Abschätzung der Komponenten des Trockenwetterabflusses und Trennung des regenwasserbezogenen Abflusses.
Ziel:
Abschätzung der Komponenten des Trockenwetterabflusses QT = QS + QFW (Schmutzwasser + Fremdwasser) und Trennung des regenwasserbezogenen Abflusses als Grundlage für die Kanalnetz- und Schmutzfrachtberechnung.
Status quo
- Inputdaten: GEP-Modell, Bauzonenordnung, historische Wasserverbrauchsdaten (Statistik)
- Schmutzwasseranfall pro Bauzone (l/s·ha) aus GEP-Datenbank (Daten von 1999/2001)
- Pauschaler Fremdwasseranfall über ganze Stadt verteilt
- Spitzenzuschlag 1.85, Reduktionsfaktor Nachtminimum 0.28
- Ergebnis: QS = 0.47 m³/s
- Vorteil: Räumliche Verteilung des Schmutzwasseranfalls vorhanden
- Nachteil: Veraltete Datengrundlage, keine jahreszeitliche Differenzierung, Fremdwasseranteil pauschal
Innovation
- Inputdaten: Abflussganglinien ARA (2014–2024), Niederschlagsdaten (ja/nein), Kanalnetz, Grundwasserkarte, Wasserverbrauchsdaten pro Liegenschaft
- Trockenwetterperioden (≥ 3 Tage ohne Niederschlag im EZG) aus 10 Jahren Messdaten identifiziert
- Wöchentliche TW-Ganglinien pro Jahr (Median + Streuband) berechnet
- Saisonale Differenzierung (Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter)
- Fremdwasseranteil: QT − QS (aus aktuellen WV-Daten)
- Kanal-Kategorisierung nach Grundwasserspiegel (ja/nein unter GW)
- Ergebnis: QT = 0.61 m³/s (Tagesmittel 2024)
- Vorteil: Zeitlich aufgelöst, jahreszeitlich differenziert, realistischer Fremdwasseranteil
- Nachteil: Lange Zeitreihen nötig, sowie Vor-Ort-Kontrollen der Abwasserableitung bei Schmutzwasseranfall (bei unplausiblen Werten)
Ergebnisse
Aus den Abflussmessungen am Zulauf der ARA Glatt (2024) wurden wöchentliche Trockenwetterganglinien berechnet. Dazu wurden aus den Zeitreihen Trockenwetterzeitschritte (mindestens 3 aufeinanderfolgende Tage ohne Niederschlag im gesamten EZG) identifiziert und nach Zeitstempel gruppiert. Der wöchentliche Verlauf zeigt ein klares Tagesmuster mit Spitzen am Morgen und Abend und einem Nachtminimum.

Die Trockenwetter Tagesganglinien wurden auch saisonal differenziert, jeweils für Frühjahr (März–Mai), Sommer (Juni–August), Herbst (September–November) und Winter (Dezember–Februar), abgeleitet. Saisonal liegt der Trockenwetterabfluss im Winter und Herbst höher als im Sommer. Dies ist auf die Schwankungen des Grundwasserspiegels zurückzuführen.

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