Wie können Technik, Forschung und Industrie gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen von morgen entwickeln? Diese Frage stand im Zentrum der ersten Schweizerischen Konferenz für Technik und Umwelt der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW.
Eröffnet wurde die Konferenz von Prof. Dr. Peter Flohr, Direktor der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW. Er zeigte auf, wie stark sich unsere Welt verändert einerseits durch den Klimawandel anderseits durch globale Konflikte als auch durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Für Ingenieurinnen und Ingenieure sieht er darin vor allem eine Chance:
Mit der neuen Hochschule für Technik und Umwelt FHNW wird die 60-jährige Tradition des Technikstandorts Brugg-Windisch weiterentwickelt. Die HTU verbindet ihre technische Expertise noch stärker mit Umweltfragen und setzt dabei auf Themen wie Energie, Materialien, Kreisläufe und Digitalisierung. Neue Studienangebote wie Computational Engineering, Materials Engineering sowie Robots & Drones greifen diese Entwicklung auf.
Hochschule und Industrie gemeinsam
Michael Koller, Ressortleiter Industriesektor Umwelttechnik bei Swissmem, zeigte anschliessend auf, warum die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend ist. Hochschulen liefern Wissen und Grundlagen, Unternehmen kennen Markt und Kundenbedürfnisse. Studierende können dabei eine wichtige Brücke bilden.
Forschung müsse unabhängig bleiben, gleichzeitig aber den Weg in die Anwendung finden. «Wissenschaft und Anwendung sind nicht getrennt», so Koller. Entscheidend seien schnelle Entwicklungszyklen, Prototypen, Kundenfeedback und der Mut, Fehler früh zu machen und daraus zu lernen.
Von der Forschung zur konkreten Lösung
Wie dies in der Praxis aussieht, zeigten zahlreiche Projekte aus der FHNW und ihren Industriepartnerschaften.
Beim Projekt Simpla Grün wird beispielsweise ein Prognosemodell entwickelt, das Gemeinden hilft, Plastik und andere Fremdstoffe im Grüngut gezielt zu reduzieren. Bei «Mycel trifft EPS» entstehen aus Pilzmyzel und pflanzlichen Reststoffen kompostierbare Verpackungen als Alternative zu Styropor.
Auch die automatisierte Textilsortierung mit KI und Robotik zeigt das Potenzial neuer Technologien für die Kreislaufwirtschaft. Gemeinsam mit Tell-Tex wird daran gearbeitet, Textilien künftig in der Schweiz automatisiert nach Qualität und Material zu sortieren und dadurch besser wiederzuverwenden oder zu recyceln.
Weitere Beiträge widmeten sich unter anderem der Entfernung von PFAS aus der Umwelt, digitalen Technologien für eine ressourcenschonende Landwirtschaft, alternativen Kraftstoffen für die Schifffahrt sowie der Energieeffizienz und Dekarbonisierung der Industrie.
Einblicke in die industrielle Innovationspraxis gab zudem Endress+Hauser. An einem konkreten Beispiel wurde gezeigt, wie aus einem Kundenproblem über technische Entwicklung und Prototypentests eine marktfähige Lösung entsteht.
Impressionen
Technik als Teil der Lösung
Die Konferenz machte deutlich: Die grossen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nicht mit einer einzelnen Technologie lösen. Gefragt sind fundiertes Fachwissen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein enger Austausch zwischen Hochschule, Industrie und Gesellschaft.
Gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz bleiben solide Grundlagen entscheidend. Gleichzeitig eröffnet die Verbindung von Technik, Umwelt und Digitalisierung neue Möglichkeiten, nachhaltige Lösungen schneller in die Praxis zu bringen.
Mit der ersten Schweizerischen Konferenz für Technik und Umwelt schafft die HTU dafür eine Plattform und unterstreicht ihren Anspruch, Technik nicht nur weiterzuentwickeln, sondern damit konkrete Lösungen für die Zukunft zu schaffen.








