Wenn sich im September 2026 die besten jungen Berufsleute der Welt an den WorldSkills 2026 in Shanghai messen, wird auch ein Talent der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW am Start sein: Andrin Kästli, Studierender des Studiengangs Elektro- und Informationstechnik FHNW tritt in der Disziplin Electronics an – und bringt nicht nur fachliches Können, sondern auch eine aussergewöhnliche Geschichte mit.
Am 23. und 24. April fand auf dem FHNW-Areal ein zentrales Vorbereitungstraining für die internationalen Berufsmeisterschaften statt. Im Hinblick auf die WorldSkills 2026 in Shanghai trainierten junge Talente aus der Tech-Industrie unter realitätsnahen Bedingungen. Mit dabei waren Cyrill Koller und Ian Hofer in der Kategorie Industry 4.0, Gianin Schneller und Massimiliano Pellegrini in der Kategorie Automation sowie Andrin Kästli in der Kategorie Electronics.
Gerade auf Andrin Kästli richtet sich dabei besondere Aufmerksamkeit: Der FHNW-Teilnehmer wird die Schweiz in seiner Disziplin an den WorldSkills vertreten.
Früh geprägt vom WorldSkills-Fieber
Schon zu Beginn seiner Lehre wurde Andrin Kästli vom „WorldSkills-Fieber“ gepackt. Ausgelöst hat dies sein Oberstift Mario Liechti, der 2020 bei den SwissSkills triumphierte. In diesem Jahr stand ein anderer Name ebenfalls auf dem Podest: Melvin Deubelbeiss belegte den dritten Platz. Für Andrin Kästli war damals klar – diesen Weg wollte er ebenfalls gehen.
Zwei Jahre später wurde die Vision greifbar: 2023 gewann Melvin Deubelbeiss die SwissSkills, während Andrin Kästli selbst den dritten Platz erreichte. „Da wusste ich, dass ich eine echte Chance habe, es auch an die WorldSkills zu schaffen“, sagt er rückblickend.
Teamgeist, der weiterträgt
Diese Dynamik endet nicht bei individuellen Erfolgen. Sie setzt sich im Umfeld der Studierenden im Studiengang Elektro- und Informationstechnik FHNW fort – etwa im Rover-Team, in dem Andrin aktiv ist. Vier von fünf ehemaligen Elektronikern stammen ursprünglich aus der Ausbildung am Paul Scherrer Institut (PSI), drei von ihnen sind ehemalige SwissSkills-Gewinner und WorldSkills-Teilnehmende. Und alle studieren oder sind Absolventen des Studiengangs Elektro- und Informationstechnik an der FHNW. Dieses Netzwerk schafft ein Umfeld, das Leistung fördert und gleichzeitig verbindet.
Der Moment, der alles verändert
Ein besonders prägender Moment für Andrin Kästli war die Siegerehrung an den SwissSkills. Nach stundenlangem Warten kam die Gewissheit: ein Platz auf dem Podest. „Das war ein unglaubliches Gefühl“, erinnert er sich. Ebenso emotional war das Ende des Wettbewerbs: Der Moment, in dem die Aufgabe abgeschlossen war, das Publikum jubelte und Familie sowie Freunde mitfieberten. „Man weiss, man hat alles gegeben – und dann ist es einfach vorbei.“
Intensive Vorbereitung an der FHNW
Der Weg nach Shanghai ist anspruchsvoll. Insgesamt vier intensive Vorbereitungswochen stehen für Andrin auf dem Programm – drei in der Schweiz, eine direkt in China. An der FHNW wird er gezielt auf den internationalen Wettbewerb vorbereitet: mit fachlicher Vertiefung, realitätsnahen Trainings und Simulationen unter Zeitdruck.
„Was wir hier machen, ist Spitzensport“, sagt Olivier Habegger, Swissmem Berufsbildung Leiter Marketing & Berufsmeisterschaften. Tatsächlich verlangt das Programm den Teilnehmenden vieles ab – fachlich, mental und physisch.
Die Belastung ist hoch. So hat Andrin Kästli gestern noch die am Vortag designte Leitplatte für die Aufgabe im PSI bis morgens um 2.00 Uhr gefräst, gemeinsam mit seinem ehemaligen Oberstift Mario Liechti. Daher war er auch etwas müde an diesem Vorbereitungstag. Neben dem Vorbereitungstraining steht bereits der nächste grosse Wettkampf an: der Rover-Träff 2026. „Manchmal kommt alles gleichzeitig“, sagt Andrin Kästli. „Dann merkt man schon, wo die eigenen Grenzen liegen.“ Genau diese Momente seien jedoch entscheidend, um weiterzukommen – sowohl fachlich als auch persönlich.
Auf dem Weg zur Weltspitze
Trotz der intensiven Vorbereitung bleibt für Andrin eines zentral: den Mut zu haben, den eigenen Weg zu gehen. „Man muss es probieren, den ersten Schritt wagen und über den eigenen Schatten springen – nur so kann man so eine einmalige Gelegenheit nutzen“, sagt er.
Mit Disziplin, Leidenschaft und einem starken Netzwerk im Rücken arbeitet Andrin Kästli konsequent auf sein Ziel hin: die Teilnahme an den WorldSkills 2026 in Shanghai. Das Paul Scherrer Institut und die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW begleiten ihn auf diesem Weg und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Spitzenleistungen in der Berufsbildung.

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