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Studierendenprojekte

Mehr Solarstrom vom gleichen Dach: Warum Wechselrichter wichtig sind, Hochschule für Technik und Umwelt FHNW

Hochschule für Technik und Umwelt


Die FHNW-Studentinnen Cayetana Fernández Mora und Andrea Jud sowie der FHNW-Student Mirco Silvestri zeigen in ihrem Studierendenprojekt, wie moderne Wechselrichtertechnologien mehr nutzbaren Solarstrom aus bestehenden Photovoltaikanlagen gewinnen können.

Photovoltaik ist ein wichtiger Baustein der Schweizer Energiewende. Doch mehr Solarstrom entsteht nicht nur durch zusätzliche Module auf Dächern und Fassaden. Entscheidend ist auch, wie effizient der erzeugte Strom genutzt werden kann.

Genau hier setzt das Studierendenprojekt an: Das Projektteam verglich verschiedene Wechselrichtertechnologien und untersuchte, wie viel nutzbarer Solarstrom unter Schweizer Bedingungen gewonnen werden kann.

Von links nach rechts: Prof. Dr. Renato Minamisawa, Andrea Jud, Mirco Silvestri, Cayetana Fernández Mora und Jaspera Rohner mit dem untersuchten PV-Wechselrichter.

Warum Wechselrichter wichtig sind

Solarmodule erzeugen Gleichstrom. Haushalte, Unternehmen und das Stromnetz nutzen jedoch Wechselstrom. Der Wechselrichter wandelt den Strom deshalb um.

Bei dieser Umwandlung geht Energie verloren, meist als Wärme. Bei einer einzelnen Anlage ist dieser Verlust klein. Über viele Anlagen und viele Betriebsjahre hinweg kann er jedoch deutlich ins Gewicht fallen.

Ein Solarwechselrichter wandelt Gleichstrom aus Photovoltaikmodulen in Wechselstrom um, der im Haushalt oder im Stromnetz genutzt werden kann.

Was die Studierenden untersucht haben

Die Studierenden verglichen drei Technologien: konventionelle Silizium-Wechselrichter, Siliziumkarbid-Wechselrichter und eine Hybridlösung aus beiden Technologien.

Siliziumkarbid gilt als moderne Halbleitertechnologie mit geringeren Umwandlungsverlusten. Die Hybridlösung kombiniert klassische Siliziumtechnologie mit Siliziumkarbid.

Die Studierenden verglichen konventionelle Siliziumtechnologie, Siliziumkarbid-Technologie und eine Hybridlösung.

Dafür simulierte das Projektteam Photovoltaikanlagen an verschiedenen Standorten in der Schweiz. Berücksichtigt wurden unterschiedliche Klimabedingungen, Höhenlagen, Anlagengrössen und Dachausrichtungen.

Ausgewählte Schweizer Standorte, an denen die Wechselrichtertechnologien unter unterschiedlichen regionalen Bedingungen verglichen wurden.

Aktuelle Online-Sprechstunden Energie- und Umwelttechnik

Bezeichnung
Typ
Datum
Durchführungsort
Info-Anlass Studium

Online Sprechstunde Energie- und Umwelttechnik17.6.2026

Typ
Info-Anlass Studium
Datum
17.6.2026, 12:00–13:00 Uhr
Durchführungsort
Online: Microsoft Teams

Was die Ergebnisse zeigen

Die Simulationen zeigten einen klaren Trend: Wechselrichter auf Basis von Siliziumkarbid erreichten die höchste Effizienz und die geringsten Umwandlungsverluste. Auch die Hybridtechnologie schnitt besser ab als die konventionelle Siliziumtechnologie.

Besonders sichtbar wurde der Unterschied bei kleineren Anlagen mit 3 kWp. Diese arbeiten häufig nicht unter voller Leistung, etwa morgens, abends oder bei bewölktem Wetter. Gerade in diesem Teillastbereich konnte Siliziumkarbid seine Vorteile ausspielen.

Bei einer 3-kWp-Photovoltaikanlage mit Ost-West-Ausrichtung erreichte Siliziumkarbid die höchste Effizienz, gefolgt von Hybridtechnologie und konventioneller Siliziumtechnologie.

Warum kleine Unterschiede wichtig sind

Einzelne Effizienzunterschiede wirken zunächst klein. Photovoltaikanlagen laufen jedoch über viele Jahre. Dadurch können geringere Verluste zu mehr nutzbarem Strom und langfristig zu wirtschaftlichen Vorteilen führen.

Im Projekt wurden auch vereinfachte Kostenannahmen für die Schaltelemente berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Siliziumkarbid- und Hybridtechnologien ihre höheren Anfangskosten innerhalb der ersten Betriebsjahre kompensieren können. Danach führen die Effizienzvorteile zu steigenden Nettoeinsparungen.

Die Berechnung zeigt die kumulierten Nettoeinsparungen von Siliziumkarbid- und Hybridtechnologie gegenüber konventioneller Siliziumtechnologie über zehn Jahre. Berücksichtigt wurden vereinfachte Kostenannahmen für die Schaltelemente, nicht die vollständigen Investitionskosten des Wechselrichters.

Was das Projekt zeigt

Das Studierendenprojekt macht sichtbar, wie technische Detailentscheidungen zur Energiewende beitragen können. Die Wahl des Wechselrichters beeinflusst, wie viel des erzeugten Solarstroms tatsächlich genutzt werden kann.

Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer kann das den langfristigen Energieertrag verbessern. Für Planende liefert es Hinweise für eine effizientere Systemauslegung. Und für die Energiewende zeigt es: Mehr Solarstrom vom gleichen Dach ist nicht nur eine Frage zusätzlicher Module, sondern auch eine Frage der richtigen Systemtechnik.

Fazit

Moderne Wechselrichtertechnologien können helfen, Photovoltaikanlagen effizienter zu betreiben. Besonders Siliziumkarbid zeigte im Studierendenprojekt Vorteile bei der Effizienz und bei den langfristigen Nettoeinsparungen. Auch Hybridtechnologien schnitten besser ab als konventionelle Silizium-Wechselrichter.

Wer mehr Solarstrom aus bestehenden oder neuen Anlagen gewinnen will, sollte deshalb nicht nur auf die Module schauen, sondern auch auf die Technologie dahinter.

Projektdetails

Typ
Studierendenprojekt
Hochschule/Institut
Hochschule für Technik und Umwelt
Mitarbeit
Durchführung: Cayetana Fernández Mora, Andrea Jud und Mirco Silvestri
Betreuung: Prof. Dr. Renato Minamisawa
Auftraggeberin/Kundin: Jaspera Rohner

Kontakt

Renato Minamisawa

Prof. Dr. Renato Minamisawa

Dozent für Physik und Leiter Physiklabor
Telefon
+41 56 202 70 65
E-Mail
renato.minamisawa@fhnw.ch

Hochschule für
Technik und Umwelt Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

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