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Serena Rudy hat sich in Mexiko mit Tiergiften auseinandergesetzt

Drei Monate forschte sie für ihre Bachelorarbeit an der Universidad de Sonora mit dem Gift der Texas-Klapperschlange.

Interview mit Serena Rudy

Was hat dich motiviert, einen Auslandaufenthalt zu machen?
Ich habe während meinem Studium die Faszination für Tiergifte in pharmazeutischen Anwendungen entdeckt. Dementsprechend war dies eines der Themen, welches mich für die Ba-chelorarbeit interessierte. Dies war jedoch in der Schweiz und im nahen europäischen Raum in der Industrie in diesem Rahmen nicht möglich.
Durch Gespräche mit meinem Professor Herrn Dr. Uwe Pieles ergab sich für mich die Möglichkeit, dieses Thema in der Universidad de Sonora in Mexiko umzusetzen. Dort hat die Schlangengiftforschung gerade neu angefangen und es gab die Möglichkeit mit dort einheimischen Schlangen zu arbeiten.
Des Weiteren reizte es mich, eine längere Zeit in einer neuen Kultur und fremder Sprache zu leben.

Warum hast du dich für deine Gastuniversität und dein Gastland entschieden?
Primär faszinierte mich das Thema, an welchem ich gearbeitet habe und die Möglichkeiten, die mir dort offenstanden. Das Gastland war für mich vorerst zweitrangig.
Nach meiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem Gastland, faszinierte mich jedoch immer mehr die Kultur und die Sprache Mexikos. Spannend war für mich ebenfalls, dass meine Umgebung wenig über Mexiko und das Leben dort wusste und es somit für mich eine völlig neue Erfahrung wurde.
Zusätzlich war mir wichtig, dass ich allein in dieses mir fremde Land reise, um mich voll auf die Gegebenheiten und Menschen vor Ort einlassen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich, dass ich mich eigenfinanzieren kann, da ich finanziell unabhängig sein wollte.

Wie unterscheidet sich dein Studienalltag an der Gastuniversität im Vergleich zu deinem Alltag an der Hochschule für Life Sciences?
Meine Studienalltage an der FHNW und in Mexiko können nicht miteinander verglichen werden. Da mein Aufenthalt in Mexiko der reinen Forschung im Labor im Rahmen der Bachelor-arbeit diente, hatte ich keine direkten Einblicke in den Unialltag und die Vorlesungen.

Woran hast du geforscht und welche Ergebnisse hast du erzielt?
In den letzten Jahrzehnten haben Tiergifte stark an wissenschaftlichem Interesse gewonnen, weil mehrere Giftkomponenten eine biotechnologische und pharmazeutische Bedeutung bewiesen haben. Schlangengifte haben dabei antitumorale, antizellproliferierende und antiangiogenetische Eigenschaften gezeigt, die günstig zur Verwendung in der Krebstherapie sind. Für meine Studien wurde das Gift der Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox) verwendet, welche im Südwesten der Vereinigten Staaten und im nördlichen Teil von Mexiko beheimatet ist.
Das extrahierte Schlangengift wurde in den Versuchen in Nanopartikeln, welche als Transportvehikel verwendet wurden, eingekapselt. Diese wurden im Anschluss auf ihre Eigenschaften untersucht und deren Effekte auf die Zellviabilität von verschiedenen Brustkrebszellen untersucht.

Was hat dich an deinem Auslandaufenthalt am meisten überrascht?
Die Offenheit der Menschen hat mich von Anfang an positiv überrascht. Die freundliche Aufnahme im Laborteam und auch die familiäre Offenheit wird dort viel deutlicher gelebt, was in der europäischen Welt manchmal etwas zu kurz kommt.
Auch die Arbeitsatmosphäre habe ich entspannter erlebt, hierarchische Strukturen werden viel geringer gelebt. Zudem gibt es kaum eine Trennung zwischen Arbeit und Privatleben, beides verschwimmt sehr stark ineinander.

Hast du einen Tipp für zukünftige Austauschstudierende?
Sehr wichtig ist meiner Meinung nach die Offenheit gegenüber anderen Personen und Kulturen, um Kontakte zu knüpfen. Spanischkenntnisse sind vor allem ausserhalb der Universität von Vorteil, da dort die meisten kein oder kaum Englisch sprechen. Sehr gutes Englisch ist Voraussetzung, um sich im Laboralltag verständigen zu können.
Mir war nicht von Anfang an bewusst, wie hitzebeständig man sein muss. Vor allem, wenn man den Sommer dort verbringt. Hitzebeständigkeit ist ein Muss ;)
Zudem ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass der Aufenthalt in Hermosillo sich vor allem auf den Laboralltag und die Leute dort bezieht, da die Stadt nicht touristisch ausgelegt ist (was auch seine Vorteile hat!). Wer dies dennoch möchte, sollte sich früh genug überlegen und planen, was an den Wochenenden an Ausflügen geplant wird.

Hast du besondere Erlebnisse oder Erfahrungen gemacht, über die du berichten möchtest?
Man sollte sich bewusst sein, dass man als «Schweizer Student» dort eine besondere Aufmerksamkeit bekommt, welche sich bis in die hohe Führungsebene zieht. Dort ist man stolz auf den Austausch mit der FHNW und generell auf internationalen Austausch. Das bedeutet, dass man darauf achten sollte, die Anerkennung auch zurück zu geben und sich seiner Rolle bewusst zu sein.

Ab ins Ausland?

Unsere Studierenden profitieren von der internationalen Vernetzung der Hochschule für Life Sciences. Ein Auslandsemester bei unseren Partnerschulen ist bei Bachelor- wie auch Master-Studierenden sehr begehrt. Nicht nur, um den persönlichen Horizont zu erweitern, sondern auch, um neue soziale und kulturelle Kompetenzen zu erwerben.

Im Rahmen unseres Masterprogramms können ausgewählte Studierende ein Doppel-Diplom machen, um die beiden Titel «MSc in Life Sciences FHWN» und «MSc in Drug Synthesis and Manufacturing UCT Prague» zu erwerben. Dafür verbringen die Studierenden ein zusätzliches Semester an der UCT Prag. Das Double-Degree Programm ist besonders attraktiv für Masterstudierende, die anschliessend eine Promotion anstreben. Weitere Details zum Double-Degree-Programm finden Sie im hier.

Hochschule für Life Sciences FHNW

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