LeiWaCo gewinnt den JEC Innovation Award 2026
Ein Oscar für die Composites-Forschung: Das Forschungsprojekt LeiWaCo gewinnt mit ihrer bahnbrechender Materialentwicklung für Wasserstofftanks den JEC Innovation Award 2026.
Das Forschungsprojekt LeiWaCo (Leichtbau-Wasserstoff-Container) wurde auf der JEC World 2026 mit dem JEC Innovation Award ausgezeichnet. Der Award gilt als die international wichtigste Auszeichnung im Bereich der Faserverbundwerkstoffe. Prämiert wurde die im Projekt entwickelte Thin-Ply-Materialtechnologie für kryogene Wasserstofftanks, die neue Massstäbe in Leichtbau, Sicherheit und Nachhaltigkeit setzt.
Stickstoff ist zentral für die landwirtschaftliche Produktivität, gleichzeitig führt seine Übernutzung zu Belastungen für Böden, Gewässer und Klima. Insbesondere gasförmige Stickstoffemissionen aus Böden werden bislang unterschätzt, da sie schwer zu überwachen sind.
Die JEC Innovation Awards würdigen jedes Jahr herausragende technologische Innovationen mit hohem industriellem Impact. Die Auszeichnung von LeiWaCo bestätigt die internationale Relevanz der entwickelten Lösung für die Speicherung und den Transport von flüssigem Wasserstoff – einem zentralen Baustein der globalen Energiewende.
Im Fokus der Jury stand insbesondere die Materialentwicklung von thermoplastischen Thin Plies auf PAEK-Basis, die speziell für den Einsatz bei extremen Temperaturen von bis zu −253 °C konzipiert wurden. Diese Materialsysteme ermöglichen erstmals leichte, dichte und zugleich recyclingfähige Faserverbundtanks für kryogene Anwendungen.
Konventionelle Kryotanks aus Metall sind schwer, energieintensiv in der Herstellung und anfällig für Dichtheitsverluste durch thermische Zyklen. Faserverbundwerkstoffe bieten zwar grosse Gewichtsvorteile, leiden jedoch häufig unter Mikrorissbildung bei tiefen Temperaturen.
LeiWaCo adressiert dieses Problem mit einem neuartigen Ansatz:
Thermoplastische Hochleistungsmaterialien (PAEK, insbesondere PEKK)
Ultradünne Faserlagen (Thin-Ply-Technologie)
Automatisiertes Filamentwickeln mit In-situ-Konsolidierung
Durch die Kombination dieser Technologien konnten rissfreie, dichte und mechanisch hochbelastbare Strukturen realisiert werden, die den hohen Anforderungen der Wasserstoffmobilität gerecht werden.
Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Industriepartner Suprem SA umgesetzt und steht in enger Assoziation mit dem gleichnamigen deutschen BMBF-Forschungsprojekt LeiWaCo. Die enge Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung und Industrie ermöglichte einen schnellen Transfer von Materialentwicklung über Prozesstechnologie bis hin zur industriellen Umsetzbarkeit.
Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung von Thin-Ply-Tapes mittels Tow-Spreading-Technologie, die eine verbesserte Imprägnierung und eine höhere Faser-Matrix-Haftung ermöglichen. Wickelversuche bei Temperaturen von 360–380 °C bestätigten die sehr gute Prozessierbarkeit der neu entwickelten Materialien.
Die ausgezeichnete Technologie schafft die Grundlage für eine neue Generation von Leichtbau-Wasserstofftanks, die in:
Schwerverkehr
Schifffahrt
Bahnverkehr
Luftfahrt
eingesetzt werden können. Durch das reduzierte Gewicht, die hohe Lebensdauer und die Recyclingfähigkeit der Thermoplaste lassen sich sowohl CO₂-Emissionen in der Herstellung als auch im Betrieb signifikant senken.
Der Gewinn des JEC Innovation Award 2026 unterstreicht die Rolle von LeiWaCo als Leuchtturmprojekt für nachhaltige Faserverbundtechnologien und zeigt eindrucksvoll, wie angewandte Forschung konkrete Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende liefert.
Mit dem Award erhält das Projekt internationale Sichtbarkeit – und setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der Wasserstoffspeicherung.





