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Projekte

Materials in Perspective, Hochschule für Technik und Umwelt FHNW

Hochschule für Technik und Umwelt


  • Sand – zweitwichtigste Ressource nach Wasser
  • Projektdetails
  • Kontakt

Technology & Society-Angebot für die Studienrichtung Materials Engineering

Studierende verknüpfen materialwissenschaftliches Fachwissen mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragestellungen und entwickeln praxisnahe Lösungen für komplexe Herausforderungen der Arbeitswelt.

Ausgangslage

Die Entwicklung und Anwendung von Werkstoffen finden heute in einem Spannungsfeld aus technologischen Innovationen, globalen Wertschöpfungsketten, Ressourcenverfügbarkeit, Nachhaltigkeitsanforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen statt. Für angehende Materialingenieur:innen reicht es deshalb nicht aus, Materialien ausschliesslich aus technischer Perspektive zu betrachten.

Das Kontextangebot Materials in Perspective erweitert die fachliche Ausbildung im Studiengang Materials Engineering um wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Perspektiven. Es schafft einen Rahmen, in dem Studierende lernen, materialbezogene Fragestellungen in ihrem realen Anwendungskontext zu verstehen, unterschiedliche Interessenlagen einzubeziehen und daraus tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.

Sand – zweitwichtigste Ressource nach Wasser

  • Quarzsandkörner
    Quarzsandkörner
    Sand ist nach Wasser die zweitmeist verbrauchte Ressource der Welt. Das Beispiel zeigt, welche prägende und facettenreiche Rolle Rohstoffe und daraus produzierte Materialien für die Gesellschaft, Kultur, Natur und Wirtschaft haben können. Sande und Kiese stecken in Beton und Ziegelsteinen, in Gläsern, Straßen, Dämmen, Lacken, Klebstoffen, Kosmetika, in Solaranlagen, Computerchips uvm. (Quelle Bild: Pexels: Alexey Demidov).
  • Stab aus polykristallinem Silizium
    Stab aus polykristallinem Silizium
    Um Sonnenlicht in Strom umzuwandeln, braucht es bestimmte Materialien. Quarzsand und das daraus gewonnene Silizium (engl. Silicon) ist eines davon. Der Halbleiter Silizium steckt in über 90 Prozent aller Solarzellen und ist damit ein Schlüssel-Material wenn es um die globale Energiewende und die damit verbundene internationale Klima-Politik geht. (Quelle Bild: Warut Roonguthai, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons / Quelle Text: Enery: https://enery.energy/blog/was-tatsaechlich-in-einer-solarzelle-steckt-2/).
  • Nahaufnahme einer Mikroprozessor-Leiterplatte
    Nahaufnahme einer Mikroprozessor-Leiterplatte
    95 bis 99.9 Prozent der heutigen Computerchips enthalten den Halbleiter Silizium. Alle digitalen Infrastrukturen – vom Smartphone bis zur KI-gestützen Angriffsdrohne für militärische Zwecke – sind damit auf Sande angewiesen. Sie bilden damit einen wesentlichen Teil des Fundaments sog. moderner Gesellschaften und sind Gegenstand internationaler Wirtschafts- und Geopolitk. (Quelle: Pexels: ed br).
  • Weindegustation
    Weindegustation
    Auch in der Glasherstellung bildet Quarzsand die Basis – und Glas wiederum ist in zahlreichen Gegenständen wie Fenstern, Displays von Smartphones, Windkraftanlagen, Dämmstoffen für den Gebäudebau, Reinigungsmitteln, medizinischen Gerätschaften, Galsfaserkabeln uvm. enthalten. Glas prägt
  • Im Bau befindliches Betongebäude
    Im Bau befindliches Betongebäude
    Ohne Sand kein Beton, ohne Beton kein Bauen. 30 bis 50 Milliarden Tonnen Sand und Kies werden pro Jahr aus Meeren und Flüssen gefördert. Eine mindestens 20 Meter hohe und 20 Meter breite Mauer könnte man damit um den Äquator bauen. Allein China hat in den vergangenen ca. vier Jahren so viel Sand und Kies für die Betonproduktion verbraucht, wie die USA in mehr als 100 Jahren – Und Afrika wird in den nächsten Jahrzehnten ein Bauboom vorausgesagt… Sande und der daraus hergestellte Beton stehen somit im Zentrum zukünftiger globaler Entwicklungsszenarien (Quelle Bild: Pexels: Gülru Sude / Quelle Text: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/sand-ein-nur-scheinbar-unendlicher-rohstoff-100.html).
  • Strand Tan-Tan in Marokko
    Strand Tan-Tan in Marokko
    In Marokko ist bereits die Hälfte aller Strände illegal abgetragen worden. Die Folgen des (illegalen) Sandabbaus sind Erosion, geschädigte Ökosysteme von Küsten- und Flusslandschaften, der Verlust von Tier- und Pflanzenvielfalt, zunehmende Anfälligkeit für Dürren und Überschwemmungen etc. Auch Menschen verlieren somit durch den Sandabbau ihre Lebensgrundlagen und Nahrungsressourcen. (Quelle Bild: Pexels: Moussa Idrissi / Quelle Text: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/sand-ein-nur-scheinbar-unendlicher-rohstoff-100.html).
  • Sicht auf Marina Bay Sands in Singapur
    Sicht auf Marina Bay Sands in Singapur
    Der Stadtstaat Singapur ist heute um ein Fünftel größer als vor 60 Jahren – und wächst weiter. Dieses Wachstum basiert auf sehr viel Sand: Mehr als 500 Millionen Tonnen wurden zur Landgewinnung aufgeschüttet. Sand bildet damit das wortwörtliche Fundament der globalen Finanzindustrie (Quelle Bild: Pexels: Ravish Maqsood / Quelle Text: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/sand-ein-nur-scheinbar-unendlicher-rohstoff-100.html).
  • Ausrangierte Betonelemente
    Ausrangierte Betonelemente
    Für Sande müssen aufgrund der dargestellten (negativen) Entwicklungen alternative Materialien gefunden werden – wie z.B. recycelter Beton aus Abbruchmaterial – gleichzeitig dienen sie selber als Ersatz für andere umweltschädigende Materialien, wie z.B. die Verwendung von Glaspartikeln als Ersatz für Mikroplastik in der Kosmetik zeigt.(Quelle Bild: Pexels: Peter Dyllong / Quelle Text: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/sand-ein-nur-scheinbar-unendlicher-rohstoff-100.html).

