Was während seiner Berufslehre als Interesse an den Berufsmeisterschaften begann, führte Andrin Kästli bis nach Shanghai. Parallel zu seinem Studium der Elektro- und Informationstechnik an der FHNW bereitete er sich intensiv auf die WorldSkills 2026 vor und kehrte mit einer Bronzemedaille zurück.
Bei den SwissSkills messen sich junge Berufstalente aus der ganzen Schweiz in ihren jeweiligen Berufen. Die Besten können sich für die WorldSkills qualifizieren, die internationalen Berufsmeisterschaften, bei denen junge Fachkräfte aus zahlreichen Ländern gegeneinander antreten.
Vier Wettkampftage, rund 1400 Teilnehmende aus aller Welt und zahlreiche Disziplinen: Bei den WorldSkills 2026 in Shanghai trafen sich die besten jungen Berufsleute der Welt. Mit dabei war Andrin Kästli, Student der Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW.
In der Disziplin Electronics trat der ausgebildete Elektroniker EFZ für die Schweiz an. Am Ende der vier Wettkampftage stand fest: Andrin gewinnt Bronze.
Von der Lehre als Elektroniker EFZ zu den WorldSkills
Seine Begeisterung für die Berufsmeisterschaften reicht bis in seine Ausbildung am Paul Scherrer Institut PSI zurück. Dort erlebte Andrin mit, wie sein damaliger «Oberstift» Mario Liechti 2020 die SwissSkills gewann. Auch Melvin Deubelbeiss, ebenfalls aus dem PSI-Umfeld, stand damals auf dem Podest.
2023 trat Andrin selbst bei den SwissSkills an und erreichte den dritten Platz. «Da wusste ich, dass ich eine echte Chance habe, es auch an die WorldSkills zu schaffen», sagte er später.
2025 gelang der entscheidende Schritt: Bei den SwissSkills in Bern gewann Andrin Gold in der Disziplin Elektroniker/in EFZ und damit den Schweizermeistertitel. Gleichzeitig sicherte er sich das Ticket für die WorldSkills in Shanghai.
Intensive Vorbereitung auf Shanghai
Der Weg zu den WorldSkills bedeutete Monate intensiver Vorbereitung. Neben seinem Studium trainierte Andrin gezielt für die Anforderungen des internationalen Wettbewerbs.
Im April 2026 wurde auch der Campus Brugg-Windisch zum Trainingsort. Zwei Tage lang trainierten Andrin und weitere Schweizer Berufsathleten dort unter realitätsnahen Wettkampfbedingungen.
Unterstützt wurde er unter anderem von den früheren Vize-Weltmeistern Melvin Deubelbeiss und Mario Liechti. Das Training ging teilweise bis tief in die Nacht. Für eine Aufgabe arbeitete Andrin gemeinsam mit seinem Coach bis zwei Uhr morgens an einer Leiterplatte. «Dann merkt man schon, wo die eigenen Grenzen liegen», so Andrin Kästli.
Bronze gegen die internationale Spitze
In Shanghai wurde aus der monatelangen Vorbereitung schliesslich Wettkampf. In der Disziplin Electronics musste Andrin während vier Wettkampftagen sein Können in verschiedenen Bereichen der Elektronik unter Beweis stellen: Schaltungen entwickeln und simulieren, Leiterplatten herstellen und bestücken, Systeme in Betrieb nehmen, testen und Fehler beheben. Auch Embedded-Programmierung gehörte zu den Aufgaben. Gefragt waren damit nicht nur technisches Wissen und Präzision, sondern auch systematisches Arbeiten unter hohem Zeitdruck.
Am Ende stand Andrin auf dem Podest: Bronze bei den WorldSkills 2026.
Im Video: Andrin nach der Siegerehrung
Unmittelbar nach der Siegerehrung erzählt Andrin, wie es sich anfühlt, die Bronzemedaille um den Hals zu tragen, was ihm die Medaille bedeutet und wem er für die Unterstützung auf dem Weg nach Shanghai besonders dankbar ist.
Erfolg auch mit dem FHNW Rover Team
Die WorldSkills sind nicht der einzige Wettbewerb, bei dem Andrin 2026 erfolgreich war. Als Mitglied des FHNW Rover Teams nahm er an der European Rover Challenge teil. Studierende verschiedener Fachrichtungen entwickeln dort gemeinsam einen eigenen Mars-Rover und treten damit bei internationalen Wettbewerben an.
Bei der European Rover Challenge gewann das FHNW Rover Team den ersten Preis im «Creativity in Rover Design Side Track» des Honda Research Institute Europe. Ausgezeichnet wurden innovative und kreative Engineering-Lösungen, die einen konkreten Beitrag zur Missionsleistung des Rovers leisten.
Von der Berufslehre ins Studium
Nach seiner Ausbildung entschied sich Andrin für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik an der FHNW. Dabei profitiert er von dem Wissen und den Erfahrungen, die er bereits aus der Berufslehre mitbringt.
«Ich muss sagen, dass ich aus der Lehre schon sehr gut vorbereitet war, vor allem bei den fachspezifischen Fächern. Alles andere ist die perfekte Fortsetzung des Elektronikers», sagt Andrin.
Wie Andrin den Wechsel von der Berufslehre ins Studium erlebt hat, warum er sich für die FHNW entschieden hat und welche Tipps er anderen Berufsleuten gibt, erzählt er in unserem ausführlichen Porträt mit Video.
Vom Elektroniker EFZ zum Studium der Elektro- und Informationstechnik
Für Andrin ist die Bronzemedaille der bisherige Höhepunkt eines Weges, der während seiner Berufslehre begonnen hat. Gleichzeitig geht dieser Weg weiter: im Studium der Elektro- und Informationstechnik, bei Projekten wie dem FHNW Rover Team und mit neuen technischen Herausforderungen.


