Autonome Roboter und Drohnen sind längst keine Zukunftsmusik mehr, sie prägen Industrie, Umwelttechnik und unseren Alltag. Mit der neuen Vertiefungsrichtung «Robots and Drones» reagiert die FHNW auf diesen Wandel. Im Interview erläutern die Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Elektro- und Informationstechnik, Sebastian Gaulocher, sowie des Bachelorstudiengangs Systemtechnik, Heinz Eichin, warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Spezialisierung ist und welche spannenden Perspektiven sie den Studierenden eröffnet.
Wie kam es zur Idee der neuen Vertiefungsrichtung «Robots and Drones»?
Sebastian Gaulocher:
Wir sehen seit einigen Jahren eine stark steigende Nachfrage aus der Wirtschaft. Unternehmen suchen gezielt nach Fachkräften für Automatisierung, autonome Systeme – und das branchenübergreifend.
Heinz Eichin:
Gleichzeitig ist das Thema bei uns schon lange präsent. Unsere Studierenden arbeiten in Projekten mit Robotern und Drohnen, und auch in der Forschung beschäftigen wir uns intensiv damit. Die neue Vertiefung ist also ein logischer nächster Schritt.
Warum wird die Vertiefung gleich in zwei Studiengängen angeboten?
Heinz Eichin:
Weil Robotik per se interdisziplinär ist. Kompetenzen in Robotik, Embedded Systems, Regelungstechnik, Bildverarbeitung oder Flugsteuerung greifen ineinander.
Sebastian Gaulocher:
Im Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnologie (EIT) liegt der Fokus stärker auf Sensorik und Embedded Systems. Im Studiengang Systemtechnik (ST) stehen Mechatronik, Vernetzung und das Gesamtsystem im Zentrum. Gemeinsam decken wir das Feld vollständig ab.
Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?
Sebastian Gaulocher:
Die Technologien sind reif geworden. Sensoren, Kameras, Lidar, GPS oder Edge-KI sind heute leistungsfähig und gleichzeitig erschwinglich. Systeme, die früher nur im Labor möglich waren, können jetzt real eingesetzt werden.
Heinz Eichin:
Und KI spielt dabei eine entscheidende Rolle – nicht als Hype, sondern als echter Beschleuniger. Fortschritte in der Bildverarbeitung, Navigation und im autonomen Verhalten bringen Robotik endgültig in die Praxis.
Sebastian Gaulocher:
Dazu kommt: Robotik gewinnt auch in der Industrie massiv an Dynamik. Und viele Anwendungen, etwa in der Landwirtschaft oder in Energiesystemen, sind hochrelevant für gesellschaftliche Herausforderungen.
Welches Bedürfnis der Praxis deckt die Vertiefung ab?
Heinz Eichin:
Ganz klar: den Fachkräftemangel. Gesucht sind Leute mit Know-how in Robotik, Embedded Systems, Regelungstechnik, ROS oder Bildverarbeitung.
Sebastian Gaulocher:
Das Spannende ist die enorme Breite der Anwendungen: von Industrieautomation über Medizintechnik bis hin zu Smart Farming oder Rettungseinsätzen.
Heinz Eichin:
Und nicht zu vergessen: die gesellschaftliche Relevanz. Roboter und Drohnen übernehmen gefährliche, monotone oder hochpräzise Aufgaben, etwa bei Inspektionen oder in der Katastrophenhilfe.
An wen richtet sich die Vertiefungsrichtung?
Heinz Eichin:
An alle, die sich für Robotik und Drohnen begeistern und komplexe Systeme verstehen wollen.
Sebastian Gaulocher:
Egal ob direkt von der Kanti, aus der Berufslehre oder aus einer höheren Fachschule – auch Quereinsteiger sind willkommen.
Was nehmen Absolventinnen und Absolventen für ihren Berufsalltag mit?
Sebastian Gaulocher:
Eine starke Grundlage in Mathematik, Informatik, Elektrotechnik und Mechatronik.
Heinz Eichin:
Und vor allem viel Praxis: Unsere Studierenden arbeiten intensiv in Labors und Projekten. Sie lernen, Systeme wirklich umzusetzen und nicht nur theoretisch zu verstehen.
Sebastian Gaulocher:
Dazu kommen wichtige Soft Skills wie Projektmanagement, Teamarbeit und interdisziplinäres Denken.
In welchen Branchen ist dieses Wissen gefragt?
Heinz Eichin:
Ehrlich gesagt: in fast allen. Im Zuge von Industrie 5.0 wird kaum eine Branche ohne Robotik und autonome Systeme auskommen.
Die Vertiefung startet im Herbst 2026 – was möchten Sie Interessierten mitgeben?
Sebastian Gaulocher:
Wer sich für dieses Feld interessiert, kann sich schon heute anmelden.
Heinz Eichin:
Die Kombination aus gesellschaftlicher Relevanz, technologischer Dynamik und spannenden Projekten macht dieses Studium einzigartig – und eröffnet hervorragende Karrierechancen.
Mehr zu den Studiengängen

Elektro- und Informationstechnik

Systemtechnik
Kontakt

Prof. Heinz Eichin
- Telefon
- +41 56 202 71 57
- heinz.eichin@fhnw.ch

Prof. Dr. Sebastian Gaulocher
- Telefon
- +41 56 202 77 57