Ziele

Das Angebot verfolgt drei zentrale Ziele:

  • Arbeitsweltbezug stärken: Die Studierenden bearbeiten reale Fragestellungen gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Wirtschaft und Gesellschaft und gewinnen Einblicke in berufliche Handlungsfelder.
  • Komplexität gesellschaftlicher Herausforderungen abbilden: Materialbezogene Fragestellungen werden in ihren technischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Zusammenhängen betrachtet.
  • Lernfortschritt unterstützen: Die Studierenden entwickeln ihre Kompetenzen schrittweise entlang aufeinander aufbauender Lernelemente und reflektieren ihren persönlichen Entwicklungsprozess kontinuierlich.

Programmstruktur

Das Programm hat unterschiedliche Bausteine, die aufeinander aufbauen. Insgesamt sind es 22 ECTS Credits, die sich aus methodischen Grundlagen, zwei vertiefenden, anwendungsorientierten Challenges sowie einem abschliessenden Perspektivenmodul zusammensetzen:

  • Einführung in kultur- und sozialwissenschaftliche Methoden und interdisziplinäres Arbeiten
  • Bearbeitung von zwei Challenges, deren Problemstellung mit steigender Studienerfahrung an Komplexität gewinnen
  • Rückblick auf den individuellen Lernprozess und Ausblick auf das künftige Berufsumfeld

Kompetenzen

Nach erfolgreichem Abschluss von Materials in Perspective sind die Studierenden in der Lage,

  • komplexe materialbezogene Herausforderungen systematisch zu analysieren und im Rahmen von Projekten zielgerichtet zu bearbeiten;
  • in interdisziplinären Teams konstruktiv zusammenzuarbeiten und unterschiedliche Perspektiven in Entscheidungsprozesse einzubeziehen;
  • gesellschaftliche, ökologische, wirtschaftliche und ethische Auswirkungen technischer Entwicklungen zu erkennen und in ihre Lösungsansätze zu integrieren;
  • materialwissenschaftliche Fragestellungen im Kontext von Märkten, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten zu beurteilen;
  • Informationen aus unterschiedlichen Quellen kritisch zu recherchieren, zu bewerten und nachvollziehbar zu dokumentieren;
  • digitale Werkzeuge und KI-basierte Systeme verantwortungsvoll und zweckmässig einzusetzen;
  • Ergebnisse adressatengerecht in deutscher und englischer Sprache zu kommunizieren;
  • Fachberichte, Studien und Projektdokumentationen selbstständig zu erstellen und ihre Resultate gegenüber relevanten Stakeholdern überzeugend zu vertreten.

Ausblick

Das neue Angebot richtet den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft und verbindet fachlich-methodische Expertise mit gesellschaftlicher Verantwortung. Im Zentrum steht die Fähigkeit, komplexe Fragestellungen interdisziplinär zu bearbeiten, innovative Lösungen zu entwickeln und deren Wirkung kritisch zu reflektieren.

Die Verschränkung technosozialer Perspektiven anhand aktueller Problemstellungen sowie die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern eröffnet den Studierenden vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

Projektdetails

Typ
Forschungsprojekt
Forschungsfeld
Materialien
Themen
Technologien und Engineering, Werkstoffe, Verfahrenstechnik, Vermittlung und Pädagogik
Hochschule/Institut
Hochschule für Technik und Umwelt FHNW / Institute of Technology and Society
Team
Valerie Safai, Roswitha Dubach, Paris Koumbarakis
Marie-Thérèse Rudolf von Rohr, Caspar Battegay, Laurent Marti

Kontakt

Adrian Brändli

Prof. Dr. Adrian Brändli

Leiter Institute of Technology and Society FHNW
Telefon
+41 56 202 76 04
E-Mail
adrian.braendli@fhnw.ch

Hochschule für
Technik und Umwelt Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

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