlichen begleiten können. Und ich wünsche der PH FHNW, dass sie sich ihrer Rolle als Ausbildungsinstitut bewusst ist und wie wichtig es ist, dass sie am Puls der Zeit bleibt, damit Werte, Haltungen und Kompetenzen laufend weiterentwickelt werden.»


